„Das Schwierigste ist, sehr leise sehr wenige Noten zu spielen.“ Die Pianistin Cathy Krier …

Shownotes

Host: Stefan Börnchen Redaktion: Stefan Börnchen und Carolyn Knaup Produktion: Carolyn Knaup

Cathy Krier: Linkbeschreibung Linkbeschreibung

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00:00:00: wenn man Tchaikovsky spielt oder Rachmaninov oder Prokofiev.

00:00:03: Das ist ja sehr oft ziemlich laut und technisch schwierig, das heißt da muss man schon mit dem Körper arbeiten.

00:00:21: Ei ei alles interessant.

00:00:22: ich bin Stefan Börnchen.

00:00:23: in meinem Podcast treffe ich Menschen auf die ich neugierig bin weil sie etwas zu erzählen haben überraschend unterhaltsam spannend und spinnen.

00:00:31: Heiter und Geschreiter und immer gut zu wissen für die nächste Stehparty.

00:00:35: Menschen gemacht auf Spotify, Apple-Podcasts – und wo es sonst Podcast gibt!

00:00:41: Mein Gast heute ist die Luxemburger Pianistin Kathi Krier.

00:00:44: Mit vierzehn Jahren gehörte sie zur Meisterklasse von Pavel Gelilov an der Musikhochschule Köln.

00:00:49: Es folgten Studien unter anderem an der Skola Die Musiker in Fiesolé.

00:00:53: Mit fünfzehn nahm Kathi krier Beethoven's fährtes Klavierkonzert mit dem lättischen Kammerphilharmonieorchester auf.

00:00:59: Zur Eröffnung der Philharmonie Luxemburg spielte sie im Jahr mit den Pianisten Cyprien Kazaris.

00:01:04: In der Saison in dem Jahr war sie als Echo Rising Star an international renommierten Konzerthäusern mit Stücken von Ramo, Schubert, Ravel und Berg sowie mit einer Auftragskomposition von Wolfgang Riem gefeiert.

00:01:17: Unter den vom Kartikrier eingespielten Schallplatten sind die Alben Piano Poems Leggety, Edütburg Piano, Ramo Leggetty, Leos Janacek, The Piano Debussy Schimanovski.

00:01:31: Karthikrias Professorin für Klavier am Konservatorium der Stadt Luxemburg.

00:01:35: Karthe, ich freue mich sehr, dass du hier bist!

00:01:36: Vielen Dank, dass Du gekommen bist.

00:01:38: Ja vielen Dank für die Einladung.

00:01:40: Du hast gerade erzählt das du die letzten Tage in Venedig warst und ich könnte mir denken dass du da gar nicht üben konntest?

00:01:48: Ja das stimmt.

00:01:48: also ich habe jetzt vier tage nichts gemacht.

00:01:51: Dann musst du heute... Noch üben?

00:01:54: Ja, absolut.

00:01:55: Also hier danach gehe ich nach Hause und dann übe ich ja.

00:01:57: Und wie lange übst du da noch?

00:01:59: was spielst du?

00:02:00: Das hängt davon ab.

00:02:01: also ich übe eigentlich jeden Tag je älter ich werde weniger.

00:02:07: es gab eine Zeit habe ich wirklich sehr viel geübt acht zehn Stunden am tag.

00:02:10: man muss ja repertoire lernen ist dein beruf das darf man nicht vergessen.

00:02:15: jetzt würde ich sagen dass sich Egal, wie versuche jeden Tag zwei bis drei Stunden zu üben.

00:02:19: Aber dann auch am Wochenende also wirklich jeden Tag und dann weiß ich dass sich mich einfach so organisieren kann.

00:02:26: das ist alles was ich lernen muss die Stücke die ich neu erarbeiten muss die neuen Projekte und so dann.

00:02:33: da kann ich wirklich so einen Plan machen über die kommenden wochen damit ich in Ruhe schlafen kann und kein Stress habe.

00:02:42: Wie sieht so eine Übungseinheit aus, beginnt es mit Tonleiter-Technikübungen?

00:02:47: Was steht da heute auf dem Programm?

00:02:48: Nein das mache ich schon lange nicht mehr.

00:02:50: Das habe ich sehr viel gemacht als Kind.

00:02:52: also einfach man muss ja lernen die Finger so schnell wie möglich zu bewegen.

00:02:55: und auch wenn die Schüler nicht verstehen warum wir Tonleitern und Archpedgien machen... Die Idee dahinter ist ja dass man einfach lernt die Tastatur blind kennen und dass man einfach weiß, das ist ein Cedur-Accord.

00:03:12: Zack!

00:03:12: Muss ich spielen?

00:03:13: Da muss sich nicht darüber nachdenken welchen Finger ich damit dafür benutzen muss.

00:03:17: also es geht ja wirklich darum so eine Automatisierung zu erfahren.

00:03:21: Das mache Ich nicht mehr weil ich denke das kann ich jetzt Und ich übe viel Technik Einfach in den Stücken.

00:03:32: Technik erweitert sich mit der Zeit, das heißt es geht viel um Klangfarbe.

00:03:36: Um herausarbeitung von Details.

00:03:41: was ist wichtig?

00:03:42: Was nicht?

00:03:42: Es passiert mittlerweile auch sehr viel einfach am Pult oder im Sof war bei mir dass ich nicht am Instrument übe sondern wirklich rein organisatorisch Arbeiter, analytisch Arbeite.

00:03:57: Was ist mir wichtig?

00:03:58: Was muss ich herausarbeiten und wirklich diesen intellektuellen Prozess

00:04:02: machen?".

00:04:02: Und dafür brauche ich nicht unbedingt ein Klavier.

00:04:05: Das heißt du liest die Musik?

00:04:06: Ja absolut!

00:04:07: Kannst du auch was spielen wenn du es gelesen hast ohne mit den Noten vor Augen am Klavier zu sehen?

00:04:15: Es hängt natürlich von der technischen Schwierigkeit ab aber ja schon.

00:04:19: also wenn man das richtig gut gelernt hat dann weiß man das.

00:04:23: Also das ist etwas, was man im Studium lernt.

00:04:26: Ja, also das hat sich bei mir... Das hängt natürlich sehr von den Schulen ab, wo wir waren.

00:04:33: Ich habe ja erst mal in Luxemburg und dann war ich in Köln und das war dann wirklich Russische Schule.

00:04:39: Die ist schon sehr aus Instrumenten fokussiert und sehr viel üben.

00:04:47: Punkt, wo also ich bin nach Köln.

00:04:50: Da war ich vierzehn etwas früher.

00:04:52: Ich habe noch ein Jahr privat mit Pavel Gelioloff davor gearbeitet bevor ich an die Hochschule kam.

00:04:59: Da ist natürlich dieses sechs, sieben, acht Stunden am Tag üben wichtig weil man muss einfach diesen dieses Metier kriegen.

00:05:06: Einfach von technischen Fähigkeiten, von Repertoire lernen und je mehr man da hat es das ja so dass man irgendwie... Das ist ja Wissen was man was einem zur Verfügung steht.

00:05:20: Und dann muss man das nicht mehr so üben, üben... Das endet sich.

00:05:31: und als ich nach Italien ging und auch nachher in Frankreich mit Dominique Merley arbeitete, das ist eine ganz andere Art zu lernen.

00:05:39: Das war viel intellektueller Da ging es auch darum, viel mehr Repertoire zu erlernen in kürzester Zeit.

00:05:47: Zum Beispiel in Fiersole bei Luccasini – ich war drei Jahre bei ihm und habe ja nicht in Italien gewohnt.

00:05:53: Das heißt, ich bin einmal pro Monat von Köln aus nach Florenz geflogen mit Ryanair damals.

00:05:59: Gott sei Dank gab's Ryanair sonst hätte ich mir das nicht leisten können!

00:06:02: Und er wollte einfach jeden Monat neunzig Minuten neues Programm.

00:06:06: Und das muss man einfach lernen... Das sind einfach neunzig Minuten, die man neu lernen muss.

00:06:12: Das heißt, man muss sehr effizient sein und um effiziente zu lernen, muss man eigentlich viel intellektueller an das Ganze herangehen weil man muss viel schneller wissen was ist wichtig?

00:06:23: Was muss ich sofort wissen?

00:06:25: Was sind die schwierigen technischen Passagen, die ich wirklich am Instrument lernen muss?

00:06:29: Was ist etwas, was sich einfach intellektuell verstanden habe?

00:06:33: und ich kann weiter.

00:06:36: Aber wahrscheinlich ist das etwas, was man einfach später lernt.

00:06:39: Das ist nicht etwas, dass man mit vierzehn fünfzehn lernt und dafür braucht man schon ein gewisses Können und wahrscheinlich auch eine gewisse Reifheit.

00:06:47: Jetzt hast du gerade gesagt, Gili Love russische Schule es höre ich nicht zum ersten Mal von dir.

00:06:53: also Es gibt nationale Schulen.

00:06:55: ja kannst du vielleicht so kurz ziehen?

00:06:57: Was ist jetzt russisch?

00:06:59: war sich nicht französisch sowas deutsches was wienerisches?

00:07:03: Also es ist eigentlich wie auch in der Bildenkunst.

00:07:07: Man hat verschiedene Schulen, die mit verschiedenen Ästhetiken verbunden sind und natürlich auch dann dem Repertoirensprechend sind.

00:07:15: also jeder versteht das wenn ich über russische Musik spreche.

00:07:19: sie hat natürlich ästhetisch ganz andere Herausforderungen wie französische Musik Wenn man jetzt zum Beispiel sehr mich grob erklärt.

00:07:32: Die russische Schule beschreibt, würde man sagen das ist eine Schule die vielmehr den Körper des Musikers mit einbezieht weil wenn man Tchaikovsky spielt oder Rachmaninoff oder Prokofiev... Das ist ja sehr oft ziemlich laut und technisch schwierig d.h.

00:07:50: da muss man schon mit dem Körper arbeiten.

00:07:57: Es geht ja viel beim Instrument um Projektion des Klangs.

00:08:01: Und die Projektion funktioniert nicht mit Muskelkraft, sie funktioniert mit der Schwerkraft, die man ins Instrument gibt damit das Instrument schwingen kann.

00:08:12: und das ist etwas was sehr gut funktioniert in der russischen Schule was auch sehr darauf aufbaut.

00:08:22: Die französische Schule hingegen ist sehr anders auch schon in der Art, wie man sitzt.

00:08:28: Also man hat zum Beispiel... Man ist viel weniger frei im Körper am Klavier würde man sagen.

00:08:34: Zum Beispiel die Elbungen sind viel mehr am Körper.

00:08:36: Es ist vielmehr eine Schule wo man nur mit den Fingern spielt, wenn ich das jetzt wirklich ein bisschen karikatoral beschreibe und das hört man ja auch in der Musik also Ramon oder nachher Ravel, Debussy.

00:08:52: Das ist ja alles viel filigraner als wenn ich ihn als Gegenbeispiel Chekhovski nehme oder Prokofiev.

00:09:02: und es ist natürlich auch Musik die sehr viel mit Literatur verbunden ist.

00:09:07: also viel von der Musik die zum Beispiel Ravel geschrieben hat oder Debussy sind ja entweder mit Literatur verbunden oder mit Malerei das heißt es hat schon Der Vorgang ist intellektueller.

00:09:22: Und dann so in der instrumentalen Schule gibt es natürlich auch die italienische Schule, das ist ein bisschen ich würde sagen das Beste von allen Schulen und sehr auf Perfektion aus.

00:09:38: also dass hat man ja auch schon im in der Bildenkunst in Italien das ist ja alles sehr perfekt sehr geschliffen.

00:09:47: Ich weiß zum Beispiel, als ich nach Italien kam.

00:09:50: Man hat ja dieses Bild von den Italienern die sehr offen sind und sehr so, ich weiß nicht lachend und sehr herzlich... Und die italienische Intelligenz ist eigentlich sehr streng.

00:10:03: Ich habe da eine strenge erfahren also schon sehr nett.

00:10:07: aber eine strecke intellektuelle Strenge, die ich nicht erwartet hatte und die mich am Anfang ein bisschen aus dem Konzept geworfen hat.

00:10:15: Und das merkt man ja auch, wenn man Musiker hört wie Maurizio Polini oder das Quartetto Italiano.

00:10:23: Das sind keine Musiker die jetzt vor Wärme strotzen sondern es hat so diese Idee der Perfektion in sich.

00:10:31: Jetzt hast du ja einen sehr europäischen Kontext geschildert.

00:10:35: Hat sich seit der Globalisierung etwas dadurch verändert, dass es jetzt Musik in aller Welt gibt?

00:10:42: das Klavier gespielt wird überall sehr viel in China wenn man die Zahlen sieht wie Klaviere nach China geliefert werden sehr viele Pianistinnen und Pianisten kommen heute aus asiatischen Ländern hat das irgendwie ein Einfluss auf diese Schulen oder auf die Art wie gespielt?

00:10:59: Ich glaube, es hat keinen Einfluss auf die Schulen.

00:11:03: Aber es hat schon einen Einfluß auf die Art wie musiziert wird.

00:11:09: So die erste... Wie soll ich sagen?

00:11:13: Erstmals war ja in Japan Klassienmusik sehr wichtig und dass in Japan gab es wirklich diese Art des unglaublich vollen, respektvollen Umgangs mit der Musik.

00:11:29: Und dann war auch – also als ich studiert habe waren auch sehr viele Koreaner schon da und ich glaube China kam etwas später und es gibt mittlerweile fantastische chinesische Pianisten.

00:11:41: aber natürlich die Masse macht das.

00:11:46: Ich habe oft das Gefühl, da es so viele Menschen gibt die Musik doch machen und ein Instrument spielen muss man einfach besser sein als alle anderen.

00:11:54: Und man merkt es dadurch sehr auf die technische Perfektion viel mehr in den Vordergrund gestellt wird als irgendwie eine musikalische Reifheit oder das was man damit sagen möchte und an einer anderen Person vermitteln möchte.

00:12:11: Es geht wirklich um diese technischen Perfktionen und Beherrschung Und das hat natürlich das Niveau der Terschnüchenperfektion überall sehr in die Höhe getrieben.

00:12:23: Ich finde nicht immer zum Besten, weil für mich hat Kunst Musik im Allgemeinen auch mit einer gewissen Zerberichtigkeit zu tun und wenn ich nur darauf raus bin so perfekt wie möglich zu spielen, denke ich, manchmal geht man am Thema vorbei eigentlich.

00:12:44: Okay, also Perfektion ist relativ.

00:12:48: Sagst du hast aber als Jugendliche acht oder zehn Stunden geübt?

00:12:52: Also das klingt ja schon nach dem Willen zur Perfektion.

00:12:58: Ja ich denke man muss ja schon.

00:13:00: wenn man übt geht es darum so perfekt wie möglich zu sein.

00:13:02: Aber nachher in einem Konzert soll man nicht.

00:13:06: Also ist für mich der Fokus nicht darauf, dass ich mich auf keinen Fall verspiele.

00:13:10: Sondern die Musik, die ich vermitteln muss und Ich übe so viel damit ich es so über allem stehe das Technik Wie soll ich sagen keine Barriere mehr ist, wenn ich auf einer Bühne stehe.

00:13:23: Sondern einfach mich ausdrücken

00:13:25: kann!

00:13:26: Und wie war das als du fünf oder sechs oder sieben warst?

00:13:29: Hast du dich doch nicht freiwillig ans Klavier gesetzt und fünf bis sechs Stunden geübt?

00:13:32: Nein,

00:13:33: da habe ich nicht so viel geübte.

00:13:34: also es gibt ja eine schöne Geschichte warum ich Klavierspieler... Also ich komme aus einem Musikerelternhaus und ich hab eigentlich mit der Geige angefangen mit meinem Vater Aber ich wollte mich setzen und er hat es nicht erlaubt.

00:13:45: Und deswegen bin ich dann aufs Klavier umgestiegen, weil da konnte ich mich

00:13:49: sitzen.".

00:13:51: Das war mit meiner Mutter.

00:13:53: Da war ich drei ungefähr – das war am Anfang sehr spielerisch aber schon sehr früh.

00:13:57: Ich glaube, da gab's diesen Drang, weil ich bin morgens wirklich sehr früh morgens aufgestanden gegen sechs halb sieben und wollte dann mit meiner Mama üben Und das hat sie dann mit mir gemacht.

00:14:09: Mein Vater rief oft, macht die Tür zu!

00:14:17: Ich glaube irgendwann merkt man es schon als Kind wenn man gut in etwas ist und man weiter kommt, dann will man das weitermachen.

00:14:25: Natürlich ist es so dass meine Eltern mir den Rahmen ermöglicht haben damit das funktionierte.

00:14:34: ich wurde nie gezwungen Aber es war bei uns, gab's einfach so eine tägliche Disziplin.

00:14:40: Das wurde geübt und das wurde nicht jeden Tag in Frage gestellt.

00:14:45: Der Tag war so organisiert.

00:14:47: Und ich hab das liebend gerne gemacht.

00:14:50: Mein Bruder zum Beispiel war auch sehr begabt aber der hatte weniger Lust und das haben sie respektiert.

00:14:55: Aber man soll sich nichts vormachen.

00:14:57: ein Kind mit sechs Jahren übt nicht alleine.

00:15:01: Das ist Quatsch.

00:15:03: Ein Kind braucht Hilfe und meine Mutter hat noch sehr, sehr lange sass sie täglich neben mir nicht weil sie mir so unglaublich helfen musste sondern weil ich irgendwie Präsenz brauche.

00:15:16: und dann später als ich dann auch anfing als Jungstudent da brauchte ich einfach Hilfe weil ich das alles nicht alleine erarbeiten konnte was man mir aufgab.

00:15:28: Also da gibt es ja so eine Psychologie bei diesem mit kleinen Kindern.

00:15:33: Glaubst du, dass da auch der Wunsch den Eltern zu gefallenen Rolle spielt?

00:15:39: Wahrscheinlich.

00:15:39: manchmal also ich glaube sowieso.

00:15:44: Ich merke das hier jetzt auch als ich habe ja jetzt selbst Kinder irgendwie weit Versucht man Kindern irgendwie das was man gerne mag beizubringen und muss helfen dass das dann irgendwie auch funktioniert.

00:16:01: Und wann akzeptiert man, dass das etwas ist, was sie nicht interessiert?

00:16:06: Das ist ja nicht so einfach!

00:16:07: Und es ist diese Balance zwischen fördern und überfordern und manchmal sagen muss jetzt einfach sein und ich verstehe, dass du keinen Lust hast.

00:16:19: Wann sage ich okay, du darfst aufhören?

00:16:22: Und wenn sag' ich dann, denn du darf nicht bei der ersten Schwierigkeit aufhörn', weil's dann irgendwie unangenehm wird... Das ist nicht so einfach und ich glaube es das ist auch bei jedem Kind etwas anders.

00:16:35: Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, dass ich jemals zu irgendetwas gezwungen wurde.

00:16:39: Und ich wusste auch ... Dass sich zu jeder Zeit hätte aufhören können und etwas anderes studieren könnten, wenn ich gewollt hätte.

00:16:47: Das war sehr klar!

00:16:48: Es sind

00:16:49: nie die Fetzen geflogen, Türen geknallt oder so?

00:16:52: Doch!

00:16:52: Also ja schon also ... Okay, aber

00:16:55: das finde ich jetzt wichtig zu wissen.

00:16:56: Alles war friedlich, aber Tünen knalten.

00:16:59: Ja alles war friedlig, aber man muss ... Das ist ja auch jetzt ... Man muss schon realistisch sein, auch wenn man weiß, dass man nicht gezwungen wurde.

00:17:11: Manchmal hat man keinen Bock und dann haben die Eltern gesagt ja aber du hast eine Prüfung in zwei Wochen jetzt musst du trotzdem was machen.

00:17:17: Und das ist doch irgendwie normal, wie soll ich sagen?

00:17:22: Dann kriegen die Eltern es schon ab!

00:17:25: Also das ist ja schon klar.

00:17:27: Aber global also... Ich weiß nicht, wenn Kinder Hausaufgaben haben keine Lust und die Eltern sagen, du musst sie jetzt machen.

00:17:37: Dann fliegen die Fetzen sehr oft auch.

00:17:38: das heißt nicht dass man gezogen wurde die Hausaufgaben zu machen ist nur Man muss es tun punktwärtig aus okay.

00:17:43: also eine gewisse Agonalität gehört dazu wird auch mal laut.

00:17:56: Und jetzt überlegst du Wie du dich deinen eigenen Kindern gegenüber verhältst, den Hinblick auf den Umgang deiner Mutter mit dir.

00:18:03: Wenn die um halb sechs kommen und üben wollen, dann stehst du zum Halb Sechs auf und übst mit

00:18:06: denen.".

00:18:09: Also meine Tochter übt tatsächlich jeden Morgen bevor sie zur Schule geht aber nicht mit mir weil ich bin nicht kompetent.

00:18:22: Und wenn ich ganz ehrlich bin kommt mir das sehr entgegen.

00:18:25: nein also es war... Als meine Tochter sagt er, dass sie Klavier spielen möchte.

00:18:32: Sag ich komm du hast keinen Bock Klavier zu spielen?

00:18:35: Wir haben schon ein paar Instrumente Zuhause.

00:18:38: Du sitzt dich da nie dran.

00:18:40: Das ist Quatsch.

00:18:41: Also und dann hab ich gesagt du kannst aussuchen welches Instrument du spielen möchtest Und wenn du kein Instrument spielen möichtest das auch okay ging es so hin und her.

00:18:52: Und dann sagt sie, darf ich wirklich spielen was ich möchte?

00:18:54: Dann habe ich gesagt ja klar!

00:18:56: Und dann sagst du okay, dann möchte ich Oboe spielen.

00:18:58: Und da war ich schon erstaunt muss ich ganz ehrlich sagen dass ein fünfjähriges Kind Oboe auswählt.

00:19:05: Das ist ja eine rein praktische Frage wenn ein Kind so früh so ein Instrument lernt?

00:19:10: erstens die kann keine Noten lesen.

00:19:12: zweitens die kriegt nicht mal alleine zusammen gesteckt.

00:19:15: das heißt man muss da Hilfe leisten.

00:19:17: aber das macht mein Mann Der nicht Musiker ist.

00:19:23: Also der hat schon Musik gemacht, aber er ist nicht Musikern und ich finde das ist eigentlich bei uns funktioniert das gut so.

00:19:30: da ist natürlich dann auch... Ich find's erst mal schön dass ihr ein anderes Instrument spielt als ich weil denn gibt es auch keine Art wo man sich irgendwie damit auseinandersetzten muss.

00:19:43: bin ich jetzt genauso gut wie Mama?

00:19:45: bin ich fauler üblich mehr wie war sie in dem Alter sondern es hat wirklich ihr eigenes Ding Und ja, und sie ist auch in Frühaufstehe.

00:19:59: Wir haben das jetzt so irgendwie so organisiert und es funktioniert eigentlich sehr gut.

00:20:04: Es ist natürlich auch so, dass morgens vor der Schule immer ein Erwachsener, der ihm im Zweifelfall helfen kann – und Sie muss es nicht alleine tun!

00:20:12: Ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt.

00:20:15: Kinder üben nicht von allein wenn sie sieben acht sind... Quatsch, das heißt nicht, dass man sie zwingt.

00:20:22: Aber die brauchen irgendwie Hilfestellung.

00:20:26: Okay!

00:20:27: Jetzt hatten wir Eingangs erwähnt, dass du ein paar Tage nicht üben konntest.

00:20:35: Fühlt sich das jetzt für dich komisch an oder schlecht?

00:20:38: Es gibt da so diese Leistungssportler, die so Schuldgefühle entwickeln, wenn Sie nicht trainieren konnten oder so... Ich könnte mir vorstellen, dass es beim Klavier spielen, beim Üben ist ja auch eine Art von Leistungsport auch so.

00:20:51: Ja ja, also Schuldgefühl.

00:20:52: Das ist ein großes Thema und es gibt ... Man sagt immer wenn ich eine Woche nicht überhör, merke ich das.

00:20:57: Wenn ich zwei Wochen nicht überhöre ich es Und wenn ich drei Wochen nicht mehr überhören, die anders ist auch.

00:21:03: Es ist so etwas was man so sagt als Musiker.

00:21:08: Das ist besser geworden.

00:21:09: Das war sehr lange wirklich dieses Nicht nur Schuldgefühle aber einfach dass man das Gefühl hat Dass man für die Kontrolle verliert.

00:21:17: Aber mittlerweile habe ich das nicht mehr so.

00:21:20: Mittlerweile kann ich mich besser einschätzen und wie gesagt, weil ich auch viel rein analytisch übe ist es dann auch okay.

00:21:30: Dann hab' ich vielleicht also jetzt für vier Tage nicht.

00:21:32: aber wenn ich zwei Wochen irgendwie unterwegs bin, dann habe ich meine Partituren mit und dann kann ich mir die anschauen und das reicht dann auch.

00:21:41: einfach dieser intellektueller... Ein Blick in die Arbeit und nicht rein am Instrument.

00:21:47: Und wie fingst du an zu üben, wenn du jetzt heute zurückkommst nach Hause ans Instrument?

00:21:54: Also ich muss ein paar neue Partiturinnen irgendwie besorgen weil ich die noch nicht habe und dann muss ich mir das durchschauen... durch was ich dann davon zuerst anfange, zu lesen.

00:22:10: Was ist schwieriger?

00:22:10: Wo denke ich werde ich länger Zeit dafür brauchen?

00:22:14: und dann gibt es ein paar so Sachen wo ich einfach neues Programm aussuchen muss.

00:22:20: das heißt ich werde einfach vieles nur durchspielen um zu schauen.

00:22:23: okay was ist das was ich am liebsten womit ich mich am lieben beschäftigen würde über einen längeren zeitraum weil es hat ja auch damit zu tun.

00:22:36: Also, was macht mir Spaß lange Zeit damit zu verbringen?

00:22:42: Kannst du sagen, dass wir Stücke sind oder ist das geheim?

00:22:47: Für ein neues Projekt suche ich Kupran aus.

00:22:50: Und er hat ja wahnsinnig viel geschrieben für Chamberlowe als man dann auf dem Klavier spielen kann und ich muss da fünfzehnzehntig Minuten aussuchen.

00:22:59: Ich habe schon so eine gewisse Liste im Kopf von den Stücken die mir gefallen würden.

00:23:05: aber Manchmal, wenn man sie dann spielt, merkt man halt mit dem.

00:23:09: Da hab ich irgendwie mehr ein Gefühl dafür da würde ich länger Zeit damit verbringen wollen und andere mag man doch weniger.

00:23:17: Und das ist so.

00:23:18: also mittlerweile denke entscheide ich da mehr.

00:23:21: nach gefühl einfach was macht mir mehr freude?

00:23:24: Und dann besorgst du dir die noten das ist ja bei cooperin viel und dann spielst

00:23:29: du

00:23:30: paar hundert seiten durch.

00:23:31: Es ist wie ein Buchlesen

00:23:35: eigentlich.

00:23:36: Du gehst nicht zu Spotify und klickst das mal so an?

00:23:38: Das mache

00:23:42: ich nie!

00:23:44: Wenn ich weiß, dass ich etwas spielen werde, höre ich es mir aus Prinzip nicht an.

00:23:51: Wir haben ja wahnsinnig viel Repertoire und man hat das im Ohr.

00:23:57: Sobald ich weiß was ich spielen werde will ich es mich nicht mehr anhören weil ich möchte gerne Entscheidungen treffen die von mir kommen und nicht, die ich irgendwie noch im Ohr habe.

00:24:06: Und ... Ich hab sowieso schon die Information im Ohren.

00:24:09: Das heißt, wenn ich es dann nochmal anzuehe, dann reaktiviere ich das.

00:24:13: Dann ist das irgendwie ... Habe ich das Gefühl, dass sich nicht mein persönlicher Zugang zu hundert Prozent gewährleisten kann?

00:24:21: Also kein Klavier auf Spotify!

00:24:22: Okay.

00:24:23: Weniger.

00:24:24: Ja... Wollen wir mal was hören?

00:24:29: Gerne.

00:24:30: Du hast gesagt, Kuperan bereitet du gerade vor, haben wir hier nicht auf Lager.

00:24:35: Wir haben aber Ramo-Auflager der ja irgendwie nach Kuperans kommt und vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit

00:24:41: hat.

00:24:43: Wollen die Hühnerschar hören?

00:24:46: Dafür müssen wir einmal hier die kleine Box hochfahren... Okay das waren jetzt nicht die Hüner wie

00:25:19: ich gerade angefangen habe.

00:26:34: Das war nicht so warsch!

00:26:39: Da passiert zwischen Durch was Wildes oder kannst du so ein bisschen das Stück beschreiben und sagen, was da in den Mittelstimmwildes passiert?

00:26:46: Ja

00:26:46: also das was einfach interessant ist bei Ramon im Allgemeinen.

00:26:49: Ist dass er... Also wir sprechen ja da, es ist mehr oder weniger selber Zeitraum als Johann Sebastian Bach aber Frankreichs.

00:26:59: Und was bei Ramo so interessant ist, ist dass er eigentlich der erste ist harmonielere theoretisiert hast.

00:27:07: Also diese dritte Darmonie-Pratik gibt es noch immer heute und das habe ich auch zu Hause, und er hat gerade am Klavier also damals am Chamberlowe hatte eigentlich die linke Hand nicht mehr nur als Akkorde benutzt sondern dann wurde auch irgendwie zur Nachhauptperson was vorher nicht der Fall ist.

00:27:32: dass bei Cupra ist das noch etwas weniger der Fall.

00:27:35: Und was einfach Interessant ist, sind all diese Verzierungen.

00:27:38: Das heißt man hat eigentlich eine relativ einfache Stimme die sehr verziert wird und auch mit den Wiederholung wird es noch anders verziert und das kommt eigentlich auch dadurch dass Cembalo hat ja viel weniger Projektion und der Klang bleibt nicht.

00:27:55: Das heisst wenn man nur Noten länger halten möchte muss man sie verzieren damit sie länger schwingt.

00:28:04: Das macht sehr Spaß sich damit auseinanderzusetzen, wie man das dann natürlich auch auf einem modernen Instrument spielen kann.

00:28:12: Weil diese ganzen Verzierungen sind technisch schon sehr schwierig und man muss schon sehr agil sein und man mußt sich natürlich auch überlegen was funktioniert auf dem modernen Flügel?

00:28:27: Und was ist einfach zu viel.

00:28:30: was klingt plump auf einem modernen Instrument und das ist sehr spannend.

00:28:36: Und diese Ästhetik wieder herzugeben, aber mit modernen Mitteln genau.

00:28:43: Jetzt hast du von den Verzierungen gesprochen.

00:28:45: es gibt doch auch irgendwie so ein paar Querschläger da drin oder nur reinges... Was ist

00:28:49: das?

00:28:50: Das sind einfach was man heutzutage so abbieten nennt, also aber das ist auch nicht alles geschrieben.

00:28:57: Das hängt davon ab wie man das dann platziert mit den Verzierungen und es macht es einfach interessanter.

00:29:04: Aber ist das deine interpretaturische Entscheidung dass da so etwas quer reinzusetzen?

00:29:08: Ja!

00:29:09: Nicht immer, aber hier ja schon genau.

00:29:11: Du

00:29:12: hast gerade von Instrumenten gesprochen, also vom Cembalo für das ursprünglich diese Musik komponiert war.

00:29:19: Es gibt im Netz ein Video von dir wo du Ramot am Klavier spielst und nicht am Flügel.

00:29:26: Vielleicht kannst du was sagen zu deiner Instrumentinwahl?

00:29:31: Wann spielt es auf dem Flügel?

00:29:33: Waren überhaupt oft im Klavier?

00:29:34: ist der Flüge immer irgendwie besser zu spielen?

00:29:37: könnte man sich fragen

00:29:40: Ja ich glaube dass mit dem Klavier Das ist, weil damals ... das war ich in einer Radiersendung und die hatten nur ein Klavier.

00:29:48: Sie hoffen Klavierspielen!

00:29:50: Was ja interessant ist als Pianist ist, dass wir immer auf einem Instrument spielen.

00:29:53: Dass eigentlich nicht dem Instrument entspricht, wofür die Stücke geschrieben wurden.

00:29:59: Also es ist einfach so.

00:30:01: Die Steinwinds wie wir sie jetzt haben gibt es seit ... ... neunzehntzwanzig mehr oder weniger Die Flügel, wie sie jetzt haben und gerade das ist ja Steinway hat ein bisschen die Vielfalt der Mechanik.

00:30:17: Und auch der Klangmöglichkeiten.

00:30:21: Ich würde nicht sagen kaputt gemacht aber das wurde ja sehr.

00:30:23: also überall stehen jetzt dieselben Flügeln.

00:30:25: Das ist natürlich toll für die Pianisten weil die müssen sich nie irgendwie an eine neue Mechanik oder Charakteristika von anderen Flügelmanufakturen gewöhnen, aber es ist auch ein bisschen schade.

00:30:40: Man weiß zum Beispiel Chopin hat immer Playel gemacht, Liste wollte nur Errach spielen und also dann gab's einen Beststein, die gibt sich ja auch noch immer, aber sie sind einfach nicht mehr so präsent.

00:30:54: Also Steinway hat das ein bisschen überflutet und zu Recht weil das sind einfach ganz tolle Instrumente für mich etwas, was für mich sehr wichtig war.

00:31:04: Während meines Studiums in Köln hatte ich bei Professor Gerard Hambitzer, der Chamberlainter von Concerto Cologne Unterricht und das war Musikhistorische Aufführungspraxis auf Klavieren.

00:31:19: Das heißt man ging mit dem Reparatur, was man erarbeitete zu ihm und dann sagt ihr ach ja da spielen wir auf diesem Piano Forte.

00:31:26: Ach!

00:31:26: Da spielen wir auch auf diesem Chamberlion und so.

00:31:29: und also ich bin bei Weitem kein Expert.

00:31:32: aber Es gab eigentlich natürlich diese Idee, warum man verschiedene Sachen so spielen soll.

00:31:39: Also man zum Beispiel... Blödes Beispiel!

00:31:42: Man lernt immer bei Mozart kein Pedal.

00:31:45: Warum?

00:31:47: Ja weil wenn man damals auf dem Piano Fort den Kniepedal hatte da kann man einfach nicht so virtuos damit umgehen.

00:31:53: dann auch zum Beispiel wenn man auf einem Klavikort auf einmal spielt das Er fordert so viel Präzision im Anschlag, weil wenn ich zu schnell anschlage kommt kein Klang raus.

00:32:03: Wenn nicht zu langsam Anschlage kommt kein klang

00:32:05: raus.".

00:32:06: Das heißt das verfeignert die Ohren und das Gefühl für die Anschlagsvielfalt, die man auf einem Instrument nachher gebrauchen kann.

00:32:20: Und das war für mich einer der interessantesten Unterrichter, die ich eigentlich hatte.

00:32:27: Es hat meine Technik wahnsinnig weitergebracht, weil es nicht nur Theorie ist und das öffnet natürlich die Ohren.

00:32:38: Aber du spielst nicht regelmäßig oder konzentrierst nicht auf historischen Instrumenten oder auf Nachbauten?

00:32:45: Nein also ich mache das ganz gerne für mich privats aber ich fühle mich nicht auf der Höhe um Konzerten zu machen.

00:32:53: Also das ist etwas, also man muss sich dann diese historischen Aufführungspraxis insgesamt widmen und kann nicht so einfach hin zwischen den Instrumenten wechseln?

00:33:02: Doch, das denke ich schon!

00:33:03: Man kann es schon wechselnen, aber ich glaube dafür bräuchte man viel mehr Zeit und es ist auch ein anderes Repertoire.

00:33:10: Ich spiele ja viel, zwanzig Jahrhunderts, einundzwanzig jahrhundert, da macht es wenig Sinn eigentlich.

00:33:16: Aber gerade wenn man so barock spielt, aber auch nachher Klassik und so finde einfach sich damit auseinanderzusetzen, wie es eigentlich klang und versuchen das irgendwie aufs heutige Instrument dann zu rüberzubringen.

00:33:35: Es hat ja mit der Ästhetik zu tun – mit dem Klangvolumen teilweise, mit dem Anschlag.

00:33:42: Und man soll sich nicht von den Möglichkeiten, die einen modernen Flügel heute bieten... Also das ist ja toll dass man das hat aber Man muss schon ein Wissen haben von wie es vorher war.

00:33:56: Könnte man sagen, das werden wir gleich auch noch mal hören.

00:33:59: die neue Musik, sagen wir Musik des zwanzigsten und eineszwanzigstem Jahrhunderts, die du spielst ja auch häufig auf das Geräuschhafte der Musik und nicht reine, auf das Unreine könnte man sagen abzieht.

00:34:15: Das ist eigentlich etwas ähnliches wie zum Beispiel wenn man das Hammerklavier hört Das würdest du so sagen.

00:34:22: Ja, also ich finde sowieso... Also ich seid wirklich von Kindesalter an war ich sehr fasziniert von der Musik des zwanzigsten Jahrhunderts und als Kind, ich mochte Bartok viel, viel lieber als Schuppa Und auch noch heute, also Ich finde die Vielfalt, die wir gerade Anfang des zwanzigste Jahrhunderte haben mit dieser Sprengung der Harmonik das find' ich einfach so spannend und die verschiedenen Kompositionswege sich damit eröffnen.

00:34:49: Aber im Allgemeinen finde ich das spannend, dass in Relation zu setzen auch die neue Musik, die ich heute spiele mit dem was vorher war.

00:34:56: Weil Leute denken, neue Musik ist irgendwie krach und kommt von irgendwo.

00:35:00: aber das stimmt ja nicht.

00:35:01: also gute Musik kommt von irgendwohin.

00:35:03: ein guter Komponist entscheidet sich aktiv für oder gegen eine Tradition und Das fällt nicht einfach vom Himmel.

00:35:11: da gibt es ja einen Ein intellektueller Prozess der ihnen dazu führt das so zu schreiben und das finde ich sehr spannend.

00:35:18: Jetzt

00:35:18: hast du die Musik des frühen, zwanzigsten Jahrhunderts erwähnt.

00:35:21: Wollen wir mal Debussy hören aus dem Image?

00:35:24: Die Riffle d'en Loh?

00:35:25: Sehr

00:35:26: gerne!

00:37:41: Warum geht es denn da?

00:37:43: Ja, Rifflé D'En Loh, halt die Schatten oder der Sonnenschein, der sich auf den Wasser widerspiegelt und das ist so spannend gerade im Impressionismus wie die Komponisten versuchen... Klaviertechnik, also das hat ja was ... Klavier hat etwas sehr Perkussives.

00:38:05: Der Anschlag ist percussiv und dass man das wie verflüssigt.

00:38:12: Ja?

00:38:14: Wie ist das mit den ... Wie ist es mit den Harmonien?

00:38:17: Also ... Das Stück is' unklassisch viele... Also ich erinnere mich an auch als ich zum ersten Mal solche Dinge gehört habe.

00:38:26: Man kann nicht zugreifen irgendwie Ist das das impressionistische, was du gerade ...

00:38:31: Ja, also das impressionistische gerade bei Debussy ist natürlich die Sixth Ajouté.

00:38:35: Dass man bei jedem Akkord eigentlich noch eine Sechste dazu macht und deswegen hat man dann immer diese Sekunde, die eine leichte Dissonanz gibt was ja auch nachher im Jazz sehr viel benutzt wird Und dann auch gerade Debussy viel mit der Pentatonik gespielt.

00:38:59: Das kommt ja dann zu diesem Zeitpunkt auch, mit der Weltaufstellung und seinen... Er hat den Gammelern entdeckt was natürlich für ihn seine Klangwelt sehr erweitert hat.

00:39:13: Und das ist gerade im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts so spannend.

00:39:18: weil die Welt sich etwas öffnet kriegt man dadurch so viele neue Eindrücke aus anderen Welten und das gibt einen wahnsinnigen Reichtum in der Musik eigentlich, in der klassischen Musik.

00:39:34: Und dann was zum Beispiel bei Debussy auch sehr spannend ist... Die Idee des Bildhaften ist ja bei Debussy sehr stark.

00:39:42: Und zum Beispiel, bei seinen Prelyden die Titel stehen ja nicht vorne, die Tinten stehen hinten in der Partitur.

00:39:48: Das heißt man soll es hören und sich einen Titel vorstellen.

00:39:52: Und dann zum Schluss der Partiture steht dann wieder Stück.

00:39:56: eigentlich heißt Es ist nicht mehr wie klassisch Titel-Partiturnoteln.

00:40:04: Wie fühlt sich das an zu spielen?

00:40:05: Gibt es da technisch andere Herausforderungen, als sagen wir bei einer Beethoven-Sonate?

00:40:10: Ja absolut.

00:40:13: Der Unterschied – man kann grob sagen französische Musik, also impressionistische Musik ist doch sehr oft virtuos aber sehr leicht und da muss man vielen Positionen spielen.

00:40:28: Das heißt dass man wirklich schon mehrere Töne greift dass man wirklich nur sehr leicht mit den Fingern anschlägt und dann weiter diese Position denkt.

00:40:42: Ich würde so sagen Beethoven ist griffiger, da braucht man auch ein bisschen mehr.

00:40:48: gerade der spette Beethoven.

00:40:50: Der frühe Beethoven ist ja noch sehr wie Haydn.

00:40:52: das muss man schon... Da gibt es einen deutlichen Unterschied.

00:40:56: Das ist grifiger, das sind ja auch vielmehr volle Akkorde.

00:41:03: Es ist weniger linear geschrieben, es ist weniger horizontal.

00:41:09: Impressionistische Musik ist ja sehr horizontal geschrieben.

00:41:13: Viele Linien sind sehr linear.

00:41:17: Beethoven ist da schon mehr nach Akkorden denkend.

00:41:25: Ist es der Klang, der dich an dieser Musik so reizt?

00:41:27: Du hattest gesagt als Kind schon.

00:41:29: Hattest du Bar Talk eine Zeit lang lieber als Schupper?

00:41:32: Woher kommt das?

00:41:34: Ich glaube, dass hat auch mit dem mit der Hörerfahrung zu tun also bei uns Zuhause wurde eigentlich sehr viel auch neue Musik gespielt und gehört Und das heißt für mich ist war das immer Musik die die ich mochte.

00:41:49: Ich denke sowieso, Kleinkinder haben noch nicht diese Idee der Ästhetik dass Chopin schön ist und Bartok und Schönberg bizach Und ich glaube das haben meine Eltern.

00:41:59: Diese Offenheit haben meine Eltern sehr gepflegt.

00:42:02: Ich wurde als Kind auch viel mit in Konzerte genommen schon sehr sehr früh und ich würde wie soll ich sagen allen ist Dettingen ausgesetzt und das wurde dann auch gefördert, dass man sagt was man mag.

00:42:20: Das wurde dann zu Hause gehört und viel gespielt.

00:42:25: Wir hatten ja auch zu Hause Komponisten die ein- und ausgingen.

00:42:31: Ich glaube es gibt eine Offenheit... ihm hören.

00:42:34: Und wir waren auch große, also wir sind vielen in Museen gegangen, vielen moderne neue Kunst und ich glaube dass das irgendwie diese Neugierde macht, dass man neugierig auf allem ist und sich nicht nur so auf altbewertes stützt.

00:42:51: Also ich mag gerne auch noch heute.

00:42:54: Ich gehe gerne in, ich muss nicht verstehen was ich sehe oder was ich höre.

00:42:58: Ich kann mich...ich bin einfach neugierig und ich möchte es verstehen.

00:43:01: Und das darf mir auch nicht gefallen.

00:43:03: aber dieser Prozess etwas Neues zu erfahren macht mir sehr viel Freude.

00:43:09: Das ist auch in der Musik so für mich.

00:43:12: Deswegen liebe ich im Jahrhundert und auch einfach neue Werke die für mich geschrieben sind.

00:43:18: Ich finde es einfach spannend etwas Neues zu entdecken und mich dann damit auseinandersetzen zu müssen.

00:43:26: Ich hatte in der Anmoderation gesagt, du hast diese Auftragskomposition von Wolfgang Griem aufgeführt.

00:43:33: Kannst du erzählen wie das funktioniert?

00:43:36: Wie das war?

00:43:36: Was ist das für ein Stück?

00:43:38: Es gibt es leider nicht öffentlich irgendwo die

00:43:41: Letzten

00:43:41: oder so zum Anhören...

00:43:43: Also das war schon sehr spezifisch weil wenn man also ich kann mich noch an dieser In der Philharmonie, mit damals das war Bernhard Grünter.

00:43:53: Der Dramaturg an der Philarmonie der mir sagte wen möchtest du haben?

00:43:57: Also wer soll für dich schreiben?

00:44:01: Kann doch nicht sein.

00:44:02: und dann sind so ein paar Namen hin und her gegangen.

00:44:05: Und dann gab es erst mal als jüngeren Komponisten, weil ich wollte eigentlich gerne zwei Kompонisten haben und Bernhard Günther damals auch der Leiter der Rainy Dates war natürlich auch da sehr dafür und er ist ja heute bei Wien modern.

00:44:21: also das ist der Intendant von Wien Modern.

00:44:24: hatte ich dann Denis Chouletch als jungen Komponentin und dann sagt er Ja und wie wäre's wenn ich Wolfgang Riem frage?

00:44:32: Warum nicht?

00:44:33: Ich habe da nichts dagegen.

00:44:36: Aber der war schon ein riesen Respekt, der Austausch ging nur über Briefe, das hatte ich auch noch nie.

00:44:45: und dann kam ... Ich glaube es war Universal-Edition.

00:44:50: Ja er war bei Universal-Edition und das musste erst mal gesetzt werden und die Partitur kam nicht und kam nicht.

00:44:58: Und ich hatte das Datum wo ich es spielen sollte.

00:45:01: Das war Mitte Januar und ich glaube, ich habe die Partitur am XXIII.

00:45:05: Dezember gekommen und ich habe ihn ganz ehrlich verflucht weil ich glaube an Weihnachten fünf Stunden Briemen geübt habe.

00:45:14: Weil ich hab dann die Partiture gesehen.

00:45:17: Sie ist Tokata Capriciosa mit einem schönen Brief.

00:45:21: Es ist etwas schwer geworden aber sie sind eine gute Pianisten, sie machen das!

00:45:26: Und das Ding war wirklich so schwer.

00:45:31: Es war ein bisschen ein Pasticcio von allen großen Klavierrepertorystücken, die man hat und Techniken.

00:45:40: Und es war schon fies!

00:45:43: Aber wenn man's dann gelernt hat, hat das Spaß gemacht.

00:45:47: zum Spielen.

00:45:48: In den drei Wochen haben wir gereicht?

00:45:50: Ja,

00:45:51: ich hatte eine Wahl.

00:45:53: Also das ist ja so eine Sache.

00:45:56: Wenn ich weiß, dass es spielen muss, dann kann ich nicht drei Tage vorher anrufen und sagen tut mir leid, die schaffst du doch nicht!

00:46:01: Das kann ich auch nicht bringen – das geht nicht.

00:46:04: Und dann musste ich einfach so üben, dass das funktioniert.

00:46:08: Und wo hast du's zum ersten Mal aufgeführt?

00:46:11: Das erste mal war in Luxemburg und dann sofort zwei Tage danach in Hamburg in der Leitzeile.

00:46:20: Und dann hast du noch nachgeübt?

00:46:23: Ja, das habe ich viel geübt.

00:46:30: Wenn man das in drei Wochen lernt, hat man so viele Adrenalin und manchmal ist es einfach schön wenn man länger hat weil es gibt... Amy Gillis, was ein Pianistin ist, den ich sehr bewundere.

00:46:43: Er hat immer gesagt, damit man einen Stück kennt muss man es dreimal lernen und ich glaube, es gibt diesen ersten Wurf wo man das lernt und dann kann man das und dann ist es gut, etwas liegen zu lassen und noch mal lernen und vielleicht Jahre später nochmal aufzunehmen und dann hat man das komplett verinnerlicht.

00:47:01: Und wenn man das so in ein bisschen wie soll ich sagen ... im Kampf lernt, das ist schon.

00:47:09: ich glaube da ist man nicht entspannt.

00:47:12: Aber hier ging es eigentlich gut weil das Stück war nicht entspannend.

00:47:16: Das heißt dass funktionierte dann.

00:47:18: aber ich bin sicher... Ich hätte mich gefreut drei Monate länger zu haben und es vielleicht zwei Tage liegen zu lassen drei Tage um wiederzukommen aber das ist halt nun mal nicht der Fall gewesen.

00:47:32: Ist das eine verbotene Frage oder darf ich fragen, ob du dich in einem Stück mal verspiegelt hast?

00:47:37: Ja bestimmt.

00:47:38: Also ich habe mich bestimmt verspielt und es würde mich wundern wenn nicht... also ich glaube jeder spielt sich mal hier mal da.

00:47:49: Das gehört dazu.

00:47:50: Und es geht ja nicht drum sich nicht zu verspielen.

00:47:52: Es geht darum wie man sich wieder herauszieht aus den schwierigen Momenten.

00:47:57: Wie ist das denn?

00:48:01: Ich stelle mir das schrecklich vor, wenn man so richtig daneben greift oder kommst du dann raus?

00:48:07: Aber dafür übt man ja.

00:48:09: Man übt ja damit man Automatisierungen hat.

00:48:11: wo dann wenn man einmal also einen Aussetzer hat oder irgendwie sich wer spielt, man wirklich das wie soll ich sagen man automatisch irgendwie weitermacht.

00:48:24: Das ist ja dafür weswegen man eigentlich übt.

00:48:28: Und man muss ja auch, man muss sich vorstellen wenn man Konzerte spielt.

00:48:32: Manchmal hat man eine schlechte Reise gehabt, man hat schlecht gegessen der Flug war blöd und man muss spielen ob man Lust hat oder nicht und sein Bestes geben.

00:48:44: und dafür muss man einfach viel üben damit man immer so mindestens Niveau halten kann egal wie müde, schlecht gelaunt nicht in bester Form man sich fühlt.

00:48:57: Das interessiert die Leute ja nicht.

00:48:59: Die sitzen da, die wollen einen schönen Abend haben, die haben für Karten bezahlt und möchten, dass man einfach ihnen einen schöner Abend oder eine schöne Matinee irgendwie anbietet.

00:49:11: Und das ist man ihnen ja auch schuldig.

00:49:14: aber... Aber es ist ja naiv zu denken, dass wir jeden Morgen aufstehen und sagen heute habe ich wahnsinnig Bock!

00:49:24: Das ist ja nicht das richtige Leben.

00:49:26: Gibt es das denn, dass du was spielst und auf so eine ganz besonders schwierige Stelle zuspielst?

00:49:32: Und dann im Hintergrund schon so dieses wow jetzt komme ich an die Stelle hoffentlich geklappt hast.

00:49:36: Dass das so kommt.

00:49:37: Octav Passage und Rachmaninoff hat sie nicht erwähnt.

00:49:40: bisher aber...

00:49:42: Das habe ich nicht mehr!

00:49:42: Das hatte ich sehr lange.

00:49:44: Aber das ist nicht hilfreich.

00:49:50: Also wenn ich weiß, dass das Ding kommt... Das ist nicht hilfreich.

00:49:53: Nein!

00:49:54: Dafür übt man einfach sehr viel damit man nicht denkt oh nein, oh nein.

00:49:58: Weil das hat ja mit schlechten Gewissen zu tun, dass man nicht genug vorbereitet ist.

00:50:03: Aber es gibt auch diese mythischen Geschichten von Pianisten wie Trophenhammer und Klavier Sonate der Anfang linker Hand.

00:50:11: Man muss jetzt mit der linken Hand spielen so ein Riesensprung.

00:50:13: Da sagst du, wenn du das spielen müsstest, wärst du nicht nervös.

00:50:18: was diesen Sprung betrifft?

00:50:20: Nein, wenn ich genug geübt habe nicht.

00:50:23: Also es gibt da eine schöne Anekdote.

00:50:25: Ich habe ja ganz Janacek aufgenommen und das ist die Sonate.

00:50:29: Der letzte Satz ist der Tod.

00:50:31: Und die vorletzte Seite, das sind Sprünge wie bei der Hammerklavier aber eine Seite lang.

00:50:35: Da dumm, da dumm... Und ich saß in Viersole beim Leroy.

00:50:40: Wie mache ich das?

00:50:41: Also diese Sonate ist sehr ... Intensiv und wie gesagt ist die Vorahnung der Tod.

00:50:48: Ich glaube das ist ja schon, da versteht man worum es geht.

00:50:53: Und ich hatte so Angst mich zu verspielen und ich schaue Lukisinian und sage Wie soll ich das machen?

00:50:57: Und er schaut mich an und sagt Nervous no fun!

00:51:03: Es stimmt schon wenn man einfach sagt Ja es kann halt schief gehen.

00:51:06: Das zahlt dann so.

00:51:08: Dann nimmt man sich den Druck raus und dann funktioniert es eigentlich gut weil diese Musik funktioniert auch.

00:51:13: also dass ist ja gewollt Der hat ja diesen Stress quasi reingeschrieben und der Tod soll auch kein Spaziergang sein.

00:51:22: Das heißt, man muss sich da irgendwie so vorbereitet sein, dass man denkt, gut wenn es dann halt schief läuft, dann war's halt so.

00:51:33: Kann man sagen, dass extreme Schwierigkeit und Vittrosität die Intensität steigern der Musik?

00:51:41: Absolut nicht!

00:51:44: Ich glaube das schwierigste überhaupt ist sehr leise, sehr wenige Noten spielen und dass da der Klang absolut richtig ist.

00:51:57: Dass man da die Spannung hält, dass man die Absolute Kontrolle über die Tastatur hat.

00:52:04: Das ist das was schwierig ist.

00:52:06: Viele Noten sehr schnell, sehr laut, das ist etwas was beeindruckt.

00:52:09: aber das kann jeder der übt.

00:52:13: Aber leise spielen, langsam – das ist schwierig.

00:52:16: Weil da muss man etwas sagen und selbst Intensität haben in der Interpretation.

00:52:21: Und meine Lehrer sagten immer wenn du ein schlechtes Instrument hast, spiel laut und schnell!

00:52:27: Dann merkst niemanden.

00:52:29: Das war jetzt eine klare Aussage, aber ich täusche mich, dass das die Aussage einer Pianistin ist, die sehr intellektuell ist und sich der Musik des fanzigsten Jahrhunderts verschrieben hat.

00:52:38: Also so ein Rachmaninoff- und Tchaikovski-Klavierkonzert mit so donnernden Paralleloktaven möchtest du nicht mal spielen?

00:52:46: Also Rachmagninoff auf keinen Fall ... wenn ich ganz ehrlich bin... Ich mag Rachmanginoff eigentlich nicht!

00:52:53: Ja ja, ich weiß.

00:52:55: Also meine Hand ist zu klein, um es zu spielen.

00:52:57: Damit hatte ich die Sache sowieso erledigt.

00:53:00: Ich habe natürlich das zweite Konzert gelernt weil das irgendwie so ein Mast So diese sehr hoch emotive Musik.

00:53:12: Das ist einfach nicht mein Ding.

00:53:13: Manchmal also es gibt fantastische Pianisten, die das toll spielen und dann macht das auch Spaß.

00:53:18: Aber ich finde es auch sehr oft wahnsinnig kitschig Und irgendwie zu viel, das ist einfach kein Ding.

00:53:22: Tchaikovsky war etwas anderes Das erste Konzert und auch das zweite.

00:53:27: Und die Soloklaviermusik ist wunderschönes, aber im Allgemeinen ja ich bin jetzt nicht so für diese hoch bravouröse Musik.

00:53:38: Das ist nicht unbedingt meine Sache.

00:53:39: Manchmal mag ich das sehr gerne zu hören.

00:53:43: Ich glaube als ich fünfzehn- sechzehn war hat es mir auch sehr viel Spaß gemacht weil da muss man zeigen dass man irgendwie schnell spielen kann Aber mittlerweile Nicht das, was mich interessiert.

00:53:53: Also ich bin schon sehr an diesem intellektuellen Prozess

00:53:55: interessiert.".

00:53:56: Jetzt hast du gerade gesagt deine Hand ist zu klein glaube ich.

00:54:01: Hast du wirklich so gesagt für dieses Rachmaninoff-Gedonner?

00:54:05: Welche Rolle spielt die Größe und die Form der Hand fürs Klavier

00:54:09: spielen?".

00:54:12: Ich kann nur Okta begreifen.

00:54:15: vielleicht eine None drüber geht einfach nicht.

00:54:18: Das heißt, ja Rachmaninoff was sehr groß ist.

00:54:21: zum Beispiel nehmen wir das zweite Klavierkonzert am Anfang das sind die Ziemen.

00:54:25: das kann ich nicht greifen.

00:54:26: das heißt ich möchte ständig appagieren und dass es dann quatsch.

00:54:30: also Ich habe da Kollegen, die haben eine viel größere Hand.

00:54:33: Die können das einfach plakativ spielen.

00:54:36: Das ist so wie es geschrieben wurde.

00:54:37: Rachmaninoff war ein sehr großer Mann der ne Riesenhand hatte.

00:54:40: Ja.

00:54:41: Das...das ist einfach physiologisches.

00:54:43: Das einfach mir nicht entsprechend und damit hat sich die Sache erledigt.

00:54:48: Und ich finde auch wir haben ja so viele Repertoire im Allgemeinen.

00:54:50: warum soll ich mich dann an irgendetwas da festklammern?

00:54:54: Wo ich mich äh wo ich mir so viele Schwierigkeiten bereite und es klingt auch noch schlecht also das macht ja keinen Sinn.

00:55:02: Und dann ist es dann auch sowieso ästhetisch.

00:55:04: nicht die Musik, die mir jetzt wahnsinnig Spaß macht.

00:55:07: Das heißt damit... Aber sogar Brahms Solo Klaviermusik ist.

00:55:12: das Geht, aber es ist hart an der Grenze von dem was ich greifen kann.

00:55:17: Ist das ein geschlechter Aspekt in der Musik?

00:55:19: Also im Durchschnitt haben Frauen kleinere Hände als Männer.

00:55:24: Bestimmt!

00:55:25: Was ja sehr wichtig ist wie weit man sie auseinander ziehen kann.

00:55:29: Ich kann wirklich große Intervalle greifen, aber mein kleiner Finger ist halt einfach wirklich klein.

00:55:37: Das heißt ein Zentimeter länger wäre schon gut, aber das hat nicht der Fall!

00:55:43: Ja und wahrscheinlich also Männer haben wahrscheinlich größere Hände... Aber ich finde es jetzt eigentlich nicht so wichtig.

00:55:52: Also ich hatte nie das Gefühl dass sich Sachen nicht spielen konnte wegen meiner Hand.

00:55:59: Ja, ich kann Anton Rubinstein Edgünen nicht spielen weil das sind dann so ... Das sind Dezimen die halt aber finde ich das schlimm.

00:56:09: Also man liest manchmal dass die Verletzungsgefahr größer ist bei kleinen Händen wenn die kleinen Hände sich stark strecken müssen oder?

00:56:16: Ja aber das übt man ja auch als Kind dieses Strecken.

00:56:20: dafür macht man ja Auch Oktaven und Akkorden greifen.

00:56:26: Ich glaub, die Verletzung gefahr ist größer wenn man ständig etwas spielt was eigentlich von der Physionomie einem nicht entspricht und dann wird man verspannt.

00:56:36: Und dann kommen halt alles was Sehnenentzündungen so sind.

00:56:42: aber das hat dann eigentlich mit der falschen Technik des Spiels zu tun.

00:56:50: Hast du dich schon mal verletzt oder musstest du schon mal aussetzen aus Gesundheitsgründen?

00:56:58: nicht weil ich mich verletzt habe beim Spielen, das ist mir Gott sei Dank nie passiert.

00:57:05: Ich habe aber irgendwann es.

00:57:07: mir wurde mir bewusst dass mein Körper irgendwie dazugehört und sich da irgendwie mehr damit auseinandersetzen muss.

00:57:15: Das heißt ich hab dann angefangen auch relativ viel Alexander Technik zu machen um einfach diese Wahrnehmung des Körpers zu haben.

00:57:23: Und ich habe auch dann dadurch meine Sitzposition beim Spielen geändert, weil ich russische Schule immer sehr tief saß und ich merkte dass ich ständig mich so sehr streckte und dadurch viel Spannung im Körper hatte und dann irgendwann merkte also ich hatte keine Schulterprobleme aber die Schultern waren irgendwie so... Ich fühlte das ist irgendwie nicht so gut.

00:57:44: Und dann habe ich angefangen, mich viel höher zu setzen und seitdem hab' ich das eigentlich nicht mehr.

00:57:50: Ich merke auch sobald ich etwas spiele wo ich sehr viel Klang haben muss wegen der Prosezion sitze ich eigentlich ziemlich hoch weil da kann ich mir mit der Schwerkraft einverarbeiten und bin dann nicht müde.

00:58:05: Also Blut auf der Tastatur hattest du noch nicht?

00:58:08: Nein!

00:58:09: Ob ich gehört oder gelesen.

00:58:11: Wie ist das mit den Fingernägeln?

00:58:13: Also es gibt ja zum Beispiel Alfred Brändel als Beispiel, der sich die Finger so zugepflastert hat.

00:58:19: Ja!

00:58:20: Mit Leukoplast und Hansa-Plasten.

00:58:21: Die beiden Marken empfiehlt er.

00:58:24: Und da ging's um die Fingernegeln.

00:58:26: Kannst du das nachvollziehen?

00:58:26: Ist das bei dir auch ein Problem?

00:58:28: Man merkt schon manchmal wenn man viel übt also dass die Haut etwas abgeht... Hauptsächlich im Winter, wenn die sowieso schon etwas trockener sind und die Fingernägel sind sowieso ziemlich kurz.

00:58:39: Also es gibt keine Maniküre.

00:58:44: Aber das ist alles bis jetzt eigentlich immer sehr glimpflich verlaufen.

00:58:49: Keine abgelösten Nägel, dass da so diese...

00:58:51: Nein, nein.

00:58:52: Okay aber das passiert oder?

00:58:54: Anderen hoffentlich nur.

00:58:55: Ich hab's noch nicht gesehen!

00:58:57: Also ich habe's nur bei Brendel gesehen, aber sonst nicht.

00:59:04: Ich habe mich gefragt, man sieht ja mittlerweile bei Sportlerinnen und in vielen anderen Kontexten.

00:59:12: Und auch zunehmend beim Männern farbigen Nagellack – bei Pianistinnen sieht man das fast nie!

00:59:18: Hat das ein Grund?

00:59:19: Also ich persönlich finde dass wenn ich Nagellaq habe mein Anschlag sich verändert um die Finger schwerer zu sehen.

00:59:29: Das war meine Vermutung, das ist irgendwie ein Einfluss des Nagellacks auf das Spiel.

00:59:33: Ja also ich finde schon... Ich kenne auch kaum Pianisten die Nagel Lack haben.

00:59:41: Ich verbiete es eigentlich auch meinen Schülern an!

00:59:44: Nein, also ich find' es verändert wirklich den Anschlag.

00:59:50: Vielleicht bin ich da hoch sensibel drauf?

00:59:55: Ja, für mich verändert es den Anschlag und die Kontrolle, die ich von der Tastatur habe.

01:00:02: Du meinst aufgrund des Gewichts?

01:00:03: Wie wiegt denn so ein Lack pro Fingernadel?

01:00:05: Ich

01:00:05: weiß nicht, aber das ist natürlich dann dadurch auch eine andere Härte!

01:00:08: Ich hätte gedacht, dass das Lösungsmittel ein Problem ist.

01:00:11: Dass es irgendwie Einfluss hat auf die Feuchtigkeit oder den Fettgehalt der Haut?

01:00:17: Ich habe mich

01:00:17: noch nie so wahnsinnig damit auseinander gesagt und ich ganz ehrlich bin.

01:00:20: Aber ja, es nervt mich und ich mag's auch sowieso nicht.

01:00:23: Das heißt, damit hat sich die Sache sowieso erledigt aber... Ja, ich hab' das Gefühl, das ist härter.

01:00:29: Dadurch habe ich weniger Kontrolle und im Allgemeinen nervte ich mich jetzt auch noch meine Fingernägel zu machen.

01:00:35: Das

01:00:37: kann man ja üben in der

01:00:38: Zeit.

01:00:39: Wie ist das mit dem Fettgehalt der Haut?

01:00:42: Wenn man sich die Finger mit Seife wäscht, merkt man manchmal, dass es so trocken ist und dann merken wir auch, dass irgendwie der Zugriff ganz anders ist.

01:00:50: Man merkt wenn man schwitzt!

01:00:52: weil dann wird's rutschig, aber sonst nicht.

01:00:55: Und es ist natürlich bei den Flügeln die Elfenbein-Tasten hatten war das natürlich besser, weil das hat das aufgesogen.

01:01:01: Deswegen gab's da auch welche, die so schöne gelbe Tasten hatten, weil die ein bisschen Viehschweiß abgesogen hatten.

01:01:07: Aber sonst nein, das ist eigentlich alles relativ unkompliziert.

01:01:12: Spielt sich auf elfenbeinen besser als auf Kunststoff?

01:01:17: Also ich finde es schon sehr angenehm, aber das ist etwas was man eigentlich nicht mehr so hat.

01:01:22: Es gibt doch glaube ich historisches Elfenbein also so Mammutelfenbein, dass noch auf den Markt kommt und auch noch gehandelt werden darf oder?

01:01:29: Gibt es noch Hersteller die das machen?

01:01:31: Ich glaube nicht.

01:01:33: Es gibts jetzt so Elfen beim Nachbau was relativ gut ist...

01:01:39: Das Knochen oder was ist das?

01:01:41: Oder Kunststoff auch!

01:01:42: Ja, das ist Kunststoff.

01:01:45: Ich hatte meinen Flügel, ich hab vor zwei Jahren mich von meinem Flügeln getrennt, den ich gekauft habe als ich sechzehn war und da waren auch richtige Alpen bei dort.

01:01:53: Das hat mich ein bisschen traurig gemacht, dass ich ihn dann abgegeben habe.

01:01:57: aber ja es ist griffiger auf eine gewisse Art und Weise weil er ist Porek,

01:02:04: d.h.,

01:02:04: es ist grilliger und schon sehr angenehm.

01:02:07: Aber das ist einfach nicht mehr das was man heute hat

01:02:09: Und die Tasten werden auch spürbar abgespielt, oder mit der Zeit?

01:02:13: Nein das nicht so.

01:02:15: Oder dann muss wirklich sehr viel drauf gespielt worden sein oder sie sind wirklich alt aber man merkt einfach es ist poriger und das ist angenehm weil man das Gefühl hat dass man ja mehr Kontakt zur Taste hat.

01:02:29: Wir hatten vorhin schon über Steinway gesprochen und du bist glaube ich auch Steinway ... Künstlerin, ich will nicht sagen Markenbotschafterin.

01:02:38: Aber es gibt auch Aufnahmen im Netz mit dir, wo du vor anderem klavierst selbst.

01:02:44: Fasioli

01:02:45: Blütner

01:02:47: Steinway ist der Marktführer glaube ich bei Pianistinnen und Pianisten aber ... ... gibt's auch andere gute Marken die du mal gerne spielst.

01:02:55: oder sagst du manchmal ... ... möchte ich auch mal auf dem Bösendorfer spielen?

01:03:00: zur Alternative?

01:03:01: Ja also es gibt schon sehr... Es gibt schon sehr, sehr gute andere Klavierreise.

01:03:07: Zum Beispiel Fazioli sind tolle Instrumente die auch wirklich eine schöne Klangfarbe haben.

01:03:14: Bösendorfer war nie so mein Ding.

01:03:17: Ich glaube das ist aber auch repertoire bezogen weil Bösendoffer einen dunkleren Klang hat und auch ne etwas lahmere Mechanik was natürlich wenn man viel Zanzis Jahrhundert spielt französische Musik passt es irgendwie nicht so.

01:03:33: Aber ja, also Steinway ist für mich das Instrument was am vielseitigsten ist und wo man wirklich alles darauf spielen kann.

01:03:47: Und was so diese gute Balance hat zwischen wahnsinnig großer Farbigkeit und Klangvielfalt und einfach toller Mechanik.

01:03:56: Und sind die alle sehr ähnlich?

01:03:57: Also du kommst nach Wien in den Konzertverein hast du schon mal gespielt.

01:04:00: Ist dann da der Steinway so wie Du ihn erwartest Wenn da ein Steinwisch steht, ich weiß nicht ob der jetzt einen Steinwish.

01:04:07: Ja also da gibt es eine schöne Geschichte dazu.

01:04:10: als ich die Musikvereine gespielt habe.

01:04:12: Da hatte ich die ganze Belegschaft von Bösen davor stehen und ich durfte aussuchen auf welchen Flügel ich hätte.

01:04:18: Nur hab' ich ein komplett französisches Programm gespielt oder ich sag's tut mir leid.

01:04:24: Also, es war mir schon sehr peinlich.

01:04:26: Aber ich wusste nicht einfach wie Ramon und Ravel und Dütil auf einem Bösendorfer spielen.

01:04:33: Das hätte mir das Leben sehr erschwert!

01:04:37: Nein, das ist schon sehr spannend... Jeder Flügel ist komplett anders.

01:04:41: Und das ist auch, also ich war jetzt in Hamburg um Flüge auszusuchen und dann kommt man ja in diese Halle unterstehen, dann reist sich B's, fünfzehn Ars und so... ...und man spielt die durch.

01:04:52: Die haben schon alle ihren eigenen Charakter aber sie haben natürlich so Grundcharakteristiker, die ähnlich sind.

01:05:01: Also die Mechanik ist schon sehr ähnlich.

01:05:05: Der Klang ist auch ähnlich und doch sind die da in der Farblichkeit schon sehr differenziert.

01:05:12: Und was hast du dir jetzt für einen Flügel neu angeschafft?

01:05:15: Steinway.

01:05:15: In Steinway, wie lange ist er?

01:05:18: B das ist zwei Meter elf

01:05:21: und die Steinway werden in Deutschland oder den USA hergestellt?

01:05:25: Ja,

01:05:26: in Hamburg.

01:05:28: Das ist eine aus Hamburg ja.

01:05:31: Okay und hast du noch andere Instrumente zu Hause hattest du vorhin erwähnt?

01:05:35: Ja, also ich hab noch ein normales Klavier zu Hause mit einem Silent System was sich aber nie benutze.

01:05:43: Aber das kommt auch von der Zeit als ich in einer Wohnung war.

01:05:47: könnte das schon interessant sein weil man spät abends üben wollte und dann bei meinem Elternhaus steht noch ein anderes Steinway A und so ein alter Petrov, ein altes Petrovkavir auf dem ich angefangen habe.

01:06:06: Ich würde vorschlagen, dass wir noch mal was hören.

01:06:11: Wollen wir mal etwas richtig Schwieriges hören?

01:06:14: Also ich glaube das ist die Teufelstreppe.

01:06:16: Ja.

01:06:16: Schwierig ist oder?

01:06:19: Das ist Legity aus den Etudes.

01:06:22: Aus dem zweiten Band sagt man das so.

01:06:24: Genau ja.

01:06:25: Die

01:06:25: Nummer Dreizehn.

01:06:26: Stimmt das?

01:06:27: Äh ja Liskreditival ist Nummer Dreizehn.

01:08:03: Hört sich wahnsinnig schwer an ist es auch oder?

01:08:05: Ja es ist nicht einfach.

01:08:06: ja!

01:08:10: Ist das geschnitten?

01:08:12: Ja und ich kann auch dazu sagen, dass mein Tonmeister mich zutiefst verflucht hat bei dieser Postproduktion.

01:08:21: Also natürlich man kann da nicht besonders viel drin schneiden weil jeder Schnitt bedeutet Haare raufen und Zähne knirchen und das funktioniert auch nicht so gut wenn man schneidet.

01:08:32: aber ja auf einer CD Produktion wird geschnitzen ja natürlich.

01:08:36: Aber versucht so lange wie möglich Passagen zu haben.

01:08:41: Also mir hat mal jemand erzählt, der einen Ertunmeister bei der Deutschen Grammophon erkannte.

01:08:46: Und das war eine Skandalgeschichte so wie er es erzählte, dass eine der Superintüden von Polini die unter einer Minute dauert, vierundzwanzigmal geschnitten ist.

01:08:56: Ist das in Ordnung?

01:08:58: Wenn's gut gemacht ist warum nicht?

01:09:00: also ich... Das ist ja ne richtige Frage.

01:09:05: Mittlerweile sind wir so an Perfektionen gewohnt, dass das was in einem Konzert problemlos durchgeht funktioniert nicht mehr auf einer Aufnahme.

01:09:13: Und ich finde es schon schade wie sich da Perfktion um jeden Preis einfach vorhängig wurde.

01:09:27: Aber ja, also ich habe mich auch bei verschiedenen Aufnahmen ganz klar gegen einen Schnitt entschieden.

01:09:32: Auch wenn ich hörte dass da eine falsche Note ist weil das einfach keinen Sinn machte und weil ich diese falsche note höre.

01:09:38: aber Ich bin mir nicht sicher dass ninety-neinzig Prozent der Leute sich hören Und ich finde manchmal macht man mehr kaputt in einer musikalischen Linie Wenn man da um jeden preis alles rausschneidet.

01:09:54: Das ist schon schwierig zu entscheiden.

01:09:57: Was nehme ich in Kauf, was nehme ich nicht in Kauf?

01:10:01: Mit wem entscheidest du das?

01:10:02: Hast du dann so einen Tee, nur hast du gerade gesagt es gibt diesen Tonmeister.

01:10:06: wie diskutiert ihr das?

01:10:07: Also und es ist doch ein Dilemma oder Lämmer ist doch Fehlerfreiheit wenn man so will.

01:10:13: Idealität der Musik im Unterschied zu Live Effekt und zum Zug?

01:10:19: absolut Ja, also da ist es einfach sehr wichtig.

01:10:23: Die Aufnahme die ich bis jetzt gemacht habe war immer Tonmeister und ich nur wir beide.

01:10:28: Und dann noch um... Also sehr oft noch jemand der sich einfach um den Flügel kümmerte.

01:10:37: Deine Mutter nicht?

01:10:38: Nein!

01:10:39: Nein, die war nicht dabei.

01:10:43: Da muss man einen von dem Tonmeisters vertrauen irgendwann.

01:10:45: Weil das Problem ist auch wenn man so aufnimmt Dann nimmt man dann drei, vier Tage auf und das macht man dann so wirklich acht, neun Stunden.

01:10:53: Irgendwann hört man ... Ist alles schlecht.

01:10:55: Da findet man alles doof.

01:10:57: Acht, neune Stunden Aufnahme?

01:11:00: Ja.

01:11:01: Man spielt, man spielt, und irgendwann findet man es doof!

01:11:04: Und dann ist es einfach wichtig dass man der anderen Person vertraut wenn die sagt nein ist gut Weil ich merke ja auch, man wird dann so in einen Sog der Perfektion kommt man so rein und dann möchte ich es nochmal machen.

01:11:16: Vielleicht kriege ich das noch besser hin?

01:11:17: Und dann ist das noch perfekter und so... komplett unnütz und kontraproduktiv.

01:11:25: Und da muss man einfach der anderen Person, die auf der anderen Seite des Mikrofons sitzt vertrauen wenn sie sagt es reicht jetzt

01:11:30: aber Es kommt schon vor dass du noch in der achten stunde was spielt was besser ist als es in den ersten zweiten oder dritten war.

01:11:37: ich glaube selten.

01:11:39: Aber Was manchmal ganz gut ist wenn man komplett aufgehört hat und man sagt gut Ich mache das jetzt noch einmal so Wir haben sowieso und dann ist der druck raus und manchmal funktioniert das richtig gut.

01:11:52: Aber ich glaube, wenn man ganz ehrlich ist meistens das was in der neunten Stunde passiert könnte.

01:11:56: Man auch einfach sein lassen ja aber es hat mit dem gewissen zu tun dass man sicher ist dass man alles gegeben hat was man konnte.

01:12:04: und würdest du sagen dass das einfach ein historisches phänomen ist also dass die siebziger und achtziger jahre eine zeit waren in der man die idee hatte Ein perfektes Klavierstück, etwas virtuelles ist.

01:12:17: Also Gould Polini eine Form von Perfektion angestrebt haben die man heute gar nicht mehr sucht?

01:12:27: Nein also ich denke dass das Gould eine Perfktion angestrebert hat die natürlich phänomenal war.

01:12:33: aber da ging es auch um dieses numerische Portal was ja neu war und die Möglichkeiten ausloten die man damit hatte.

01:12:47: Aber heute finde ich das, dass man noch viel mehr diese... Also aber es ging um so eine plastische Perfektion auch.

01:12:56: Nicht nur um keine Fehler machen sondern wie ist es plastisch?

01:12:59: so gut wie es nur sein kann?

01:13:02: Weil eine Aufnahme in einem Tonstudio oder sogar in einem Konzertsaal wenn man vor dem Mikro, das alles wird doch flacher.

01:13:12: Das heißt man muss schon mehr in Extremes spielen, damit es auch wirklich zum Zuhörer gelangt.

01:13:21: Weil wenn ich nur zu Hause in meinem Sofa sitze und mir Musik anhöre bin ich in einer viel passiveren Aufnahmeform als wenn ich in einem Konzertsaal sitze.

01:13:34: Ich sehe jemandem der sich bewegt.

01:13:37: Ich seh die Emotion, die diese Person hat.

01:13:40: Und diese Sinne sind ja nicht aktiviert.

01:13:42: das heißt man muss schon mehr machen.

01:13:46: auf eine Aufnahme habe ich das Gefühl, damit man das wirklich auch rüberbringen kann.

01:13:51: Das

01:13:52: ist interessant weil man ja häufig liest dass Pianistinnen und Pianisten weniger riskant spielen in Aufnahmen, weil man Fehler vermeiden möchte und das auf der Bühne öfter was gewagt wird, was nicht vielleicht für die Ewigkeit da draußen sein soll im Netz.

01:14:08: Also ich hab das überhaupt nicht, weil ich kann es jetzt noch mal machen.

01:14:11: Ich gehe volles Risiko und wenn's nicht klappt mache dann neun Stunden lang.

01:14:16: Und für mich ist das absolute Freiheit, ich kann so weit gehen wie ich möchte und es passiert nix.

01:14:23: Aber ich bin im Allgemeinen auch auf einer Bühne habe ich mittlerweile keine Angst vor... Also es soll schon intelligent sein.

01:14:29: also ich laufe nicht, ich trashe nicht mit vollem Bewusstsein in die Mauer aber ich finde schon dass man da Risiken.

01:14:41: Also weil nur Perfektion fehlerfrei, das ist doch langweilig.

01:14:44: Das will doch niemand hören oder zumindest ich möchte das nicht hören.

01:14:47: was habe ich davon wenn ich in ein Konzert gehe oder eine Aufnahme?

01:14:51: und es war Es war irgendwie fehlerfrei.

01:14:54: Ja, super!

01:14:55: Ich bin noch nicht zu Hause und habe das so vergessen.

01:14:58: Das denke ich manchmal bei den Polini-Etyden zum Beispiel, dass die gealt hat sind.

01:15:03: Dass man dieses Ideal heute vielleicht gar nicht mehr so

01:15:06: sucht... Die sind gealtet und trotzdem sind sie Referenz weil die sind einfach so plastisch phänomenal.

01:15:14: Also jetzt auch meinen Schülern wenn wir Etyden hören von Chopin Polini bleibt eine Referenz, weil es ist ne Referenz die ästhetisch unantastbar ist.

01:15:26: Weil sie so fast objektiv ist in der Interpretation.

01:15:33: Weil es gibt natürlich – nehmen wir ich weiß nicht – Ätyden von.

01:15:37: wie sollen wir nehmen?

01:15:44: Die Schoppa-Ätyden mit Ashkenazi sind schon vielleicht Aussagekräftiger, aber die sind persönlicher.

01:15:52: Und das kann zum Beispiel ein Siebzehnjähriger der zum ersten Mal oder ein Sechzehnjährige der zum Ersten mal Chopai-Tunen spielt.

01:15:58: wenn er das nacharmt funktioniert es nicht.

01:16:01: Weil sie weil sie nicht objektiv sind in der Interpretation.

01:16:06: Also Horowitz sollen deine Schüler und Schülerin nicht hören?

01:16:09: Sonst hören aber auf keinen Fall Nachmachen.

01:16:11: Das gilt auch für Gult!

01:16:18: Gult ist Katastrophal zum Nachmachen, das funktioniert nicht.

01:16:22: Man soll auch nicht singen beim Klavier spielen?

01:16:24: Schierig!

01:16:25: Wie heißt du mit dem Staubsauger?

01:16:27: Stört dich ein Staubsauger neben dem Klavier?

01:16:28: Von Gult gibt es diese Episode, dass er diese Moos hat Fuge übt und dann kam jemand rein, hat staubgesaugt hinterher gesagt, da gibt's sogar eine Rede von ihm, also gemerkt hat, dass die Musik viel besser funktioniert wenn jemand Staubsausg nehmt im Klavier.

01:16:44: Also ich muss nicht jemand neben mir haben, der Staubzeug wenn ich übe und nein.

01:16:49: Aber ich muss schon sagen in einem Konzert oder auch wenn ich über bin ich so konzentriert dass das was rum herum passiert mich wenig beeinträchtig.

01:16:58: Aber hat es damit zu tun?

01:16:59: Dass es gar nicht in allererster Linie auf das ankommt was du hörst sondern das ist irgendwie so ein Gefühl gibt was du spielst?

01:17:07: also es wird manchmal gesagt dass Pianistinnen und Pianisten Musikern gehören, die am wenigsten sich selber hören.

01:17:16: Also den Klang, den sie produzieren und der im Publikum ankommt, stimmt das?

01:17:22: Ja, also das stimmt schon.

01:17:24: aber das muss man natürlich trainieren weil wenn man gerne einen schönen Klang und eine Klang viel herausarbeiten möchte und projizieren muss man lernen irgendwie diesen drei D-Klang zu hören und sich vorzustellen wie das in der letzten Reihe ins Konzertsaal ist erklingen wird, weil wenn ich nur laut spiele mit Kraft klingt das vielleicht bei mir hier am Flügel interessant.

01:17:51: Aber es wird wahnsinnig sperrig und aggressiv zehn, fünfzehn Reihen weiterklingen.

01:17:56: Und das muss man schon trainieren, dass man sich da irgendwie von außen nochmal hört.

01:18:00: aber wir sitzen natürlich am Instrument wie an einem Streiptisch und das ist die Schwierigkeit kriege ich irgendwie eine Verbindung zum Instrument, weil der einzige Kontaktpunkt den wir haben ist natürlich die Taste.

01:18:15: Das ist wirklich die Fingerkuppe und da muss man irgendwie eine Verbindung suchen.

01:18:22: Ja, jetzt möchte ich dich fast korrigieren.

01:18:25: Einzige Verbindung ist die Taste.

01:18:26: Ich habe mir das Stück von Kathrin Kons angesehen, Voyage mit Don Quixote und da hast du so einen Pfeileköcher umgeschnallt auf dem Rücken.

01:18:36: Da sind zwei Schlägel drin und zwischendurch stehst du auf, ziehst diese Pfeilen aus dem Köcher, beugst dich übers Klavier... Und

01:18:44: spiel im Klavier?

01:18:45: Spieze im

01:18:46: Klavier!

01:18:46: Was ist das

01:18:47: denn?!

01:18:48: Ja, das ist das was man heutzutage diese Extended Piano Techniques nennt.

01:18:52: Also ich würde sagen mit Cage fängt es hauptsächlich an wird ja auch der Flügel als nicht nur an der Taste spielend wie soll ich sagen... ausgearbeitet, sondern auch wie er klingt sonst der ganze Klangkörper.

01:19:14: Und Cage ging natürlich da sehr weit.

01:19:15: mittlerweile haben sich die Leute etwas gebändigt und man schraubt nicht mehr Schrauben in zwischen den Seiten und so weil das ist schon nicht besonders gut für Instrumente.

01:19:25: aber es macht natürlich auch Spaß da irgendwie den Innenraum des Instruments zu erkunden und damit andere Töne klänge zu erzeugen.

01:19:37: Und würdest du auch an deinen neuen Steinway-Flügeln mit Klebeband und Wäscheklammern innen rangehen?

01:19:42: Wäscheklammern nicht, Klebeband ja.

01:19:44: Ah ja

01:19:44: wirklich?!

01:19:45: Ja also Patafix!

01:19:47: Also das macht man hier nicht wie Klebebannt, es ist Patafiks dass man benutzt, das geht.

01:19:50: Du hast schon Patafigs in deinen neuen Flügel innen reingeklebt?

01:19:54: Ja auf die Seiten.

01:19:55: Aber das ist besser als die Fingerkuppe weil die Fingerkuppe hat ja Schweiß dran und das korrodiert die Seite.

01:20:03: aber Pataficks ist kein Problem.

01:20:05: Du könntest ja auch die Finger pflastern, wie brenndeln und dann mit den Pflaster... Dann

01:20:08: schwingt es nicht.

01:20:13: Also man kann auch wenn es dumm geht über Töne zu.

01:20:18: Man geht normalerweise an die Seiten, wenn man Obertönen herzeigen möchte.

01:20:22: was auch funktioniert ist dass man sie mit Kreide markiert.

01:20:30: eine Schutzschicht aus Kreide, die den Schweißapfel aufsaugt.

01:20:34: Aber das macht ein bisschen Sauerei nachher da muss man Schlaubsaugen.

01:20:38: Da ist ja wieder der Schlaupsauger!

01:20:39: Ich würde noch gerne einen Einton-Baspiel reinhören und zwar wiederum von Legity.

01:20:44: also ich habe mir den Legity jetzt wirklich in der Vorbereitung...ich bin nicht sagen schön gehört, also ich wusste schon was das für ein fantastischer Komponist ist.

01:20:51: aber Ich habe jetzt viele Dinge wieder gehört und das hat mir ja unglaublich gut gefallen, muss ich sagen.

01:20:56: Ich würde jetzt gerne in die Musiker Richard Carter reinhören, in das Cantavi-Live.

01:21:01: Vielleicht kannst du diesmal vorher so ganz kurz sagen was da los ist?

01:21:06: Ja also ich finde... Also diese Musiker, Richard Carter mehrmals mit diesem in einem Konzertformat von der Körperstiftung gemacht wie er es zweimal hören hieß Und die Idee dahinter ist, dass man es einmal spielt.

01:21:21: Dann ist man in einem Gespräch mit einer Musikwissenschaftlerin und dann spielt man das noch mal.

01:21:28: Die Musiker Richard Carter wurde, glaube ich, neunzehntsechsundfünfzig geschrieben.

01:21:34: Es macht komplett zunichte diese Idee von den Menschen, dass neue Musik ... Ein für irgendwelchen Quatsch ist, der keinen Sinn macht und jetzt man nicht versteht.

01:21:48: Weil die Musiker Richard Carter ist ein Band wo es wirklich so das erste Stück besteht aus zwei Noten Das zweite Stück als drei Noten, das dritte Stück als vier Noten Und so geht's weiter bis dass man dann zum Schluss einen zwölf Ton.

01:22:03: Richard Carr hat.

01:22:07: Diese Musik wurde ja auch benutzt von Stanley Kubrick in Ice White Chat Und es ist einfach, dieses Cantabile ist ein Ostinato in der linken Hand.

01:22:20: Was das ganze Stück hindurch gespielt wird und was in keiner Weise mit der anderen Linie interferiert.

01:22:29: Das ist wie so eine Linie die komplett abgenabelt von dem Rest ist.

01:22:40: eine schöne Verbereitung auf die Ideen, die ja nachher in seinen Äthyden von der Polyrhythmik und dieser Vielschichtigkeit entwickeln wird.

01:22:50: Und weiterverarbeiten wird.

01:22:51: Also die Hände sind vollkommen getrennt voneinander kann man sagen?

01:22:55: Komplett!

01:22:56: Man muss sich das vorstellen wie zwei Autobahnspuren die komplett eineinander vorbeifahren.

01:23:02: Das ist noch viel komplizierter als drei gegen vier, sieben gegen acht oder solche Dinge?

01:23:06: Ja weil die haben nichts miteinander zu tun.

01:23:09: Das ist wie zwei Personen.

01:23:12: Und übt man das am Anfang mit einzelnen Händen?

01:23:16: Oder wie...

01:23:17: Also, man muss einfach diese eine Hand komplett automatisieren und dann läuft die!

01:23:23: Einfach so, okay.

01:23:24: Dann lasst uns doch mal bitte reinhören.

01:24:28: Ich habe

01:25:22: jetzt gerade an Schubert den Erlkönig gedacht.

01:25:41: Ist das ähnlich in der linken Hand dieses ständige Wiederholen?

01:25:45: Ja

01:25:46: Hätte ich jetzt nicht irgendwie als Verbindung gesucht, der Haber stimmt.

01:25:49: Es ist einfach dieses Bass-Hostinato.

01:25:52: das ist etwas was es schon auch früher gab gerade in Tokaten und so.

01:25:57: wo dann?

01:25:57: ja man hat so wie ein Fundament was sich einfach ins Unendliche wiederholt und nichts mit dem anderen zu tun hat

01:26:07: Klingt für mich Sehentszündungsgefährde.

01:26:11: Nein,

01:26:12: ist eigentlich ziemlich ... liegt sehr gut!

01:26:14: Liegt sehr gut?

01:26:15: Ja ja.

01:26:18: Also wir haben jetzt viel von deinem modernen Repertoire hier gehört.

01:26:23: du bist auch interessiert an Komponistinnen.

01:26:26: es gab neulich so ein Festival dass du hier in Luxemburg mit organisiert hast und da gab es auch eine Ladies Night.

01:26:34: Magst du dazu was sagen?

01:26:35: Ja, also ich habe seit... das war jetzt die fünfte Edition eines Festivals was sich gegründet habe.

01:26:43: Und die Idee zu dem Festival ist eigentlich dass wir Kammermusik machen und gestandene Musiker mit jungen Talenten zusammensetzen und die dann Informationen zusammen spielen lassen.

01:26:55: Wir sind ein Verein mit vier Frauen, die die Programmation machen.

01:26:59: Und es war uns sehr wichtig dass wir in der Programmation auch sehr vielfältig sind und nicht nur so die OGs spielen sondern auch ein Verzeihen das Kammermusik sehr weitläufig ist und es wirklich tolles Repertoire gibt und da gehört natürlich auch Komponistinnen gehören dazu.

01:27:21: Also im zwanzigsten Jahrhundert wird schon viel Frauen gespielt, aber davor weniger.

01:27:25: Das hat ja auch mit der Geschichte zu tun.

01:27:28: Es gab einfach ... es gab schon viele wenige die bekannt sind und da haben wir das Trio von Clara Schumann und das Trier von Fanny Mendelssohn gespielt.

01:27:38: drei auf drei Jahre in Intervallen geschrieben wurden und das ist natürlich auch sehr spannend zu sehen, wie da musikalisch schon sehr verschiedene Persönlichkeiten sind.

01:27:45: Und die kannten sich ja auch.

01:27:48: was wir dann aber auch sehr lustig fanden ist dass drei Männer das gespielt haben.

01:27:54: Also vielleicht ist es nicht verkehrt zu sagen, dass Fanny Mendelssohn und Clara Schumann beide Pianistinnen und Komponistinnen waren.

01:28:04: Und ihr Bruder und ihr Mann beide dagegen waren, dass sie ihre Komposition veröffentlichen.

01:28:11: Kann man das so sagen?

01:28:12: Ja also ich glaube es war noch etwas schwieriger.

01:28:14: Ich glaube Clara Schomann hatte schon die Hosen an.

01:28:18: Die war ja sehr... Die war ja sehr bekannt.

01:28:22: Ihr Vater wollte nicht, dass sie Robert Schumann heiratet und die gehen dann auch vor Gericht um zu heiraten.

01:28:32: Ich glaube ihr Vater hatte vielleicht nicht Unrecht weil ich glaube der Robert ... Der war jetzt so psychisch nicht so ganz stabil aber sie lebte durch die Konzerttätigkeit von Clara Schummann.

01:28:45: Ich glaub Sie haben acht Kinder gehabt.

01:28:46: deswegen hat sie dann weniger komponiert.

01:28:49: Ich finde bei Fanny Mendelssohn ist es tragischer, weil ihr Bruder und sie hatten genau die gleiche Ausbildung.

01:28:57: Und irgendwann hieß es wobei der Felix Mendelsson klarer schon mal sehr half.

01:29:02: aber als es dann darum ging dass seine Schwester irgendwie als Komponistin und Musikerin bekannt werden sollte das wirklich als Beruf ausüben sollte, hat sein Vater gesagt es geht nicht und er hat seinen Vater sehr unterstützt.

01:29:18: Und dann durfte sie nicht mehr.

01:29:20: und dann als sie heiratete ich glaube ist die nach Berlin umgezogen und ihr Mann dann hat es ihr mehr oder weniger erlaubt.

01:29:30: also dann durften sie Hauskonzerte spielen Sie durfte auch komponieren aber sie wurde vielmehr so ein bisschen in einen goldenen Käfig gesteckt.

01:29:40: Ich glaube, Clara Schumann hatte da kein einfaches Leben aber sie hat schon das Geld verdient.

01:29:47: Also jetzt hast du dich mit diesen beiden Frauen schon in die erste Hälfte des neuen Jahrhunderts hineingespielt?

01:29:53: Ist es so dass man erwarten könnte, dass du also damit gehört Barockmusik und vor allem zwanzig ist es ein ein zwanziges Jahrhundert.

01:30:03: Kann man erwarten, dass du dich noch so rückwärts sozusagen vorwärzt?

01:30:08: wie auch immer spielst hinzu Schumann, Beethoven und dann auch Mozart?

01:30:13: Oder steht das noch nicht an?

01:30:15: Also Mozart spielt schon sehr viel.

01:30:18: Also diese ganze romantische Epoche ist eine Epoch, die ich sehr spannend finde.

01:30:24: Auch einfach als Pianist.

01:30:25: Ich glaube ohne Schumann und ohne Brahms und Chopin und List hätten wir nicht die Möglichkeiten am Instrument, den wir haben.

01:30:37: Ich spiele diese Musik auch für mich.

01:30:44: gerne momentan zumindest im Konzertspiel.

01:30:47: Ich denke, dass ich mehr zu sagen habe in dieser anderen Musik und vielleicht kommt das noch... Also ich spiele zum Beispiel auch sehr gerne Schubert, das spiele ich auch zum Beispiel ja auch im Konzert.

01:31:00: aber so Schumann spielen im Konzet sehe ich mich weniger.

01:31:04: Kammermusik vielleicht?

01:31:05: Ja hab' ich mache ich regelmäßig Aber es ist weniger diese Musik mit der mich öffentlich präsentieren möchte, weil ich einen nicht so einen natürlichen Zugang dazu habe.

01:31:21: Im Juni hab' ich gesehen hast du zwei Konzerte in Paris die ausverkauft sind schon wenn ich das richtig gesehen habe da spielt so die Legititteuten mit Tanztheater

01:31:32: Genau!

01:31:32: Das ist ein Projekt der... deutschen Choreografin Elisabeth Schilling, Here I Smooth.

01:31:39: Und da spiele ich eben live die acht Händen Etyden von Nigeti und fünf Tänzer tanzen dazu.

01:31:46: Ja das ist eine Co-Produktion vom großen Theater hier in Luxemburg und vom Mose Musik Festival und das haben wir jetzt mittlerweile relativ oft gemacht.

01:31:55: dann gab es jetzt einer Saison Pause und jetzt geht's wieder los!

01:31:59: Jetzt muss sich wieder Ligeti e Tyden üben.

01:32:05: Wir hatten vorhin über Pianisten gesprochen, die du dann doch gehört hast.

01:32:10: Wie ist das eigentlich?

01:32:12: Hörst du dir gerne Kolleginnen und Kollegen an oder lieber nicht?

01:32:17: Ich glaube Rubinstein hat mal gesagt er möchte keine anderen Pianistinnen hören.

01:32:21: entweder sie spielen schlecht Und dass es furchtbar zu hören oder ich spiele sehr gut und das ist frustrierend.

01:32:27: wie siehst du das?

01:32:28: Nein Ich führe mich schon sehr gerne Konzerte an.

01:32:33: Also ich gehe sehr gerne.

01:32:34: leider, weil ich habe ja zwar nicht kleine Kinder hat sich der Konzertbesuch doch sehr verringert im Vergleich zu vor meinem Eltern da sein.

01:32:44: aber ich geh schon sehr gern in Konzerten und ich höre mir auch sehr gerne Pianisten an.

01:32:49: Ich höre auch sehr gern Repertoire was ich vielleicht dann nicht spiele.

01:32:53: Ich finde das erweitert einfach den Horizont und man entdeckt immer wieder Neues und sogar wenn es Musik ist die man selbst spielt.

01:33:00: zu sehen, wie jemand es anders interpretiert kann sehr spannend sein.

01:33:04: Und da ist mein Fokus wirklich nicht ob es mir gefällt oder nicht aber ich sehe das ja oft als Information auch und in Fragestellung von wie ich Sachen sehe.

01:33:15: Und ärgerst du dich dann manchmal so?

01:33:16: Boah!

01:33:16: Wie spielt die denn das?

01:33:18: Ja.

01:33:19: Das kommt mir schon vor.

01:33:20: Ich habe auch mittlerweile wenn's mich wirklich nicht gefällt, gehe ich also... Es macht keinen Sinn sitzen zu bleiben.

01:33:26: Kann zum Beispiel sagen.. Also du musst jetzt vielleicht keine Namen nennen Aber was sich dann so ärgert

01:33:31: Also was ich überhaupt nicht mag, das ist so wenn ich merke wenn es nur darum geht zu zeigen wie schnell und wie laut man spielen muss.

01:33:37: Da habe ich wirklich Probleme mit.

01:33:39: also dieses sehr Showoff dafür nämlich Musik zu ernst aber da kennt man ja welche die so sind und da geht man dann auch einfach nicht ins Konzert.

01:33:52: das ärgert einen einfach zu sehr.

01:33:54: Und gibt es Live-Konzerte, die dich geprägt haben in deinem Spiel nachhaltig?

01:33:58: Ja absolut.

01:34:00: Ich glaube auch... Also mein allererstes Klavierkonzert, das ich gehört habe, da war ich drei.

01:34:06: Ich weiß noch wo ich saß und wer spielte was sie gespielt hat.

01:34:10: Und ich weiß dass ich damals meiner Mama sagte, das will ich auch machen.

01:34:13: Ui!

01:34:13: Wer war das denn?

01:34:14: Das war

01:34:14: Brigitte Ancherich.

01:34:16: Das war im Theater damals weil damals gab's noch nicht die Phenharmonie Luxemburg.

01:34:21: Und sie hatte die Wanderer-Fantasie von Schubert gespielt.

01:34:26: Meine Mutter wurde sehr komisch eingeschaltet, dass sie so mit einem dreijährigen Kind in dieses Konzert ging.

01:34:30: Weil ihr nicht der kinderfreundlich als Programm.

01:34:32: Aber ja und es gibt so Konzerte die mich sehr geprägt haben aber nicht nur Klavierkonzerte auch andere Konzerte.

01:34:41: ich kann mich einmal in der Kölner Phänomenie erinnern an Michal Maeski, der die Bachsfieten gespielt hat.

01:34:47: Ja also man kann darüber streiten wie das musikalisch ist aber ich weiß ich war dreizehn.

01:34:51: und dann ist diese riesen Arena Die Kölner Philharmonie ist ja so riesengroß und dieser sehr farbige Cellist ganz alleine auf diese Riesenbühne.

01:35:05: Und es gab einen Konzert mit Radolupu auch in der Köln-Philharmonien, dass also Radolupa, wenn er spielte sind wir alle hingepilgert.

01:35:14: Also das ist wirklich eine unserer Halbgöttern.

01:35:18: Und ich glaube alle Pianisten der Köllner Hochschule saßen im ... im Saal und er hat diese große Gedur Schubert Sonate gespielt.

01:35:26: Und nach, also das war wie von einer anderen Welt, wir hatten alle Träden in den Augen und nach der Sonate niemand hat geklatscht.

01:35:37: Er ist aufgestanden und er ist einfach nur gegangen.

01:35:39: und es bleibt ein unglaublich starkes Erlebnis für mich.

01:35:45: wie man solche Spannung erzeugen kann.

01:35:48: Und es war wirklich ein Geschenk, dass man sowas hören durfte.

01:35:54: Ja jetzt bist du ganz empathisch das kann ich gut verstehen.

01:35:59: Ich habe noch zum Schluss vielleicht eine ganze andere technische Frage und zwar siehst du Musikieren, deine Musik die klassische Musik.

01:36:10: Die E-Musik wie auch immer man sie nennen möchte verändert durch die neuen Medien durch das Streamen, durch das ewige Herumlaufen mit Kopfhörern.

01:36:21: gibt es da eine Veränderung?

01:36:24: weil ja Aufnahmetechnik und die Medientechnik immer Einfluss gehabt hat auf die Art wie Klavier gespielt wird.

01:36:30: also ich glaube jetzt gibt zwei Sachen.

01:36:32: die erstes natürlich dass wenn man Aufnahmen macht muss man darüber nachdenken was man aufnimmt, weil heutzutage geht es um die Clicks.

01:36:41: Das heißt nur eine Schubatzornate aufnehmen ist eigentlich keine gute Idee, denn das dauert fünfzig Minuten und sind vier Clicks!

01:36:50: Und das ist etwas... also ob man es gut oder schlecht findet, da muss man einfach... das ist eine Weiterentwicklung mit der man irgendwie umgehen muss sollte.

01:36:59: und genau dann ich Klassische Musik gehört, es geht um die lange Zeit.

01:37:15: Es dauert lange, man muss lange sitzen bleiben und sich konzentrieren.

01:37:20: Es sind nicht zwei Minuten und dreißig Sekunden und dann kommt was Neues.

01:37:25: Man merkt auch bei den jungen Kindern, die ich unterrichte dass bei vielen diese Konzentrationsfähigkeit sich einfach jetzt dreißig Minuten hinzusetzen und etwas, was dreißige Minuten dauert über sich ergehen zu lassen.

01:37:40: Das geht ein bisschen verloren.

01:37:41: Und das finde ich sehr schade.

01:37:43: Und es ist etwas, das ich auch zum Beispiel versuche meinen Kindern beizubringen, dass man manchmal einfach dauert etwas.

01:37:49: Punkt!

01:37:50: Man muss nicht nur scrollen und es muss nicht ständig alles schnell gehen.

01:37:55: Ich finde da die Konzentationsfähigkeit hat sich verändert – nicht unbedingt ins Gute.

01:38:01: Nicht immer scrollen würde ich sagen, dein Wort in Gottes Ohr.

01:38:05: Aber okay also du bist... Was die Zukunft der klassischen Musik angeht wie du sie spielst?

01:38:13: Also auch der Moderne.

01:38:14: bist du optimistisch?

01:38:15: Ja absolut!

01:38:16: Ich glaube es ist und da soll man sich auch nichts vormachen.

01:38:22: Klassische Musik ist eine Form der Hochkunst und es ist elitär.

01:38:28: das heißt nicht dass es für jeden zugänglich sein sollte Aber es ist einfach etwas, das war nie für die große Masse und es wird nie etwas sein was die grosse Masse anspricht.

01:38:38: Und es gibt immer Menschen geben, die sich dafür interessieren.

01:38:41: so wie es immer Menschen gehen wird sie lesen oder ins Museum gehen oder ins Theater.

01:38:47: Und da mache ich mir überhaupt keine Sorgen.

01:38:52: Das ist schön zu hören!

01:38:55: Hörst du eigentlich alle Sorten von Musik, hörst du Pop, Rock, Death Metal?

01:38:59: Ich weiß nicht was.

01:39:00: –

01:39:00: Death Metal vielleicht nicht so aber ja ich höre eigentlich alles.

01:39:05: Ich bin davon überzeugt dass es in jeder Form von Musik gute Musik gibt und ich finde es auch wichtig das man offen ist für alles.

01:39:15: Das heißt nicht dass sich danach alles mögen muss.

01:39:18: Ja, ich versuch alles... Ich versuch für alles offen zu sein.

01:39:22: Und hörst du auch Musik so nebenbei im Hintergrund oder musst du immer hinhören?

01:39:27: Das finde ich sehr schwierig!

01:39:28: Also das schaffe ich also bei klassischer Musik.

01:39:31: das geht überhaupt nicht und das kann ich nicht in dem Hintergrund hören weil da bin ich sofort intellektuell irgendwie beansprucht.

01:39:41: Ich kann das relativ gut bei Jazz, weil eigentlich nie.

01:39:48: Ich stelle mir vor, ich höre Jazz wie ein Leier an.

01:39:51: Ich weiß natürlich nicht, wie es funktioniert und so, aber das ist ... Ich habe mich nie wahnsinnig mit Jazz auseinandergesetzt.

01:39:57: Ich mag Jazz, aber da kann ich eine gewisse Distanz haben.

01:40:02: Aber im Allgemeinen höre ich nicht gerne Musik ohne wirklich

01:40:04: zuzuhören.".

01:40:09: Und allerletzte Frage?

01:40:11: Was ist mit Kritik- und Musikbeschreibung?

01:40:15: Liest du gerne Musikkritiken oder findest du interessant, wie?

01:40:20: es gibt ja viele Literaten, Literatinnen die verhinderte Musiker waren?

01:40:24: Thomas Mann bei Proust gibt's diese Beschreibungen.

01:40:29: Lieste das gerne, denkst du dir eher interessant?

01:40:33: Ja also in der Literatur finde ich das schon spannend.

01:40:38: Ich finde zum Beispiel... Es gibt ja diesen Kritikern von Claude Debussy, die unglaublich fies sind!

01:40:45: Also das ist schon lustig zu lesen einfach so, aber es eigentlich dramatisch wie fies er war.

01:40:53: Ich finde Kritiken auch von Musikjournalisten und so man merkt einfach manchmal ich habe kein Problem mit so eine fundierten persönlichen Meinung Aber wenn das manchmal einfach nur so fies ist finde ich das einfach doof.

01:41:07: also ich finde jeder der sich auf eine Bühne stellt oder eine Aufnahme macht, verdient einen gewissen Respekt.

01:41:15: Und man muss es nicht mögen aber trotzdem muss man sich nicht im Ton vergreifen.

01:41:19: und das finde ich manchmal wenn man merkt dass es eigentlich nur darum geht irgendwie so ein bisschen spöttig zu sein.

01:41:27: Ich finde das gehört sich einfach nicht.

01:41:29: also man kann ja sagen das mag ich nicht oder ich find das nicht gut aber mit trotzdem manieren Oder eine gewisse Form der Hüftlichkeit.

01:41:37: dem ganzen Gegenüber finde ich wichtig.

01:41:40: Wenn es so persönlich wird, das finde ich immer schade.

01:41:46: Was ist hier mehr?

01:41:47: Eine körperliche oder eine geistige Tätigkeit?

01:41:52: Schwierig!

01:41:53: Ohne den Körper funktioniert's nicht aber es geht noch weniger ohne den Geist.

01:41:57: Ich glaube er muss das ja ganz schon organisieren

01:42:00: Okay.

01:42:01: Wollen wir das als Schlusswort stehen

01:42:02: lassen?

01:42:03: Ja, sehr gerne!

01:42:04: Hatte ich.

01:42:04: Dank dir sehr für dieses Gespräch.

01:42:06: Ich hätte Lust noch hier acht oder neun Stunden aufzunehmen.

01:42:10: Ich glaube es geht nicht.

01:42:10: Das Studio ist nicht so lange gebucht aber vielleicht ein anderer Mal ja.

01:42:15: Vielen Dank!

01:42:15: Herzlichen Dank dass du hier warst.

01:42:16: Herzlichen dank fürs Gespräch.

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