„Man ist der kleine Gott seiner Erzählungen.“ Die Autorin Elise Schmit …

Shownotes

Host: Stefan Börnchen Redaktion: Stefan Börnchen und Carolyn Knaup Produktion: Carolyn Knaup

Elise Schmit

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Allgemeine Zweifel am weiteren Verlauf

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00:00:00: Also, wo bin ich im Buch?

00:00:01: Ich bin ja überall.

00:00:02: Ich bin der Vogel, die Mandarine und ich bin die Klimakrise, auch diese Figur... ...ich bin alles!

00:00:08: Man ist der kleine Gott seiner Erzählungen.

00:00:19: AI – Alles interessant.

00:00:20: Und ich bin Stefan Börnchen.

00:00:22: In meinem Podcast treffe ich Menschen auf die ich neugierig bin, weil sie etwas zu erzählen haben überraschend und unterhaltsam, spannend und spinnend weise und leise und immer gut zu wissen für die nächste Stehparty.

00:00:33: Menschen gemacht auf Spotify, Apple Podcasts und wo es sonst Podcasts

00:00:38: gibt.

00:00:39: Mein Gast heute ist Elis Schmidt, Autorin hier aus Luxemburg.

00:00:43: Für ihren Erzählband stürze er aus unterschiedlichen Fallhöhen.

00:00:47: Er hielt Elis Schmitt den Priservel – das ist die wichtigste Literaturauszeichnung in Luxembourg.

00:00:53: Im März, im Jahr für die Welt, ist beim Luchterhandverlag ein Band mit Stories erschienen der allgemeine Zweifel am weiteren Verlauf heißt.

00:01:01: Die Geschichten haben Titel wie die Dinge in der Tiefe, Saisonende oder der Löwe des Heiligen Hieronymus.

00:01:09: Elis herzlich willkommen!

00:01:10: Ich freue mich sehr dass du da bist.

00:01:11: Ja ich freu mich auch das hier bin.

00:01:13: Bin gespannt.

00:01:16: Dein Buch ist jetzt so dreieinhalb Monate in der Welt und du hattest schon Termine.

00:01:22: Mit Lesungen hast du schon einen ersten Eindruck, wie die Geschichten angekommen sind?

00:01:28: Hast du schon herausgefunden was?

00:01:30: sie ließt sich gut vor Publikum?

00:01:32: Gibt es da Erfahrung schon?

00:01:34: Ja also was ich gut vor Publicum liess das weiß ich schon oder was mir am meisten Spaß macht das weiß.

00:01:42: Ich bin erleichtert, dass wenn mich Menschen ansprechen die das Buch gelesen haben.

00:01:48: Dass sie nicht alle sagen, die erste Geschichte hat mir am besten gefallen oder die dritte Geschichte hat wir am besten gefallen sondern es ist ganz unterschiedlich.

00:01:56: ich bin manchmal sehr überrascht so welche Geschichte welches Story welchen Menschen am meisten anspricht.

00:02:03: aber das ist für mich eigentlich gut.

00:02:06: ich lese daraus ab dass die Storys gut gewichtet sind, das nicht eine zu sehr hervorsticht.

00:02:16: Und ist es eher so, dass die Menschen, die zu den Lesungen kommen, das ganze Buch schon gelesen haben?

00:02:23: Oder sehen sie irgendwie auf einem Plakat dich und den Titel und denken sich auch, das könnte interessant sein, da geh ich mal hinhörnig dann lesen und sagen, das Buch muss ich haben.

00:02:32: jetzt lese ich's.

00:02:33: Oh, das weiß ich gar nicht!

00:02:35: Also bei den ersten Lesungen konnte ja niemand das Buch gelesen haben.

00:02:38: Die waren sehr nah am Erscheinungsdatum und also sonst weiß ich, dass ehrlich gesagt gar nicht...

00:02:45: Aber die Leute, die Bücher kaufen sind das dann die, die es noch nicht hatten?

00:02:48: Das wird ihr immer noch denken oder?

00:02:51: Es wäre noch bestimmt Bücher verkauft wenn du liest!

00:02:53: Ja, ja das schon.

00:02:55: Ich weiß ja nicht was da normal ist irgendwie.

00:02:57: Das ist ganz unterschiedlich.

00:03:01: Nicht so viele Menschen im Publikum, die dann aber alle das Buch gekauft haben.

00:03:05: Und ich hatte Lesungen vor achtzig bis hundert Menschen, wo dann drei ein Buch gekauft haben.

00:03:11: Es hängt immer vom Kontext ab.

00:03:13: wenn man zum Beispiel sagt hier nach der Lesung gibt es Schnittchen Dann kommen vielleicht auch einige wegen der Schnittchien.

00:03:21: Ja und die Leute, die da einen Buch kaufen kommen, die wollen das signiert haben.

00:03:28: lassen sie sich was reinschreiben Auch so persönliche Dinge?

00:03:32: Das mache ich sehr ungern, weil die Situation sehr stressig.

00:03:37: Ich habe große Angst davor einen Namen falsch zu schreiben und konzentriere mich dann darauf wirklich genau zuzuhören was sie mir sagen und man weiß es ja vorher dass die Leute manchmal auch irgendetwas Persönliches haben wollen.

00:03:55: zu der Unterschrift und ihrem Namen dazu.

00:03:58: Da hatte ich bei Stürze mir schon so einen kleinen Spruch überlegte, den ich da oft reingeschrieben habe.

00:04:02: Und für die Zweifel habe ich mir eine unterbrochene Linie überlegt.

00:04:08: So eine zweifelhafte Linie, so schnockt.

00:04:11: Die zeichne ich da rein und das sieht hübsch aus und es freuen sich alle darüber.

00:04:19: Öffentlich liest aus dem Text hat sich dann eigener Blick auf den Text gewandelt.

00:04:23: Hast du vielleicht Geschichten oder Passagen liebgewonnen, die vorher nicht so aufgefallen waren?

00:04:28: Nee ganz allgemein sogar und ich würde sagen zum Glück hat sich mal einen Blick gewandeld weil der Entstehungsprozess von diesem Buch wirklich sehr sehr mühsam war ein sehr lang gedauert hat.

00:04:39: Und so als das buch rauskam habe ich mich zwar gefreut aber ein bisschen war mir Also das war mir alles noch zu nah und sogar, ich war auch ein bisschen überdrüssig so.

00:04:49: Ich wollte diesen Text nicht nochmal sehen Und es hat da in paar Wochen gedauert bis ich wieder Freude daran hatte mich damit auseinanderzusetzen und auch darüber zu sprechen und ein bisschen zu erzählen was ich mir dabei gedacht habe.

00:05:04: Wogegen am Anfang ist aber vorbei.

00:05:06: jetzt soll das ins Regal gestellt werden dann kann ich etwas anderes machen.

00:05:11: Ich hatte die Stories gleich nach Erscheinen gelesen und jetzt habe ich das Buch nochmal gelesen hier zur Vorbereitung.

00:05:20: Und auf einmal erschienen mir dieser Text, also vor allem die erste Geschichte vollkommen prophetisch und zwar den Wahl betreffend.

00:05:30: Also in Deutschland gab es ja im April dieses Wahldrama, man hat ja fast das Gefühl im Rückblick dass du das vorweggenommen hast.

00:05:40: Das habe ich natürlich nicht vor weggenomen aber ist ein... Insofern ein guter Zufall ist die Geschichte natürlich dann gut ankommt wenn ich sie lese weil sich alle an diese Ja wir lachen jetzt auf so eine furchtbar Geschichte Diese Tierquälerei ist eigentlich gar nicht fassbar.

00:06:00: Wir sprechen jetzt über Deutschland und die Wirklichkeit, und nicht über deine Geschichte?

00:06:03: Nein genau, wir sprechen über diesen sogenannten Rettungsversuch der eigentlich ja nur Tierquälerei war.

00:06:11: aber ich habe mich tatsächlich auf einem Eine wirkliche Begebenheit basiert, als ich die Geschichte mit dem Wahl geschrieben habe.

00:06:21: Nämlich auf der Strandung eines Wahls in Belgien.

00:06:25: Der damals größte Wald in Belgian gestrandet ist.

00:06:31: Man kann diese Dinge erfinden aber es ist oft besser man schaut sich die Details an und da gab es viel Videomaterial und viele Artikel und das kam mir dann entgegen.

00:06:41: Ja, jetzt hat aber der deutsche Wahl Timmy oder Hope nochmal diesen belgischen Wal überholt glaube ich in der Medienwahrnehmung jedenfalls.

00:06:52: Medien waren voll davon.

00:06:55: Und ich denke mir jetzt schon, dass du so ein bisschen Wahlkompetenz hast, weil ja die Geschichte, die auf diesen Wahl am Strand zuläuft in deinen Erzählungen ... Die prominente erste Geschichte ist, es gibt noch der Vortext aber also das ist schon sagen wir mal eine Kopfgeschichte und am Ende dieser Wahl.

00:07:14: Deswegen dachte ich da gibts Wahlkompatenzen, ich hab mich jetzt gefragt.

00:07:18: Also wenn ich das richtig verstanden habe, hat ja niemand außerhalb Deutschlands verstanden was die Deutschen mit diesem Wahl hatten.

00:07:23: Also jedenfalls die Dänen nicht.

00:07:25: Hattest du jetzt das Gefühl nachdem du dich mit dem Wahl schon befasst hattest und der Wahlstrandung in Europa?

00:07:31: Dass du da jetzt irgendwie so einen Einblick in die deutsche Seele gewinnen

00:07:34: konntest?

00:07:35: Nein!

00:07:35: Oh nein natürlich nicht.

00:07:37: Auf Wahlkompetenz hab' ich tatsächlich weil ich vor ein paar Jahren eine Erzählung geschrieben habe für Science Notes kennst du das?

00:07:44: So ein Wissenschaftsmagazin Und da habe ich über Orcas geschrieben und da habe mich über Wochen in so wissenschaftliche Wahlliteratur eingelesen.

00:07:58: Das war eine sehr gute Zeit, dich

00:08:02: in die Wale einzulesen.

00:08:04: Was war daran gut an dieser Zeit?

00:08:07: Orcas sind sehr, sehr faszinierend und die Überschneidung zwischen der Wahlforschung und der Sprachforschungen sind vor allem sehr interessant.

00:08:16: Weil er immer noch die Frage im Raum steht können Wale sprechen?

00:08:21: Also ist diese Kommunikationssprache oder nicht?

00:08:25: Und das wird erforscht und es auch mithilfe von AI bisher nicht gelungen, diese Frage zu beantworten finde ich total interessant.

00:08:34: Ja Also, ich hab mir extra noch mal die Tarte rausgeschrieben vom Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern Till Buckhouse.

00:08:41: Der hat unter anderem gesagt ... Ich glaube an dieses Tier und ich glaube, dass er mich sehr genau registriert und nicht wahrgenommen hat.

00:08:50: Es gab auch Leute, die mit dem Wahl gesungen haben.

00:08:53: Ich weiß nicht, wie viel das gebracht hat.

00:08:55: Ähm der Wahl taucht ja bei dir mindestens doch an einer ... anderen Stelle im Buch auf.

00:09:01: Es gibt diesen einen Charakter, der diese Fantasie hat dass er eines Tages mal mit Wahlen schwimmen möchte.

00:09:08: Was ist das für eine Fantasies?

00:09:10: Ich glaube also wir hatten in Mecklenburg-Vorkpapern auch viele dieser

00:09:15: Idee.

00:09:16: Das ist Größenwahnsinn!

00:09:18: Okay das kam jetzt von dir

00:09:20: ja auch in der Geschichte die du jetzt ansprichst.

00:09:23: da geht es um einem Toxische Beziehung und eine Figur, die über das Ende dieser Beziehungen reflektiert.

00:09:32: Und die dann ... ja ich weiß nicht ob ich das ganz erklären kann aber diese, diesen Ex-Partner oder die Ex-Partnerin, das ist in der Erzählung nicht klar verwechselt mit jemand anderem mit dem sie zusammen war eher zusammen war.

00:09:51: Und diese Person hat einmal gesagt Ich würde gerne mit Wahlen schwimmen, um zu sehen, ob sie mich akzeptieren.

00:10:00: Und das ist Größenwahn, dass so jemand, der sowas sagt hat nicht verstanden was ein Tier ist.

00:10:07: Es ist interessant, dass wir jetzt mit dem Wahlum dieser Fantasie begonnen haben mit dem Wal zu schwimmen und eigentlich hier über einen Buch sprechen an dessen Anfang auch eine Tierbegegnung, eine unverhoffte Tierbegegnung steht.

00:10:21: Maxias erzählen es ist ein ganz merkfürdiger Anfang.

00:10:25: Ja, also es gibt eine Erzählung in dem Buch die nicht realistisch ist.

00:10:30: Die so ein märchenhaftes oder so realistisches Element hat nämlich eine Erzählfigur bringt Mandarinen mit nach Hause und aus einer dieser Mandarienen schlüpft ein blauer Vogel.

00:10:44: Und diese Erzählungen habe ich aufgebrochen weil sie ganz anders ist als die anderen und die ist sozusagen das Konstrukt an der ich die anderen Erzählungen befestigt habe.

00:10:59: Also taucht immer wieder, also eine Erzählung ist vorbei und dann taucht wieder ein Stück Mandarinenvogel auf und dann geht es wieder weiter mit einer anderen Erzählung und so bis zum Ende des Buches.

00:11:12: Ja?

00:11:12: Ich hab jetzt als ich den Text widergelesen habe... wie das immer so ist, ganz anders gelesen als beim ersten mal.

00:11:21: Und jetzt also bei der neuerlichen Lektüre habe ich mir gedacht es ist ganz schön viel Klima Literatur auch irgendwie in dieser Geschichte mit dem Mandarinenvogel immer wieder unterbrochen wird durch die Stories, die auch typografisch anders aussieht.

00:11:39: Die ist kursiv gesetzt und du sagst es ist... ...die Einzige, die nicht so richtig realistisch ist aber auch die Einzigen, die in dem Sinne realistischer wirkt dass da Umwelt-Themen Probleme Wasserknabheit steigende Preise Treibstoffknappheit oder sogar Eingriffe durch Regierungen thematisiert werden den anderen Geschichten fehlen.

00:12:04: Ja, also die Geschichte sah einmal anders aus.

00:12:07: Ich habe sie sogar schon einmal auf englisch veröffentlicht bei einem sehr kleinen irischen Verlag als Kunstbuch weil es keine Erzählung ist wie ich sie normalerweise schreibe.

00:12:22: Es ist mehr so eine Art.

00:12:25: Wie soll ich das sagen?

00:12:27: Es ist ein Mittel wie ich meine ästhetischen Positionen reflektieren kann oder wie ich das gemacht habe zu dem Zeitpunkt.

00:12:37: Und in dem Moment, dass sich das geschrieben haben war es mir wichtig, dass die Story in einer Krisensituation spielt.

00:12:47: und diese Krisensituation hatte am Anfang die Züge der Zeitin, in der ich das geschrieben hatte also vor allem Anspielungen auch auf das Klima aber auch auf die Pandemie.

00:13:00: Als ich sie jetzt auf Deutsch nochmal neu geschrieben Ich dachte, ich möchte sie eigentlich gar nicht so sehr mit Corona verbinden.

00:13:07: Darum geht es nicht.

00:13:08: Es geht darum das krisenhafte unseres Zeitgefühls darzustellen.

00:13:15: Das darf eben nicht abgeschlossen wirken wie Corona was ja abgeschlossen wird auch wenn es ist vielleicht nicht ist und deswegen habe ich da ja des Klima Thema verstärkt.

00:13:28: Ist das auch so eine strategische Entscheidung, wenn man schreibt, dass du dir dann denkst okay, das interessiert mich.

00:13:35: Es ist nicht so verkehrt, das Klima-Thema mitzunehmen?

00:13:37: Ich meine vor, ich weiß nicht, zehn, zwölf Jahren gab es mal so eine Diskussion in der Zeit wo die Deutschsprachige Klimaliteratur ist.

00:13:44: Heute ist sie natürlich da aber dieses Buch ist eben auch ein Beitrag dazu.

00:13:49: Nee, das klingt mir jetzt zu distanziert.

00:13:51: So ist es ja nicht.

00:13:52: Man ist ja betroffen davon.

00:13:54: Man kann ja nichts sagen... Klima ist ein Problem, das die Welt betrifft.

00:13:57: Aber mich halt nicht.

00:13:58: Schön.

00:13:58: Ich mache mir da schon Sorgen und ich glaube auch dass alle Menschen sich in irgendeiner Form Sorgen machen sogar wenn sie nicht Zeitung lesen und sich nicht so sehr interessieren.

00:14:10: aber das ist für alle bei allen Sorgen immer das Hintergrund rauschen glaub ich.

00:14:18: Auf diese Weise erzähle ich ihr eigentlich.

00:14:20: Ich nehme ja immer Figuren vor, die ich ganz aus der Nähe betrachten kann mit ihren nächsten Problemen.

00:14:27: aber das heißt nicht dass es die Welt um sie herum nicht gibt oder dass sie die gar nicht mitbekommen.

00:14:33: und in einer Erzählung wollte ich das einfach so ganz deutlich machen.

00:14:36: Das ist dann dieser Geschichte mit dem Mandarinenvogel Der unverhofft auftaucht Und mit dem sich diese Erzählfigur da befassen muss.

00:14:48: Man erfährt, dass die selber auch schreibt.

00:14:51: Plakativer kann man es ja fast nicht machen, nicht wahr?

00:14:54: Bist du das denn?

00:14:55: Natürlich nicht und natürlich ja!

00:14:58: Also wo bin ich im Buch?

00:14:59: Ich bin ja überall.

00:15:00: Ich bin der Vogel, die Mandarine... ...und ich bin die Klimakrise, ich bin auch diese Figur.... ...ich bin alles!

00:15:07: Man ist der kleine Gott seiner Erzählungen.

00:15:11: Ist also gerade gesagt, ich nehme dann so Figuren vor und schau mir die an.

00:15:16: Warum machst du das denn eigentlich?

00:15:19: Kannst du sagen was dich antreibt zu schreiben?

00:15:23: Ganz schwer!

00:15:24: Also ich mach das halt so wie du deinen Job machst und wahrscheinlich auch nicht jeden Tag sagst ja warum mache ich diesen Job nicht irgendein Anderen?

00:15:35: Ich bin ganz früh zum Schreiben gekommen.

00:15:38: Das war immer ganz natürlich.

00:15:40: Man könnte natürlich sagen, okay warum dann diese Themen und nicht andere?

00:15:44: Auch das finde ich ganz schwer zu beantworten.

00:15:46: Es muss natürlich etwas sein was mich interessiert und was mich umtreibt.

00:15:52: Und sobald man sagt Ja gut Ich schreibe jetzt nicht Für mich um mir über irgendetwas Klarheit Zu verschaffen Sondern ich schreiber ja damit anderes lesen Was was will man denn da mit?

00:16:08: Ja, das ist eigentlich eine Frage die genau das berührt was ich versucht habe mir mit diesem Buch klar zu machen.

00:16:15: Das ist einer der Hauptfragen in dem Buch.

00:16:17: wozu es Kunst überhaupt da?

00:16:19: Warum wird sie gemacht und warum beschäftigen wir uns damit?

00:16:23: Was bringt das uns?

00:16:25: also eine unter vielleicht drei Fragen?

00:16:29: Eine der Hauptfrage im Buch

00:16:32: Und Kunst kommt ja auch in jeder Erzählung vor in irgendeiner Form Erzählung dieser Rahmenhandlungen wird geschrieben, die Hauptfiguren in der ersten Wahlerzählung von der du gesprochen hast.

00:16:47: Die studieren Kunst und man kann annehmen dass sie auch beruflich damit zu tun haben.

00:16:53: In einer Erzählung versuche ich so erklären wie ein Bild entstanden ist das es wirklich gibt.

00:16:58: Oder sogar eine Schülerin kommt im Unterricht in Berührung mit der Kunst und fragt sich dann, was ein Bild von David Hockney für sie bedeutet usw.

00:17:09: Soll mal reinhören in den Sound deiner Stories?

00:17:13: Ist du mal etwas vor?

00:17:15: Ich könnte sogar... Ja ich mache doch das!

00:17:17: Ich lese soweit vor dass sogar einen Kunstwerk vorkommt.

00:17:22: Das ist jetzt ein Teil aus der Songende, in der Erzählung geht es um eine Schülerin die jeden Tag vor der Schule ins Freibad geht und da ihre Bahnen zieht.

00:17:35: Es gibt natürlich einen Grund warum sie das so obsessiv macht.

00:17:39: also Sie hat einen persönlichen Verlust erlitten und fühlt sich damit sehr allein und findet dann irgendwie Anschluss an zwei Figuren.

00:17:50: Das eine ist die Aufsicht oder vielleicht Bademeisterin im Freibad und das andere ist eine Lehrerin, die sie sehr beeindruckt und deren Ansichten oder die Dinge, die sich da in der Schule lernt versucht sie sich anzueignen.

00:18:11: Und das ist eigentlich die Erzählform dieser Geschichte.

00:18:19: Ich öffne die Augen unter Wasser.

00:18:21: Der Beckengrund dämmert blau-grau zwischen den Streifen, die die Bahnen anzeigen.

00:18:25: In den Ecken sammeln sich Erde steinchen Laub.

00:18:29: Das Ekelzeug wird täglich herausgefischt – Eisstiele aus Holz sind darunter Tampons?

00:18:34: Einmal sogar eine tote Maus!

00:18:35: Wenn ich das so genau sehen kann habe ich mich an die Kälte schon fast gewöhnt.

00:18:41: Kopf unter, Kopf über weitet sich der Brustkorb weil ich mich entspanne, weil jetzt mehr Luft in die Lungen passt, weil ich bin wo ich sein soll Auch wenn es noch sehr kalt ist und widerständig.

00:18:53: Ich atme laut aus unter Wasser, wo mich niemand hört – das mache ich oft!

00:18:57: Ich schreie, wenn ich Lust habe und niemand stellt dumme Fragen.

00:19:02: Und dann weiß ich auch, woran mich Carola erinnert hat in ihrem roten Polohemd wie sie glaube ich zu mir herüber geschaut hat während ich wahrscheinlich als eine Art große Amphibie da unten im Becken meine Bahn entziehe.

00:19:15: Betrachten und schwimmen Das seien geradezu zwei verschiedene Wirklichkeits-Ebenen, sagte Kosinski.

00:19:22: Da war dieses Gemälde versteiget worden für so viel Geld wie wir alle zusammen in der Klasse im Leben nicht verdienen würden.

00:19:29: Ein Mann in einem roten Schakett betrachtet einen Mann, der unten auf dem Grund eines Pools taucht – das Ganze in einer Landschaft mit viel

00:19:38: Platz.".

00:19:39: Jemand hatte gesagt, wenn er malen könne würde auch so ein langweiligen Kram malen wie dieser Hockey Und reich werden, und dann könnten wir seinetwegen alle in seinem Pool planchen.

00:19:50: David Hockney hat der Kosinski an die Tafel geschrieben.

00:19:55: Sollten wir uns bitte merken wegen Allgemeinbildung?

00:19:58: Sie hatte es da noch darauf angelegt dass wir nicht dachten das sei langweiliger Kram oder egal sondern eben das allerwesendlichste!

00:20:06: Was ist Bedeute von dem Menschen getrennt zu sein den man am meisten brauche?

00:20:11: Und das muss man sich mal geben, dass man das sogar selbst sein könne.

00:20:16: Das Seltsame war, ich wusste sofort was sie meint.

00:20:20: Zu Hause habe ich mir das Bild lange angesehen.

00:20:23: Ich wollte es meinem Vater zeigen doch dann hab' ich mich nicht getraut.

00:20:27: Vielen Dank.

00:20:29: Ja also da kommt ja die Kunst auf so eine unverfängliche Art und Weise vor gar nicht verkopft einfach so wie sie im Leben eines Mädchens oder einer jungen Frau vorkommen kann die noch zur Schule geht.

00:20:42: Und das trifft sie einfach, weil es in der Situation, in der sie sich befindet.

00:20:48: Sie hat ihre Mutter verloren und sie kommt mit diesem Verlust natürlich nicht gut zurecht wie auch... ...und das Bild spricht sind die Situation einfach an.

00:21:01: Also es gibt diese Korrekturen der Stelle.

00:21:03: Es gibt jemanden, der sagt malen können wir dieser Hockey?

00:21:08: Und dann korrigiert die Lehrerin und sagt David Hockney.

00:21:11: Das hast du ja auch sehr deutlich gelesen, das gibt es ganz häufig oder?

00:21:16: Dass Namen oder Worte so Haarschaft dran vorbei verstanden oder ausgesprochen werden.

00:21:24: Im Leben oder im Buch?

00:21:25: Ja im Leben sowieso, da verstehen wir uns ständig falsch.

00:21:28: also ich meine aber auch hier im Buch Es gibt zum Beispiel auch diesen Text, in dem Tücho Brahe vorkommt.

00:21:36: Der da mal mit Y geschrieben wird und mal mit Ü. Was so eine Differenz ist die man eigentlich ja nur an der Schrift sieht?

00:21:41: Ja gut aber es ist ja auch eine Story zu lesen.

00:21:47: Und die Figuren sind zwei zehnjährige Jungs und einer weiß halt zufällig weil er sich für Astronomie interessiert wer Tüch Ho Brahe ist und von den anderen ist das nur ein seltsames Wort.

00:21:59: Und um das zu zeigen, habe ich das Schriftbild dem verändert.

00:22:04: Das sei der Junge, der es ihm nicht kennt.

00:22:05: dann Tücho mit Ü. Tüchowas.

00:22:08: soll das sein?

00:22:11: Ja aber ich wollte eigentlich hinaus auf etwas was ich möglicherweise dachte entdeckt zu haben als so ein Merkmal des Textes.

00:22:20: Ich glaube in der ersten Geschichte heißt es irgendwann einmal sagt die eine Freundin zur anderen ist es das?

00:22:24: und dann sagt er ist die Antwort nah dran?

00:22:28: Also, nah dran passiert heutiger.

00:22:30: Übrigens hatte ich gerade die Assoziation dazu gelesen hast Ich schreihe wenn ich Lust habe und niemand stellt dumme Fragen.

00:22:36: Da hab' ich zuerst gehört, ich schreibe wenn ich lust habe Und niemand stellt umme Fragen.

00:22:40: Auch so ein knappes Dran vorbei hören könnte auch sein oder?

00:22:43: Ja okay gut Aber das steht jetzt nicht da.

00:22:48: Du hast schon einen Punkt.

00:22:48: Das wäre sozusagen die zweite große Frage Die ich mir gestellt habe.

00:22:53: So wie immer wenn ich Schreibprojekte habe eine eine Frage vorliege oder so ein Fragenkomplex, oder Reihe von Fragen.

00:23:02: Und die eine war ihm wie gesagt wo zu Kunst?

00:23:05: Wozu ist sie da?

00:23:05: Was macht ihr mit uns?

00:23:08: Wie hilft Sie uns dabei Dinge zu verstehen, die uns wichtig sind?

00:23:12: Wie zum Beispiel persönliche Erfahrungen auch...wie kann sie helfen, Vergleichswerte zu produzieren damit wir die Welt besser verstehen?

00:23:23: und die zweite Frage war was es jetzt mit Sprache?

00:23:26: weil ich ja immer ganz skeptisch bin.

00:23:31: Also was Sprache anbelangt, was Kommunikation anbelANGT.

00:23:35: Weil mir – das habe ich vorhin gesagt – die Figuren aus der Nähe an ist so nah wie möglich und das bedeutet auch dass sich sie in ihrer Vereinzelung zeigen kann.

00:23:48: Und in dem Zusammenhang ist die Frage wichtig, so wie kommt jemand aus dieser Situation ein einzelner Mensch zu sein?

00:23:56: heraus, wie kann man Verbindungen stiften?

00:23:59: Wie kann man andocken an andere Menschen und an die

00:24:02: Welt?".

00:24:03: Und da würde man natürlich sagen na klar mit Sprache dazu ist sie da.

00:24:07: Das ist ja unser Kommunikationsmittel.

00:24:09: aber die Frage wäre natürlich ist Kommunikation alles und wünscht man sich nicht mehr von der Sprache als Kommunikionsmittel zu sein.

00:24:17: Wünschte man sich eigentlich nicht verstanden so werden und daher hätte ich Zweifel dass die Sprache das wirklich.

00:24:26: Also das ist mir klar geworden, dass es der Zweifel gibt am Ende des Buches.

00:24:30: Wo es auf Seite dreihundert ganz viel von diesen Zweifeln gibt also nur einen Satz zu zitieren.

00:24:36: meinst du passende Beschreibungen retten überhaupt irgendwas?

00:24:41: Ist ja so ein bisschen traurig oder man sollte doch denken nach dreihundert Seiten und es ist weniger als eine halbe seite vor Ende des buches dass man mit diesem Buch, das ich unglaublich gerne gelesen habe und in dem ja ganz viel sprachliche Präzision steckt und Beschreibungskunst.

00:25:01: Dass man damit irgendwie ein bisschen was gerettet hat.

00:25:07: Das ist die Hoffnung nicht wahr?

00:25:09: Also das wäre auch mein Wunsch, dass man das Buch ließ und sich getröstet fühlt.

00:25:13: aber das ändert nichts daran, dass wir alle einzeln sind Dass man nie das sagen kann, was man meint und dass auch die andere Person nie das verstehen kann.

00:25:25: Was man gesagt hat ich hätte es noch komplizierter sagen können aber das was sich denke und fühle kann ich natürlich nicht einfach so jemandem geben.

00:25:35: Ich muss es übersetzen in Sprache Und die personen muss es zurück übersetzen In ihren erfahrungshorizont und dabei kommen Dinge hinzu und Dinge gehen verloren.

00:25:45: jedenfalls verändern sie sich.

00:25:47: Das ist nicht schlimm Aber es ist eben so.

00:25:51: Jetzt ist das ja eigentlich so eine Reflexion der Sprachkrise, die auf eine lange literarische Tradition zurückblickt.

00:26:00: Das gibt es bei Hofmannsthal, der berühmte Chandesbrief, das gibt's bei Heinrich von Kleist und Schiller... Und so weiter.

00:26:08: Da ist ja eigentlich der Befund, dass es ein großer Selbstwiderspruch ist in der elaboriertesten Wortgewaltigsten und auch überzeugendsten Weise zu beklagen das Sprache nicht funktioniert und Verständigung immer viel geht.

00:26:25: Ich habe den Gedanken gut verstanden wie du den gerade artikuliert hast?

00:26:29: Also ich möchte das gar nicht so verkopft sagen man kann alles immer auf eine theoretische Grundlage stellen.

00:26:37: Deswegen gefällt es mir jetzt auch eigentlich sehr gut, dass du Schiller erwähnt hast.

00:26:40: Weil man natürlich sagen kann die Feststellung das Kommunikation oder Verständnis so wie ich das beschrieben habe eigentlich nicht möglich ist entbindet ja gar nicht von der Aufgabe sich so klar wie möglich auszudrücken.

00:26:56: und da wäre man bei Schiller nicht man wär beim Idealismus halt so nah wie möglich dran zu kommen.

00:27:02: Das würde ich schon sagen, das muss immer auch gegeben sein.

00:27:05: Es heißt ja nicht, dass man einfach sich in die Beliebigkeit flüchten kann nur weil man nicht genau das sagen kann was man empfindet oder denkt.

00:27:17: Also du bist so eine pessimistische Idealistin?

00:27:20: Ja, würde ich sagen.

00:27:23: Auch aber ich hoffe nicht ohne Humor.

00:27:26: also das Buch soll überhaupt nicht schwer wirken.

00:27:29: Jetzt bist Du Schriftstellerin.

00:27:35: Wenn du die Wahl hättest und dir noch mal eine Kunst neu aussuchen könntest, würdest du dir wieder die Literatur aussuchen?

00:27:42: Ich würde mir... Okay jetzt sage ich etwas.

00:27:45: Das klingt sehr albern aber es ist gar nicht so verkehrt!

00:27:48: Ich habe in einem Interview Reese Witherspoon sagen hören man soll sich wenn man jung ist etwas aussuchen was man gut kann und versuchen darin besser zu werden.

00:28:01: So findet man seine Berufung oder den Beruf, der Spaß macht.

00:28:05: Man soll nicht sich irgendeine Idee im Kopf setzen und gar nichts fragen.

00:28:09: kann ich das überhaupt?

00:28:12: Ich würde wahrscheinlich immer wieder auf die Literatur fallen weil ich kann nicht singen und ich kann auch nicht malen Und auch sonst bin ich handwerklich unbegabt.

00:28:23: Was sollte ich sonst machen?

00:28:25: also ich würde wahrscheinlich Immer wieder zur Literatur finden

00:28:30: Ja gut, aber es gibt ja auch in der Literaturgeschichte Kandidaten von Gewicht und Kandidatinnen die vielleicht gerne was anderes gemacht hätten.

00:28:40: Also Thomas Mann hat kein Geheimnis daraus gemacht dass er sich als verhinderten Musiker verstanden hat und irgendwie bespricht auch manchmal Trauer aus seinen Texten das er nicht komponiert hat.

00:28:53: so ich frage nach diesen unterschiedlichen künsten weil ist ja Ein Geschichte, die du schon erwähnt hattest.

00:29:02: Also wo es um das Kinderporträt geht weil es da ja um Malerei geht und weil da immer wieder dieser Gedanke des Wettstreits der Künste anklingt was kann Sprache?

00:29:14: Was kann Malerei?

00:29:16: Gibt's da Unterschiede?

00:29:19: Ja natürlich!

00:29:21: Das meinte ich.

00:29:22: Es gibt ja Unterschiede.

00:29:24: Ja klar, das heißt ja nicht dass sich mir wünscht Ich würde was anderes machen.

00:29:29: Mich interessiert Kunstgeschichte, ich habe das nicht offiziell studiert aber da ich in Deutschland studiert habe konnte ich mir manchmal Freiheiten erlauben und saß auch in Vorlesungen über die niederländische Malerei oder so.

00:29:46: Das sage ich jetzt weil das Gemälde aus der also das ist eine aus den südlichen Niederlanden stammendes gemäldet das beschrieben wird.

00:29:55: Was kann die Sprache anderes als die Malerei?

00:29:58: Ja, sie hat die Zeit auf ihrer Seite.

00:30:02: Die Malerei eher nicht... Also wir sprechen jetzt von Figurativermalerei nicht und natürlich gibt es da Bildformen seit dem Mittelalter dass man auch Entschuldigung ganze Erzählungen wie einen Comic auf ein Gemälde bannen kann aber eigentlich Ist ja, also wie das Hockney-Gemälde.

00:30:22: Das ist eine statische Situation oder etwas was in dem Moment festgehalten wird und die Sprache, also die Erzählungen, die Literatur erzählt etwas in der Zeit.

00:30:37: Es gibt dir diesen Satz dass Erinnerungen in ein Abbild übertragen werden soll, dass hinterher jemand glaubt Und der fällt im Zusammenhang mit einer furchtbar traurigen Geschichte.

00:30:50: Du hast gerade gesagt, das Buch und die Stories sollen auch leicht sein aber diese hier geht einem ganz schön zu Herzen.

00:30:59: Aber sie wird aus der Perspektive eines Kindes erzählt.

00:31:03: wenn es Mädchen ist vielleicht acht oder neun älter nicht muss mit dem Tod ihrer Schwester zurechtkommen.

00:31:11: Warum?

00:31:12: Die Frage war nicht, wie geht ein Kind mit dem Tot seiner Schwester um sondern die Frage war was ist das auf diesem Bild dargestellt dass es wirklich gibt.

00:31:20: Das heißt Mädchen mit dem toten Vogel und es stammt ungefähr ja also fünfzehn zwanzig bis fünfzehntfünfundzwanzig.

00:31:30: Man weiß es nicht genau, man weiß auch nicht wer das gemalt hat.

00:31:33: Das ist aber ein ziemlich bekanntes Bild, das hängt in Brüssel im Musee de Bosach und das war auch in Deutschland schon auf verschiedenen Buch-Cover'n zu sehen also jetzt nicht völlig unbekannt.

00:31:43: Also Porträtmalerei.

00:31:44: deswegen ist das Abbildungsverhältnis wichtig weil du das vorhin zitiert hast.

00:31:51: Und dann ist die Frage so was?

00:31:52: wie kommt das Bild zustande?

00:31:55: Wie malt man das Bild eines verstorbenen Mädchens.

00:32:00: Das geht ja nicht, man hat keine Fotos auf die man zurückgreifen könnte und deswegen erzähle ich das dann so dass die ältere Schwester gemalt wird, die der verstorbene nüngeren Schwester ähnlich sieht.

00:32:14: Ich verrate aber noch nicht zu warum man denken kann, dass es sich überhaupt um ein verstorbendes Kind auf dem Bild handelt oder?

00:32:21: So ein bisschen muss man auch was im Ungefähren lassen.

00:32:26: Ja Ich hätte jetzt noch gerne diesen nach dieser eigentlich am spräuchlichen fast schon Situation gefragt, dass das überlebende Kind Modell sitzen muss für sein verstorbenes Geschwister und dabei auch das Kleid trägt.

00:32:46: Die ältere Schwester hatte, als sie jünger war ein Kleid.

00:32:49: Und dieses Kleid hat sie abgegeben an die jüngere Schweste und die junge Schwester hat das getragen.

00:32:54: Jetzt gibt es für die älteren Schwester dieses Kleids in Größe damit sie da mit Modell sitzen kann als Modell für die jungen Schwester.

00:33:03: Das ist erst mal um mehrere Ecken gedacht.

00:33:06: auch irgendwie traurig oder?

00:33:09: Ja aber nicht für das Kind.

00:33:11: Das Kind freut sich einfach nur über das schöne Kleid.

00:33:14: Also das Traurige entsteht durch deinen Blick, aber nicht durch den Blick der Figur.

00:33:21: Ja, muss ich noch mal nachdenken?

00:33:23: Das kann gut sein.

00:33:24: und dann... Weil

00:33:25: Entschuldigung!

00:33:25: Es gibt ja auch eine Figur im Buch die sich darüber beschwert also die Haushälterin Sanne.

00:33:30: Die findet es auch unmöglich und sagt das auch durch die Blume und das Kind versteht gar nicht warum das Kleid so anstößig sein soll.

00:33:40: Aber das kommt ja in der Geschichte vor.

00:33:42: Dass das Kind denkt, ich hab wieder so das tolle Kleid, dass ich abgeben musste.

00:33:45: Weil ich zu groß war und jetzt habe ich's

00:33:47: wieder.".

00:33:49: Und die Haushälterin oder Köchin denkt so, es ist eigentlich nicht in Ordnung was hier passiert?

00:33:54: Ja, ich war da ganz bei der Haushältern.

00:33:56: Das muss ich hier zugeben und hab mich auch nicht dabei beobachtet... Also, die Frage hat sich wenig gestellt.

00:34:01: Kann man das doch anders sehen?

00:34:03: Ich hab diese ältere Schwesterheit ... Unglücklich.

00:34:09: wahrgenommen kann sein, dass das eine Fehlektüre ist.

00:34:12: Müssen wir noch mal angucken jetzt?

00:34:14: Vielleicht auch deswegen weil sie am Ende diesen toten Vogel in die Hände bekommen.

00:34:22: Die Hände bleiben frei lange Zeit während der Meister malt und es gibt ganz tolle Kunstgespräche zwischen... dem Meister und dem Kind, der das Kind anders als andere erwachsene.

00:34:35: Wahrscheinlich auch die Eltern ernst nimmt.

00:34:37: Und wie ein Menschen behandelt und nicht nur wie ein Kind.

00:34:40: Das wurde damals unterschieden noch.

00:34:43: Aber irgendwie bleibt ja offen was bekommt das Kind in die Hand gedrückt auf den Bild?

00:34:48: Dann ist es ein toter Vogel!

00:34:50: Und dann geht's gar nicht mit totem Vogel sondern um die Augen des Kindes.

00:34:54: Die eben auf dem ... Ja jetzt sag ich's dann doch... Also die auf dem Gemälde ganz kleine Popillen haben.

00:35:01: Das ist rätselhaft, weil warum?

00:35:03: Also es wirkt so als hätte dieses Mädchen zu nah an einer Flamme gesessen oder das wäre zu hell gewesen.

00:35:09: aber warum würde man in dieser Zeit also im ersten Viertel des sechzehn Jahrhunderts... Warum würde man da eine psychologische Note mit hineinbringen was gar nicht typisch war und vor allem weil wer gar nicht wissen von wem dieses Bild stammt sehr besonders.

00:35:27: Und etwas, was mir irgendwie nachgegangen bin.

00:35:33: Ich habe versucht so viel wie möglich über dieses Gemälde zu lesen und ich fand einfach keine Erklärung gut genug.

00:35:41: Also es sagen natürlich alles hat mit Trauer zu tun.

00:35:44: Natürlich wenn man schockiert ist, wenn man betroffen ist können sich die Pupillen verengen.

00:35:50: Der Vogel ist ja ganz klar kein... berätselhaftes Symbol.

00:35:57: Das Bild hat mir Trauer zu tun, aber warum würde man das für ewigen ein Mädchen mit einem toten Vogel?

00:36:02: Warum gibt es dieses Bild?

00:36:05: und ich habe mir dann überlegt, dass muss eigentlich ein totes Kind sein.

00:36:11: Warum würde man es sonst so darstellen und auch die Betroffenheit mitmalen?

00:36:18: Weil es ja sonst wäre es eine Anekdote sozusagen und das wäre einfach zu untypisch Und deswegen habe ich das ... So kam es zu dieser Erzählung.

00:36:30: Das Bild beschäftigt mich ja schon lange, das ist nicht einfach so eine Schnapsidee gewesen.

00:36:37: Ich wollte schon lange etwas darüber schreiben und ich hatte auch beim Schreiben irgendwann die Postkarte mit diesem Bild immer im Laptop eingeklemmt, dass sich das sehen konnte beim Schrauben.

00:36:52: Ja?

00:36:52: Es war meine kleine Helferin!

00:36:55: Ja, okay.

00:36:55: Ich hatte vor allem diesen Satz zitiert.

00:36:57: also es geht darum ein Appel so zu malen.

00:36:58: das ist jemand glaubt dass es geht um Glaubwürdigkeit und meine Frage nach dem Wettstreit der Künste Sieht ihr vielleicht auch so ein bisschen in die Richtung Ist die Malerei Glaubhafter?

00:37:11: Vielleicht als Die Sprachkunst?

00:37:13: weil wenn ich mich nicht täusche Es durchgehend In Diesem Buch Um Das Lügen Geht.

00:37:20: ja

00:37:22: Ja, also ich habe es jetzt... Damit habe ich mich befasst.

00:37:26: Es geht durchgängig um das Lügen.

00:37:28: Das beginnt in der Geschichte über die wir schon ganz kurz gesprochen haben und hinterher der Wahl vorkommt.

00:37:36: Da gibt es diese beiden Cousinen, die zusammen wohnen, diese beiden Spanierinnen.

00:37:45: Eine der beiden entwickelt früh Vittrosität im Lügen und Fälsch.

00:37:49: Und zum Beispiel indem sie die Unterschrift der Muttern in der Schule fälscht, also die Geschichte ist voller Lügen.

00:37:55: Und irgendwann kommt eine Krise auf zwischen den Beiden und das merkt man unter anderem daran dass die eine der beiden die Lügengeschichten der anderen hört die bisher immer nur gegen Dritte sozusagen gewendet wurden.

00:38:15: aber jetzt sehe ich dich an und es sieht so ein bisschen aus, als ob du darüber nachdenkst dass dein buch von vorne bis hinten vom lügen spricht und handelt.

00:38:24: Nee sich tu jetzt auch ein bisschen naiver natürlich Das gehört ja dazu.

00:38:29: also Literatur ist ja nicht die wahrheit in dem Sinn.

00:38:32: das ist ja alles erfunden Und in der ersten in allerersten erzählung diese rame Erzählung ist Da gibt wird auch gelogen.

00:38:42: dieser erzählfigur belügt den Obsthändler Lucky und erzählt irgendwelche warnwitzigen Geschichten über Neuseeland, wo diese Figur gewesen sein will.

00:38:55: Und alles ist erfunden und man merkt das weil er behauptet oder sie ... Ich habe diese Vögel gesehen und diese Bäume und die sind alle schon ausgestorben.

00:39:05: Lucky stört es aber gar nicht.

00:39:07: Er findet das interessant und möchte mehr solche Geschichten

00:39:11: hören.".

00:39:11: Aber ich glaube, es ist eine strategische Lüge.

00:39:13: Weil die erzählende Person glaube ich gar nicht die Lebensmittel bekäme bei Lucky, die sie bekommt wenn sie nicht auch diese Geschichten anbieten würde.

00:39:23: Genau das ist die Währung.

00:39:25: Die Stories sind die Wärungen.

00:39:28: Na ja jetzt sagst du die Stories Apropos Stories.

00:39:31: Warum eigentlich?

00:39:32: Wir hatten ja gerade schon über Sprache und Präzision gesprochen.

00:39:36: Er musste dass denn Anglizismus sein.

00:39:38: Ja Es ist eigentlich kein Anglizismus in dem Sinn.

00:39:42: Es sind Stories nach dem Vorbild der amerikanischen Short Story und deswegen schien es mir richtig sie so zu nennen, weil man kann auch Kurzgeschichte sagen aber dann ist man direkt im Deutschunterricht und das wollte ich nicht.

00:39:58: Okay, das verstehen wir natürlich.

00:40:02: Ich hatte so ein bisschen das Gefühl, als ich gerade bei den Lügen nachhaken wollte und dich auf frischer Tat ertappen wollte.

00:40:09: Bist du ausgewichen von der Lüge in der ersten Erzählung?

00:40:13: Da der Erzählungen ... Wie heißt die Geheimnisse aus der Tiefe?

00:40:17: Nein!

00:40:19: Die Dinge in der Tiefer... Bist Du ausgewichen auf diese Rahmenerzählung, auf eine harmlosere Lüger?

00:40:28: Ja aber es ist ja so.

00:40:32: Dazu ist diese Rahmenerzählung da.

00:40:34: Da kann ich wirklich sagen, da reflektiere ich meinen Verständnis von Literatur und es fällt mir auch nicht so schwer darüber zu sprechen was ich da mache wohingegen Ich ungern meine eigenen Erzählungen interpretiere.

00:40:48: und sobald ich das Gefühl habe, du versuchst mich in die Richtung zu locken.

00:40:55: Dann hab' ich den Reflex einfach zu sagen ja schau mal das habe ich doch im Rahmen gesetzt und dann kann ich es immer wieder aufgreifen.

00:41:01: Und so ist das Buch auch gedacht.

00:41:03: also sind nicht irgendwie Erzählungen die gar nichts miteinander zu tun hätten.

00:41:08: Es ist nicht eine beliebige Ansammlung würde mir auch nicht reichen zu sagen, sie behandeln ähnliche Themen.

00:41:16: Sondern das geht bis auf die motivische Ebene und ich nehme sogar manchmal Sätze aus einer Erzählung und jubel sie eine anderen Figur in einem ganz anderen Kontext unter so dass es wirklich sehr eng verzahnt ist.

00:41:31: Jetzt sind wir natürlich in so einem Dilemma, dass wir hier über deine Literatur reden und du möchtest sie nicht interpretieren.

00:41:37: Nicht so viel darüber sagen!

00:41:38: Ich bin vorbereitet auf das Dilemmer und habe es einen Satz rausgeschrieben die ich sogar unterstrichen habe.

00:41:44: Ich lasse natürlich das Wesentliche aus steht auf Seite zweihundertundzwanzig und ich dachte ja okay damit muss sich jetzt heute klar kommen, dass du dann noch so sagst will ich nichts sagen kann ich nicht sagen lese doch das Buch

00:42:01: halbtheoretische Grundlage dafür geschaffen, den jetzt so wegzubügeln.

00:42:06: Weil ich gesagt habe man kann gar nicht sagen was man meint und denkt Das ist ja vielleicht das Wesentliche.

00:42:13: So, dann kann ich jetzt einfach sagen siehst du und das steht auch im Buch

00:42:16: Ja Du hast sich sogar hinreißen lassen zu sagen dass es möglicherweise drei wesentliche Komplexe gibt in dem buch mehr am zwei schon heraus gewittert nämlich erstens die kunst zweitens kommunikation Und reden aneinander vorbeireden einander missverstehen glaube ich oder sprache Sprachkrise uns weiter Schiller der idealist.

00:42:40: Die ganze Zeit überleg ich, kriege ich den dritten Punkt noch raus.

00:42:42: Weil ich so ein bisschen Sorge habe du sagst es nicht freiwillig?

00:42:45: Ja doch die sag schon freiwilligt!

00:42:47: Also das ging ja darum als Ausgangspunkt zu sagen okay wie schafft ist eine Figur aus ihrer Vereinzelung auszubrechen?

00:42:56: oder auch wenn sie's nicht schafft wie versucht die Figur das?

00:42:59: und versuchen Menschen das überhaupt?

00:43:01: was tun Menschen damit sie weniger allein sind weniger nur sie selbst sind?

00:43:07: Und da kann man ja sagen, gut sie schaffen Kunst.

00:43:10: Sie versuchen in irgendeinem Bild jetzt im weiteren Sinne sich begreiflich zu machen was sie erfahren, was sie sehen und was ihnen begegnet dann eben in Sprache machen sie das auch.

00:43:23: also man versucht ja sprachlich so genau wie möglich mit vielen Hinsichten zu beschreiben was Sache ist?

00:43:32: Was sind überhaupt die Dinge die einem begegnen?

00:43:34: Und die dritte Möglichkeit, dachte ich wie man aus sich selbst herauskommt und das wenigstens versucht ist dass man sich mit anderen Menschen umgibt.

00:43:44: Also wie gehe ich mit dem Anderen um?

00:43:47: Wie knüpfe ich eine Verbindung?

00:43:49: Wie schaffe ich das?

00:43:50: Dass es etwas zwischen zwei Menschen gibt was nicht einfach Zufall ist sondern eine wirkliche Beziehung die einen in manchen Situationen tragen kann.

00:44:00: Ich habe ja vorhin das gelesen mit der Schülerin Die Carola, die Bademeisterin da jeden Tag ein bisschen nervt.

00:44:08: Aber sie braucht diese Frau.

00:44:10: Sie braucht es, dass jemand einen Auge auf sie hat wie sie da schwimmt?

00:44:14: Weil das so dürftig das ist als Mutterersatz.

00:44:18: Aber so wichtig ist auch, dass da einfach jemand ist, der auf sie achtet und sie ... hat diese, also eine ähnliche Beziehung dann auch mit der Deutschlehrerin von der sie genau weiß.

00:44:27: Sie hat ein Auge auf mich die passt auf das ich nicht untergehe um jetzt dieses Bildern zu benutzen.

00:44:34: Jetzt hast du gerade gesagt Karola Die Bademeisterin.

00:44:38: Ich meine mich zu erinnern dass Du vorhin als Karola erwähnt wurde das erste mal so etwas gesagt hast wie die könnte.

00:44:46: da Passt da auf, könnte die Bademeisterin sein.

00:44:50: Und das ist mehrmals schon gesagt, könnte bei den Cousinen aus der ersten Geschichte.

00:44:56: Hast du gesagt?

00:44:57: Die haben Kunstgeschichte studiert und denkbar, dass sie was auch in dem Bereich machen.

00:45:04: Könnte man sich ja fragen, naja wieso weißt denn das nicht?

00:45:06: Du bist ja die Autorin oder ist dir die Figuren ausgedacht?

00:45:09: Ergo, weißt du, was die arbeiten?

00:45:10: Ob die Bademeisterinnen sind Ja-oder Nein?

00:45:12: Aber es ist egal, was ich im Nachhinein darüber sage.

00:45:16: Es steht nicht im Text!

00:45:17: Und ich kann die Geschichte ja nicht erweitern dadurch, dass sich jetzt noch so als Zusatzinfos dir mitgebe was ich mir so aufgeschrieben und gedacht habe.

00:45:28: Ich überlege mir immer diese Situationen sehr genau und dann wähle ich aus was ich für die Erzählungen brauche und vieles lasse ich dann eben weg.

00:45:37: Ja aber du musst doch eigentlich mehr wissen zum Beispiel bei den Figuren als du reinschreibst in den Text.

00:45:46: Und du hast jetzt gesagt, Karola ist vielleicht weiter.

00:45:48: Meistern spricht viel dafür.

00:45:50: aber in dieser Geschichte die auch schon hier Erwähnung fand mit dieser toxischen Beziehung und diesem größen wahnsinnigen Charakter der mal mit den Wahlen schwimmen würde gerne da hast Du gesagt Da kennt man das Geschlecht der beiden Figuren nicht.

00:46:08: Ich bin da schon in die Lesefalle getappt und hab mir gedacht, der Wahlschwimmer ist natürlich ein Mann.

00:46:15: Und die verlassene Person, die auf so traurige Weise dem irgendwie auf einer Social Media Plattform folgt... ...und diese Videos anschaut, die jetzt von einer anderen Person in Klammern nicht dachte Frau aufgenommen werden?

00:46:32: Also du disziplinierst dich dann in der Hinsicht und sagst, ich sage jetzt nicht.

00:46:36: Was haben die Charaktere für ein Geschlecht?

00:46:38: Das ist offen.

00:46:39: Ich weiß es also auch selber nicht.

00:46:41: Denn das ist nicht die Frage.

00:46:43: Also was heißt dass sich Weißes selber nicht gibt.

00:46:47: Es gibt ja nur den Text.

00:46:49: Und was ich mir vorstelle beim Lesen oder was du dir vorstellst beim lesen muss gar nicht sein was ich mir gedacht habe, was zum Text geführt hat.

00:46:59: Da sind wir wieder bei dieser Kommunikationssituation.

00:47:04: Also das Buch ist ja ein bisschen... Ich würde wirklich sagen aufgebaut wie ein Roman.

00:47:08: Es gibt diese Grundfragen die ich mir gestellt habe, die man sich aber beim Lesen überhaupt nicht stellen muss.

00:47:13: also man kann da einfach so reinlesen und ich habe versucht die Motive so miteinander zu verknüpfen.

00:47:21: und in der Wahlgeschichte, die du angesprochen hast, wo es ja auch eine ganz toxische Beziehung gibt zwischen drei Frauen.

00:47:28: Da habe ich sozusagen die männliche Komponente einfach von vornherein raus gelassen.

00:47:35: Die Männer spielen da keine Rolle.

00:47:36: Es geht um drei Frauen und wie sie miteinander umgehen.

00:47:40: Und dann hat sich im Anschluss für mich die Frage gestellt ist das denn eigentlich weiblich und männlich konnotiert.

00:47:49: Wenn man eine Geschichte liest über eine toxische Beziehung, dass man eben sofort weiß das ist ein Mann und das ist eine Frau oder vielleicht sind es zwei Männer und zwei Frauen wer weiß?

00:47:59: Und das war dann so eine Art formale Herausforderung die ich mir selber gestellt habe kann nicht So einer Geschichte erzählen ohne mich sprachlich festzulegen welches Geschlecht die Figuren haben.

00:48:13: und was sagen nachher die Menschen die das lesen?

00:48:15: also Machen die das so wie du oder eher nicht und es gibt beides viele sagen für sie ist dass ein Mann.

00:48:24: und ich hätte ohne dass das jetzt irgendwas über den also Den Gehalt der Erzählung aussagt.

00:48:32: Ich hätte auch die vermutung, dass man Dass man das eher als männlich liest wenn jemand so größer wahnsinnig ist und Und eine einen ex-partnerin oder ex-Partner in der nase herum führt mit Manipulativen Tricks, aber ich würde das nicht von vornherein ausschließen wollen.

00:48:53: Also mein Eindruck war jetzt auch wenn ich so höre ein bisschen darüber nachdenke dass es vielleicht ohne männliche Pronomen und das Outing als Mann ist.

00:49:05: also Fast hätte ich gesagt, allein schon weil er so ein großer Unsympath ist.

00:49:09: Er oder sie.

00:49:10: Also es ist ein sehr männliches Verhalten also ein besitzergreifendes Verhalten das sogar auf die Landschaft übergreift.

00:49:16: Ich bin mir nicht sicher ob der Satz aus dieser Erzählung ist?

00:49:20: Aus dieser Story ist er hat er den See gemalt als Gehörer ihm.

00:49:24: Ist das eine andere Geschichte?

00:49:25: wegen der Pronomistin war sich jetzt nicht genau...

00:49:27: Das ist die Geschichte dass es dann also das ist nicht die Figur wo dies geht sondern einen Maler den es gibt.

00:49:37: Aber nur um dir zu sagen, wie ich arbeite in der ersten Erzählung mit dem Wahl, wo es um drei Frauen geht.

00:49:44: Habe ja das toxische Verhalten schon einer Frau gegeben so dass sich dachte vielleicht habe ich es dann so ausgeglichen, dass man beim Lesen sich wirklich fragt sind das jetzt ist es ein Mann?

00:49:59: Ist es eine Frau oder ist es egal?

00:50:01: Vielleicht ist auch egal.

00:50:03: Vielleicht geht es da wirklich nur um die Dynamik zwischen zwei Personen

00:50:09: oder

00:50:10: drei auch wieder.

00:50:11: Okay, also toxisch muss ja nicht männlich sein?

00:50:13: Es gibt eine Reihe von Figuren, die nicht so gut im Sinne von sympathisch in ihrem Verhalten rüber kommen.

00:50:24: Es gibt zum Beispiel auch ne Mutter, die aus verständlichen Gründen sicherlich aber trotzdem auf traurige Weise nicht so richtig um ihren Sohn kümmern kann Und in der ersten Geschichte ist ganz viel Gift und Verführung.

00:50:41: Vielleicht können wir noch mal bei die erste lange Geschichte reden, die mit dem Wahl am Ende?

00:50:50: Kannst du da vielleicht nochmal umreisen was das Beziehungsdrama ist?

00:50:55: Es geht um... zwei Cousinen, die in Spanien aufwachsen ein bisschen als wären sie Schwestern.

00:51:02: Also sind sich sehr nahe.

00:51:03: Die Familien sind sehr nah und Sie machen eigentlich alles zusammen.

00:51:07: Sie gehen auch zusammen zur Schule Und die beschließen dann irgendwann dass sie zusammen studieren werden obwohl wie das ja bei jungen Menschen normal ist sie sich ein bisschen auseinander entwickeln.

00:51:20: Das machen sie dann und weil sie Geld sparen wollen vermieten sie so einen Ein Kapuff eigentlich, das ist gar kein richtiges Zimmer in ihrer Wohnung an eine Belgerin.

00:51:33: Und da entwickelt sich dann am Anfang eine Freundschaft zwischen diesen drei Jungen Frauen.

00:51:38: Das klappt alles sehr gut.

00:51:39: Es sind so die besten Jahre und dann verliebt sich aber diese Belgerin in einer der Cousinen.

00:51:46: Und es hat.

00:51:48: von außen betrachtet weiß man schon die andere Cousine ist eigentlich in die verliebte.

00:51:55: Es hat mit Allversuch zu tun, aber auch mit Freundschaften und Loyalitäten.

00:52:00: Was man sich selber eingesteht was man sich über andere eingestellt.

00:52:05: Und diese Beziehung kann nicht gut gehen.

00:52:08: die Leben auf zu engem Raum zusammen und das führt Ende zu einem mutwillig provozierten Unfall bei dem eine der Frauen eine schwere Verletzung erleidet Und dann geht das in der Erzählung darum, wie sie mit dieser Verletzung umgeht.

00:52:27: Es ist eigentlich eine Novelle keine Story.

00:52:29: da habe ich vorhin schon ein bisschen zu viel gesagt.

00:52:32: Das ist keine American Short Story sondern wirklich ne klassische Novelle Mit dem Falken der eben diese Geschichte ein Wahl ist.

00:52:40: und ja es geht darum wie zwei dieser Frauen sich immer wieder treffen zusammen verreisen damit die Frau die eine Behinderung hat seit diesem Unfall dass irgendwie verarbeiten kann.

00:52:54: Zusammen mit ihrer Freundin und sie, wir haben ja schon viel über Sprache gesprochen Sie sprechen gar nicht darüber was da passiert ist sie treffen sich einfach und das allein hilft schon.

00:53:05: Und in der Erzählung In der Reise die da beschrieben wird kommt es dann doch einmal zu einer Aussprache Die aber auch knapp vorbei ist würde ich sagen also die Nicht die nicht genau das thematisiert was thematisiert werden sollte Aber die vielleicht trotzdem Hilft.

00:53:23: Und daran, dass ein dieser Frauen diesen schweren Unfall hat und dann eine Beinpotese trägt?

00:53:31: Daran ist Ulrich Wikkert der ehemalige deutsche Moderatorschuld.

00:53:36: Richtig!

00:53:36: Nicht Schuld aber wie gesagt man muss sich immer auf... Vorbilder suchen für Details, die glaubwürdig klingen.

00:53:43: Und es gibt ein Dokumentarfilm über Paris in dem Ulrich Wiggert behauptet man könne in Paris einfach über die Straße laufen ohne sich umzusehen weil alle so achtsam sein und dreht sich dann vor der Kamera einfach um und läuft mit den Kreisverkehr.

00:53:59: das ist gestellt, hoffe ich aber die Studentinnen tun so als wäre erwiesen.

00:54:08: Also das könnte man sich darauf berufen und es ist so eine Geschichte, die auch in meiner Studie in Zeit oft erzählt wurde dieses Ulrich Wickert Methode die Straße zu überqueren.

00:54:21: Eine Dummheit unter vielen was dem Studenten so reden nicht?

00:54:25: Irgendwelches Zeugs und dann kann man spielerisch damit umgehen oder man nimmt es auf einmal ernst.

00:54:33: Ach so und jetzt verstehe dich richtig, dass deine Interpretation der Geschichte die ist.

00:54:38: Dass die junge Frau hier losläuft in den Verkehr an der Plastidula Concorde?

00:54:43: Dass sie das glaubt, dass sie da durchkommt unbeschadet?

00:54:47: Das steht ja auch nicht im Text.

00:54:49: Also mein Interpretations wäre auch egal aber es steht auch nicht da.

00:54:52: also die macht das nur weil es von ihr verlangt wird.

00:54:55: in der Situation

00:54:57: Du warst jetzt wirklich diese Disziplin, dich mit deinen Interpretationen zurückzuhalten.

00:55:00: Hast du nicht manchmal Lust auch die Texte zu interpretieren oder zum Beispiel auch falsch und zu Spuren zu legen?

00:55:05: Also Kafka hat sich so ein brünches Beispiel der also so absurde Interpretations seiner eigenen Geschichten und das Volk gebracht hat.

00:55:14: macht das doch auch mal.

00:55:15: Wer sagt dir denn dass ich das nicht längst tue?

00:55:18: So es geht nicht im Kunst und Sprache eigentlich.

00:55:23: Man kann doch eigentlich AutorInnen nicht trauen, wenn sie über ihre Texte sprechen.

00:55:31: Ich finde es gar nicht so wichtig was ich darüber sage.

00:55:34: Ich habe ja das Buch abgeliefert und ich kann darüber erzählen, was ich mir gedacht habe.

00:55:40: aber es sollte niemand meinen dass ich das Buch besser verstehe als irgendjemand sonst.

00:55:46: Das glaube ich nicht und darum geht's ja nicht.

00:55:49: also beim Lesen will man ja Man will ja nicht wissen, was hat der Auto oder die Autorin sich dabei gedacht.

00:55:55: Sondern man will wissen, ... Was kann ich jetzt für mich damit anfangen?

00:55:59: Ja klar.

00:56:02: In der ersten Geschichte hast du gesagt es gibt diese toxische Dreiecksbeziehung.

00:56:08: Das ist auch so eine alte Konfiguration.

00:56:10: Der eine liebt die andere oder den anderen wird nicht zurückgeliebt und ein Dritter usw.

00:56:15: Es geht nicht auf.

00:56:16: Es gibt aber auch diesen Lehrer irgendwie mindestens rhetorisch sexuell übergriffig ist und dazu auch noch die Kunst missbraucht.

00:56:28: Magst du dazu was erzählen?

00:56:29: Da gibt es ja irgendwie so eine Konfrontation mit zwei der Protagonistinnen, die nach London fahren und dann da sofort gemeldet mit Frauenkörpern stehen.

00:56:40: Genau das ist eine ganz unglückliche Ausgangslage für die Figuren also die heißen Camino und Marisol.

00:56:46: beide lieben Kunstgeschichte Und haben dann leider einen Lehrer, den sie nicht ausstehen können und der im Unterricht immer wieder die Gewichtung so legt dass er nackte Frauenkörper zeigen kann.

00:57:04: Das macht er in wie du gesagt hast ja übergriffiger Weise.

00:57:07: Er muckiert sich ein bisschen dann über die Naivität der Schülerinnen.

00:57:12: Und mit diesem Lehrer müssen sie dann den Klassenausflug machen, so die Klassenfahrt machen nach London.

00:57:20: Und auch da wo Sie dann dieser Sicherheit der Schule und Ihres normalen Umfelds entzogen sind, da versucht dieser Lehrer dann wirklich schon auch körperlich übergriffig zu werden immer so dass man das ja sich so rausreden kann.

00:57:41: Und da gibt es dann Widerworte von Marisol, von einer dieser beiden Cousinen die das nicht mit sich machen lässt.

00:57:48: Sie gehen zusammen in eine Kunstausstellung, die nur aus Nacktporträts von Frauen besteht.

00:57:56: und beide Cousine das merkt man also.

00:57:58: wir sind so als Leserinnen bei der einen Figur die Camino regt sich fürchterlich darüber auf über dieses abgeschmackte Thema, langweilig.

00:58:09: Warum machen die Maler das?

00:58:11: Und dann hat sie auch also genaue Vorstellung warum mal er das machen.

00:58:15: und die andere Kusine Marisol bekommt dann die Avancen des Lehrers ab und wehrt sich dagegen und gibt ihm zu verstehen dass er ein erbärmliches Würstchen ist.

00:58:26: Aber erfasst Sie trotzdem oder deswegen an?

00:58:29: Ja erfasst sie an Weil er sich jetzt traut.

00:58:32: Die sind nicht mehr in der Schule, es ist dann ein Umfeld, in dem nicht klar ist was passiert und da fasst er sie an.

00:58:41: Hat ja auch die Kunst buchstäblich hinter sich, also da sind Dutzende so appetitlich angerichtete nackte Frauen ausgestellt.

00:58:52: Da geht's irgendwie um den männlichen Blick.

00:58:59: Also ich hab die Geschichte gelesen als eine Form von Kritik an dieser Idee, dass man legitimiert ist, weibliche Körper so zu betrachten wie sie lange Zeit in der Kunstgeschichte betrachtet und dargestellt worden

00:59:11: sind.

00:59:11: Ja genau das würde ich unterschreiben.

00:59:14: also weil warum?

00:59:15: Das ist eigentlich auch kein neuer Diskurs.

00:59:17: das war vor ein paar Jahren ein großes Thema.

00:59:20: soll man überhaupt noch Ausstellungen mit nackt Porträts machen also wo das nackte Portrait das Fugil ist um das es geht?

00:59:28: Und dann sind ja die Gegenangumente immer, das gehört zur Kunstgeschichte.

00:59:34: Ja gut man soll auch die Bilder nicht vernichten.

00:59:36: Man muss sie auch nicht für immer in einen Schrank sperren.

00:59:39: aber genau den Blick darauf zu richten und dieses Gefälle zwischen Maler und Modell zu reproduzieren in der Ausstellung ist dann doch etwas abgeschmackt finde ich.

00:59:57: Da habe ich der Figur Camino einen Museumsbesuch von mir selber untergeschoben, der schon länger zurückliegt.

01:00:08: Das war eine Modigliani-Ausstellung in London und ich habe das angesehen und ich hab es auf einmal nicht mehr verstanden.

01:00:16: Ich bin als Studentin immer sehr gerne ins Museum gegangen und habe mich auch nie daran gestört.

01:00:21: also ich habe auch ja was weiß ich so Courbet, also L'Origine du Mont.

01:00:27: Es hat mich nie schockiert.

01:00:28: Ja, es ist einfach ein Bild, das gehört zur Kunstgeschichte.

01:00:31: und irgendwann dachte ich so ne Stopp also in dieser Ansammlung ist es einfach seltsam.

01:00:37: Warum macht man das?

01:00:38: Und die ja vielleicht war ich da ein bisschen sehnsüchtig so und dachte wäre ich doch als Studentin so intelligent gewesen wie Kamino und hätte das gleich gemerkt und hätte mich gleich davon abgewandt.

01:00:51: und dann habe eine Position untergejubelt, die ich erst vielleicht in meinen zwanzigern vertreten hätte.

01:01:00: War das jetzt ein Plädoyer für weniger oder gar keine nackte Frauen mehr?

01:01:05: In den Museen?

01:01:06: Nein, gar nicht!

01:01:07: Aber man muss sich halt immer überlegen warum man etwas macht.

01:01:09: Es gibt keinen naiven Blick es gibt kein naives Korratieren.

01:01:13: Man will ja etwas aus und damit möchte man etwas sagen Und dann muss man sich fragen wozu das gut ist.

01:01:22: Okay, also ich glaube da ist eine Figur, Camino mit der Zeit gegangen und das haben wir verstanden.

01:01:31: Das wird auch anders kuratiert heute.

01:01:34: Ja zum Glück.

01:01:36: Apropos mit derzeit gehen.

01:01:40: es gibt Dinge die fehlen in diesen Stories Auch in der Novelle oder wie auch immer man das nennt.

01:01:46: Die fehlen im Buch Zum Beispiel gibt's kein Smartphone

01:01:51: doch Es heißt halt nicht Smartphone, es heißt Telefon.

01:01:54: Also das Wort Smartphone fehlt aber das Telefon ist da und mit dem Telefon kann man auch Videos ich weiß gar nicht was uploaden hochladen.

01:02:03: Ich weiß gerade nicht das Wort Aber es mir aufgefallen dass Ein bestimmtes Sprachregister Also weder wird.

01:02:12: also es gibt kein Smartphone schon mal gar nicht wird keine Ahnung gegrindet.

01:02:18: Also dieses SprachRegister Smartphones sind so wichtig, warum kommt das Wort nicht vor?

01:02:27: Ja also man weiß ja was gemeint ist.

01:02:31: Wenn da Telefon steht weißt du ja auch was gemeind ist.

01:02:35: Aber ich hätte ja könnte auch so ein Nokia, ich weiß nicht, ein neunzig achtundzwanzig sein oder so aus den neunzigeren oder so einen Kabel gebundenes Telefon.

01:02:43: Also über die Funktionalitäten die in den Geschichten erzählt werden beschrieben ist eigentlich klar, dass es Smartphones sind.

01:02:53: Zum Beispiel in einer Story über die wir noch nicht gesprochen haben, der es um eine Frau geht, die seit kurzem getrennt lebt von ihrem Mann mit ihrem Kind zusammen und die dann über so Dating-Plattformen versucht Kontakt zu knüpfen.

01:03:15: Da spielen ja die Funktionalitäten des Smartphones eine wichtige Rolle auch für ... für den Plot, also so wie die Handlung weitergeht.

01:03:22: Das ist nur möglich weil es... WhatsApp gibt?

01:03:24: Weil es WhatsApp gibt genau.

01:03:25: Weil Sprachnachrichten gibt, die man in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abspielen kann.

01:03:31: Ja und damit weißt du das ja wenn ich Telefon sage, weißte er.

01:03:35: Und Displaykomfort.

01:03:38: Smartphone nicht!

01:03:38: Weil Smartphone ist so eine Reklamewort was.

01:03:41: das hat nichts in diesen Texten verloren.

01:03:45: Also Smartphone Instagram und Social Media.

01:03:53: Und diese Worte, die Phänomene ja kommen vor aber diese Werte kommen nicht vor.

01:03:58: ist das so ein besonderer Mindset bei dir?

01:04:02: Ja, das ist ja pure Provokation.

01:04:05: Mindset ist auch so ein sehr hässliches Wort dass du nur sagst du mich zu ärgern aber natürlich nie im wirklichen Leben gebrauchen würdest.

01:04:13: da bin ich mir sicher.

01:04:14: Wir haben so eine Mindset Vorgeschichte.

01:04:19: Also es gibt gute Autoren, ganz wichtige Autoren die solche Worte grinden Mindset und so weiter verwenden.

01:04:29: Ja das können sie auch

01:04:31: tun.

01:04:31: Genau.

01:04:32: also ich will darauf hinaus dass ist eine Entscheidung.

01:04:35: ja so ne poetische Entscheidung ist ein bisschen.

01:04:39: Also man könnte ja denken, das kommt ein bisschen an der Chronistischröber.

01:04:41: Man muss erst mal checken dass dein Telefon auch ein Telefon ist mit dem man ein Video wie auch immer irgendwo hin kriegen kann.

01:04:47: Es wird aber nicht gesagt wohin.

01:04:51: Zum einen ist es eine pragmatische Entscheidung weil ich von mir weiß, dass sich sehr lange brauche um Texte zu schreiben und da ist die Gefahr groß dass wenn ich fertig bin, das Smartphone gar nicht mal Smartphone heißt.

01:05:03: Sondern irgendwie anders?

01:05:05: Ich kann auch nicht von Twitter sprechen weil dann heißt es auf einmal X oder sonst wie.

01:05:10: Also insofern versuche ich das schon mal zurückzuschrauben, dass das nicht so zeitgeistig wirkt.

01:05:18: Weil das spielt mir nicht in die Karten und ich bin einfach zu langsam.

01:05:21: Der Zeitgeist ist schon dreimal vorbei, wenn ich mein Mal ein Skript abgebe.

01:05:26: Und andererseits finde ich diese Worte aber wirklich nicht schön.

01:05:31: Ich finde sie nicht schön.

01:05:32: Sie sind, wie ich sage, Reklamewörter.

01:05:35: Sie werden dazu erfunden um ein Produkt zu verkaufen und das...ich möchte es einfach gar nicht mitmachen.

01:05:43: Deswegen erfliegt das Smartphone raus.

01:05:45: Es ist nichts smart.

01:05:47: Ja?

01:05:47: Das ist einfach nur ein Gerät.

01:05:50: Wir könnten es auch Telefon nennen.

01:05:51: wir wüssten genau was gemeint ist.

01:05:53: niemand hat noch ein anderes Telefon.

01:05:55: Das sind jetzt zwei unterschiedliche Argumente eigentlich.

01:05:57: Das eine ist, ich schreibe nicht Kutsche – wer weiß vielleicht kommt irgendwann das Auto um die Erkenn-Zwanzigjahre?

01:06:01: Genau!

01:06:02: Das andere ist dieser verbige Klang, den nur irgendwie hässlich findet.

01:06:07: Ist es so eine Form von Kapitalismuskritik, dass du sagst, Smartphone ist, weiß ich nicht, Apple Werbung oder Google Werbung mache ich nicht mit, kriege kein Geld für, werde ich nicht für bezahlt.

01:06:19: Das wäre zu hoch gegriffen weil es ja gar nicht darum geht... Der Fokus der Erzählung liegt ja nicht darauf.

01:06:26: Aber woanders auf anderen Plattformen und in anderen Textformen würde ich dann natürlich zustimmen und sagen, dass wir sollten dieses Spiel nicht so sehr mitspielen.

01:06:36: Wir sollten uns diesen Plattform nicht so verkaufen oder eigentlich als Sklaven anbieten.

01:06:45: Also sollte unsere Dat nicht zu verschleudern.

01:06:48: Das sollte man alles nicht tun!

01:06:50: Man muss es natürlich doch irgendwie tun, weil man in Teil eines Gewebes ist.

01:06:55: Dass sich darauf verlässtet, dass alle Nachrichten- oder Neuigkeiten nur über soziale Medien mitbekommen.

01:07:04: Aber es lag mir auch... Anachronismus ja aber dann doch wieder nicht, weil diese Geräte und auch die Plattformen, also dieser virtuelle Content Das gehört trotzdem in die Erzählungen hinein.

01:07:20: Und das war mir auch wichtig, weil es ist ja nicht in dem Sinn anerkronistisch, dass ich jetzt sagen würde... ...das spielt einfach in den nachtziger Jahren und niemand hat ein Handy.

01:07:31: Also da sollte es überhaupt nichts sein!

01:07:33: Ich finde es sogar wichtig, dass man das mitreflektiert in welcher Weise Smartphones unseren Alltag bestimmen und auch unsere Weise, wie wir uns in der Welt bewegen.

01:07:47: Also jeden Montag bekommen wir ja diese schreckliche Nachricht aufs Telefon, wo das Telefon uns sagt, wie viele Stunden wir vertrödelt haben jeden Tag.

01:07:56: Kriegt ihr die nicht?

01:07:57: Bei mir ist es so eingestellt.

01:07:58: Mein Telefon sagt mal jeden Montagsmorgen du hast jetzt jeden Tag so viele Stunden deinen Telefon benutzt.

01:08:05: Für

01:08:05: mich ist das mein erstes Januar

01:08:08: Nur einmal im Niederhaar.

01:08:09: Nein, ich war ehrlich gesagt... Ich glaube, ich krieg das gar nicht!

01:08:12: Das kann man einstellen.

01:08:14: Furchtbar?

01:08:15: Das ist einfach furchtbaar.

01:08:16: Normalerweise kommen die Dinge, die ich abstelle aktiv immer wieder nach so einem Update.

01:08:19: Dann muss ich es immer wieder abstellen aber das ist irgendwie... weiß ich nicht, Gott sei Dank kriege ich das nicht.

01:08:23: Jede Woche und also wie gesagt ist ja nicht schlimm.

01:08:28: Also es ist schlimm, aber es ist auch normal dass wir das machen.

01:08:31: Wir machen das alle Und es ging mir auch darum das ein bisschen erzehlerisch zu verwerten, welche Rolle Smartphones in unserem Alltag spielen.

01:08:41: Da gibt es einen sehr guten Essay von Katrin Passig, der heißt, dass ist vielleicht alles neu und erfreulich von zwei Tausend Neunzehn glaube ich, indem sie sagt, das ist eigentlich ein fauler Trick die Erzählung oder die Handlung der Erzählungen in die Vergangenheit zu verlagern damit man sich nicht damit befassen muss wie Smartphones die Erzählmuster beeinflussen können.

01:09:08: Weil man eben nicht sagen kann, zwei Menschen trennen sich und dann hört der eine nie wieder was von dem anderen sondern die können halt ganz oft verfolgen, was der andere macht über Instagram zum Beispiel oder solche Plattformen.

01:09:24: Es gibt das Smartphone dass aber nichts so genannt wird.

01:09:29: es gibt aber auch die KI- oder AI Die glaube ich ganz am Ende noch mal explizit vorkommend oder und das betrifft die Erzählende Person, weil die wie du vorhin schon gesagt hast schreibt.

01:09:44: Ja da gibt es irgendwie diese Frage was kannst Du eigentlich was die künstliche Intelligenz nicht kann?

01:09:49: Oder ja

01:09:50: aber die künstliche Intelligenz heißt Maschine in der Geschichte weil ich die auch bei Künstlicher Intelligenzen ist ja auch nicht intelligent dass Es wieder so ein Reklame Wort Deswegen habe ich es Maschine genannt.

01:10:06: Und was können wir noch?

01:10:08: Was die Maschine, also... Es gibt auch Diskurse, das ist auch in diesem KI-Diskurs irgendwie ein Thema, dass es diese werbige Begrifflichkeit gibt und ich glaube der Neutralere und Besserbrücke fürs Machine Learning.

01:10:24: Gibt's denn etwas, was die KI, nennen wir sie jetzt doch mal so, kann oder sagen Wie siehst du die KI als Autorin?

01:10:35: Ist das eine Bedrohung?

01:10:37: Erstmal nicht.

01:10:38: Ich unterschreibe in meinen Verträgen, dass ich keine KI benutze um meine Texte zu schreiben.

01:10:45: also bitte das was sich abgebe muss von mir sein.

01:10:49: Das unterscheibe ich im Vertrag.

01:10:51: Und dann bin ich ja auch bei einem Verlagskonzern, der aktiv gegen die Nutzung von Literatur zum Training von AI vorgeht.

01:11:00: Was ist der Konzern nochmal?

01:11:01: Der Verlag macht mal eine andere Klamme für deinen Verlag

01:11:03: mit.

01:11:03: So mein Verlag ist Luchterhand.

01:11:05: das ist der Literaturverlag von Penguin Random House Deutschland Und Penguin Random House geht also aktiv dagegen vor, dass Bücher einfach in diese Systeme hineingefüttert werden.

01:11:18: Ohne das da irgendjemand jemals Geld dafür bekommt oder sonst dazustimmen kann oder sagen nein ich will das nicht.

01:11:26: Also insofern ist es keine Bedrohung und ich sehe das eher so, dass dieser Verlagskonzern die menschengemachte Literatur versucht zu schützen.

01:11:35: Ich glaube aber sowieso Dass das, was die KI nicht kann ist eben Welterfahrung zu verarbeiten.

01:11:42: Weil sie hat keine eigene Erfahrung.

01:11:44: Sie kann ja nur Resultate verarbeiten und nicht das Primäre, dass sie eben so unsagbare Wesentliche, was wir versuchen in Sprache zu übersetzen – das hat sie eben nicht!

01:11:57: Und wie soll sie da herankommen?

01:12:02: Vielleicht wer weiß, also ich mag ja sehr gerne so die populären Science-Fiction Serien der Neunziger und da kommt das immer wieder vor.

01:12:09: So die emergente Intelligenz der Maschine ist ein beliebtes Thema von Science Fiction.

01:12:17: Kann das passieren?

01:12:18: Wer weiß!

01:12:18: Also man kann es ja nicht vorhersehen.

01:12:20: aber solange die KI mir nicht erzählen kann wie es ist eine KI zu sein glaube ich nicht dass sie das Geschichten erzählen wirklich bedroht

01:12:31: Ja, aber die KI kann sich ja ihre Erfahrungen zusammensuchen.

01:12:37: Also die KI greift auf Daten zurück in die weiß ich nicht Annette von Droste Hilsoff und Virginia Wolff und James Joyce usw.

01:12:48: eingegangen sind.

01:12:49: also tut es nicht auch die Erfahrung aus zweiter Hand?

01:12:52: Nein natürlich nicht weil wie entscheidet die KI was ihr aussucht?

01:12:58: das hat jemand gesagt sucht das aus Aber sie macht das nicht selber.

01:13:04: Aber ist nicht die KI so ein bisschen wie im Psychopath, der vielleicht die Dinge nicht fühlt aber so clever ist dass er so tun kann?

01:13:14: Ja, können Sie das denn?

01:13:17: Das ist eine große Frage.

01:13:19: also es ist nicht einfach zu erkennen welche Texte KI generiert sind.

01:13:23: Also die Zeit nun in denen man gesagt hat ja klar ich hier palüpiv das erkenne ich würde sagen diesen vorbei

01:13:30: Weißt du was, da gibt es eine Stelle in der Kritik der praktischen Vernunft.

01:13:35: Urkrant sagt... Das geht um den ästhetischen Genuss.

01:13:40: Wenn wir einen Vogel hören und er singt, dann freuen wir uns aber wenn sich herausstellt dass das gar kein Vogel war sondern ein Mensch der einen Vogelpfeifen imitiert, dann finden wir das abgeschmackt.

01:13:54: Und ich glaube mit der KI ist das auch so.

01:13:56: Natürlich können wir darauf hereinfallen, aber sobald uns jemand sagt es ist KI dann wird die Erfahrung wertlos weil es keine Erfahrung ist.

01:14:04: Es ist ja da nur gemacht.

01:14:09: Ich

01:14:09: höre das Argument.

01:14:11: Ich finde auch es ein gutes Argument Aber nur gemacht könnte man immer von der Literatur sagen.

01:14:17: Auch die Literatur ist etwas gemachtes

01:14:19: Ja, aber von einem Menschen mit Erfahrungen ...

01:14:22: der nicht immer bei der Wahrheit bleibt, sondern manchmal lügt.

01:14:26: Ja stimmt!

01:14:27: Also der sogar immer lübt.

01:14:29: Das ist ja... that's the trade.

01:14:33: Und du würdest nicht mitgehen mit so einer Tese?

01:14:37: Naja KI, KI lüht nicht, KI fälscht nicht, Fake News ist irgendwie falsch gedacht, KI fingiert, KI ist Fiktion.

01:14:48: Würdest du nicht...?

01:14:49: Nein Weil es gibt keine Ausgangsbasis, es ist nicht Fiktion.

01:14:54: Es ist ein statistisches Kondensat und das ist eben Erfahrung nicht so.

01:15:02: auch wenn ich ... Ich könnte sagen Literatur ist ja ein sprachliches Kondensaat von Erfahrungen okay?

01:15:09: Aber der Ausgangspunkt ist ja ... AI hat eben keinen Ausgangsspunkt.

01:15:13: Das gibt nur die Daten, die verarbeitet werden.

01:15:16: Und wer weiß, wer weiß... Werden die Maschinen so klug dass sie dass sie selbstbewusstsein erlangen und verstehen, was sie da tun.

01:15:24: Und das hinterfragen können okay dann bin ich interessiert.

01:15:28: aber Ich glaube nicht, dass die KI wichtig ist für Für die Literaturgeschichte in dem Sinn also mir sicher, dass man KI sinnvoll einsetzen kann.

01:15:39: Aber warum würde man Sie Bücher schreiben lassen?

01:15:42: Man soll sie doch Die Dinge machen lassen, die wir nicht gerne tun.

01:15:45: oder können wir uns vielleicht mehr mit Kunst befassen?

01:15:50: Ja

01:15:52: Kann ich die KI meine Fenster putzen zum Beispiel?

01:15:55: Oder kann die KI nicht zusehen, dass mein Leben ordentlicher wird.

01:16:00: Ich

01:16:02: würde bei der Frage also intuitiv mit Nein beantworten.

01:16:04: Warum

01:16:04: würde man nicht der KI... Also ich verstehe die Diskussion weil KI ja natürlich Sprachmodelle ... Diese Sprachmodelle sind ja sehr, sehr gut.

01:16:16: Und es gibt auch diese Experimente, dass man Leuten Gedichte vorlegt und sie können nicht mehr sagen welches Gedicht von einer KI geschrieben wurde und welches von einem Menschen.

01:16:26: Okay?

01:16:27: Aber wenn man dann sagt dieses Gedicht wurde eben von einen Menschen geschrieben, dieses von einer AI welches möchtest du lesen oder welches möchtest auswendig lernen... Ich weiß nicht ich kann mir gar nicht vorstellen das jemand sich für die KI entscheiden würde.

01:16:42: Ich verstehe die Diskussion, aber ich finde eigentlich ist die KI für die Kunst noch nicht interessant genug.

01:16:49: Man sollte sie erst benutzen oder einsetzen, dass das Leben der Menschen materiell besser wird.

01:16:57: Mal wegen der Medizin oder einfach Lebensbedingungen mal verbessern dann können wir über Kunst reden.

01:17:03: Aber warum sollte die KI mich jetzt abschaffen?

01:17:07: Okay nein also das sehe ich nicht kommen sobald.

01:17:13: Wie schreibst du eigentlich?

01:17:15: Klappst du so ein Computer auf oder schreibste auch mal mit der Hand.

01:17:18: Machst du Notizen, hast du so so ein oratisches Notizbuch?

01:17:25: Also zunächst glaube ich das Schreiben auch Arbeit ist.

01:17:28: also in meinem Fall ist es Arbeit.

01:17:30: Ich setze mich zu bestimmten Zeiten hin und dann schreibe ich tatsächlich einfach Mal.

01:17:36: Ich fange oft an mit handschriftlichen Notizen Weil es einfach länger dauert und weil ich dann sehe, was mich interessiert.

01:17:45: Weil man tippt ja auch viel schneller als wenn man mit der Hand schreibt.

01:17:49: Und da ist die Gefahr groß, dass man geschwätzig wird und zuviel sagt oder so etwas mit einem wegläuft.

01:17:57: Aber ich mach beides!

01:17:58: Also ich hab das Notizbuch- oder Notizbücher.

01:18:02: Es gibt immer erste handschriftliche Versionen.

01:18:06: beim Abtippen verändere und dann arbeite ich mit der getippten Version, dann geht das zurück aufs Papier.

01:18:12: Und so, das ist so ein vielleicht nicht sehr umweltfreundlicher Prozess.

01:18:18: Okay aber es gibt also das Papier involviert.

01:18:20: und dass überarbeiten auf Papier mit Hand- und Stiftsohn?

01:18:24: Ja

01:18:26: genau!

01:18:27: Also der Entstehungsprozess von Kunst und Literatur ist auch Thema in deinem Buch, so lese ich das... Es gibt in der Geschichte mit dem Mädchen, das gemalt wird anstelle seiner Schwester diesen Malereideskurs und da heißt es über dieses Kind.

01:18:46: Sie hofft dass sie in der Werkstatt ist wenn aus den Formen Schiffe werden oder Seemonstern ich habe das so gelesen Das auf dem Bild eben vor den Augen des Kindes Gestalt hervortritt und dass manche Stellen eben noch dunkel sind oder einfach unausgefüllt und das Form irgendwann Also das Gestalten aus Formen immergieren.

01:19:12: Was ist denn dann der Moment?

01:19:14: Das klingt hier so geheimnisvoll, sie hofft dass die da ist wenn aus den Formen Schiffe werden oder Seemonsta.

01:19:20: Da geht es ja... Dieses Emergieren ist ein Begriff für wir sehen die einzelnen Teile und bumm auf einmal etwas Neues da.

01:19:28: Ist das bei dir auch so wenn du schreibst dass du irgendwie so Sätze schreibts und auf einmal ist etwas da und denkst achja das war vorher nicht da

01:19:36: Ja, wenn auch... also das ist alles bei mir sehr stark geplant.

01:19:44: Also ich weiß nicht worauf du hinaus willst.

01:19:46: es geht nicht um so die große Inspiration und dann irgendwie so ein Moment den man nicht vorher gesehen hat.

01:19:52: So steckst

01:19:53: wir laffemäßig?

01:19:54: Nein!

01:19:58: Ich würde sagen bei mir eher nicht.

01:19:59: Also, ich plane sehr genau, ich gehe sehr bewusst an alles heran.

01:20:05: Es kann natürlich immer sein, dass man auf der Suche ist nach dem richtigen Tonfall und man findet das einfach nicht.

01:20:11: Und dann probiert man etwas aus und auf einmal klappt das ganze Ding so.

01:20:15: Das schon.

01:20:16: Also da gibt es schon dieses Unverfügbare beim Schreiben.

01:20:20: Das darf einen irgendwann nicht mehr zu nervös machen, dass er immer wieder sozusagen von vorne anfängt weil man nach dem Buch nicht mehr weiß wie man ein Buch schreibt.

01:20:31: seltsamerweise aber Ich plane doch sehr genau, also ich überlege sehr bewusst welche Figurenperspektive passt jetzt zu dieser Geschichte.

01:20:43: Dann muss man das natürlich ausprobieren bis man weiß wie es genau sein soll.

01:20:48: Und schreibst du das dann auf?

01:20:49: Mach so eine Skizze und sagst dir die... Jetzt ist mir gerade der Name von der Bademeisterin entfallen.

01:20:56: Karola, die arbeitet im Schwimmbad aber ist nicht sicher Bade-Meisterin, musst du dir das dann so klar machen?

01:21:04: Sie hat eine Trillerpfeife ein Machtinstrument wie Anna sagt also die Schülerin.

01:21:11: Also ich schreibe erst einmal ziemlich viele und kürze dann was sich weiß.

01:21:16: am Anfang ist die Ausgangssituation Ich kenne die Figur Und ich weiß was das Ende der Erzählung sein soll Und dann muss ich zusehen, dass ich da hinkomme.

01:21:25: Und passieren dann auch manchmal Fehler.

01:21:27: oder wenn du so über Arbeitest merkst?

01:21:29: Das eine ist halt sozusagen kann nicht besser formulieren, aber das andere ist so keine Ahnung die sind ... Ich weiß nicht.

01:21:37: also gehören unterschiedlichen Generationen an und ich hab sie Cousinen genannt oder so.

01:21:41: Nee ja es passieren schon Fehler manchmal, wenn ich die Zeitebenen verschiebe achte ich nicht gut genug darauf was man nachher versteht beim Lesen.

01:21:51: Aber zum Glück gibt es ja dann einen Lektor, der einen freundlich darauf hinweist, dass etwas nicht klar ist und dann kann man den Fehler beheben.

01:22:01: Und der Lektore ist für diesen Prozess die wichtigste Person.

01:22:04: oder teilst du das auch mit Familie, Freunden?

01:22:07: so deine früheren Textentwürfe stadien?

01:22:13: Schwer zu sagen jetzt weil ich ja... Das ist ja das erste Buch bei Luchter Hand und als sich das abgegeben hatte war's schon soweit wie es sein konnte.

01:22:22: Das heißt, ich hatte das Manuskript schon ein paar Freundinnen und Freundinnen gegeben.

01:22:28: Manchmal muss man Leute fragen ob man ihre persönlichen Anekdoten tatsächlich verwursten darf.

01:22:38: Die meisten finden das aber unproblematisch.

01:22:42: Also für dieses Buch hatten eben schon ein Paar Leute das vorher gelesen und dann kam es zum Lektor.

01:22:49: Ja, jetzt mit dem aktuellen Projekt werden wir anders arbeiten.

01:22:52: Da kann ich nicht erstmal fünf Jahre selber ausprobieren und das ist auch vielleicht ganz gut.

01:22:59: also da wird der Lektor jetzt demnächst schon ein bisschen weiterhelfen.

01:23:04: Hast du die nackte Frau um Erlaubnis gefragt?

01:23:08: Welche nackten Frauen gibt?

01:23:09: mehrere?

01:23:11: Zum Beispiel...

01:23:12: Es gibt mehrere Nacktefrauen in den Buch.

01:23:16: Sagen wir mal die auf dem Boot!

01:23:19: Die Schwimmerin,

01:23:20: die hast du nicht gefragt?

01:23:21: Nee.

01:23:22: Aber ich hab die Person gefragt von der ich diese Anektur habe, die dabei gewesen ist.

01:23:28: Okay.

01:23:29: Apropos Lektor... Was schreibt denn da so in deinem Manuskripte?

01:23:34: Ist das Haar zu lesen, steht dann sowas dran?

01:23:36: wie fasse dich kurz unklar?

01:23:39: Kapiere ich nicht oder was?

01:23:40: Wie macht er das?

01:23:41: Oder ist der ganz achtsam?

01:23:43: Nein!

01:23:43: Der ist sehr freundlich also der geduldigste Mensch der Welt glaube Er schreibt mir an den Rand, wenn er etwas nicht gut findet.

01:23:54: Wenn er finde ein Wort sitzt nicht oder eine Passage ist zu lang, macht meistens Vorstiege wie man das lösen könnte überlässt es dann aber mir die Lösung zu finden und das finde ich.

01:24:04: natürlich ist das anstrengend ist doch klar.

01:24:06: also man hat so jahrelang an irgendwas gearbeitet und dann kommt jemand und sieht überall Probleme Aber das ist ja gut.

01:24:13: Also dazu ist er da Und eigentlich empfinde ich das als Privileg, dass jemand den Text so genau liest.

01:24:22: Kannst du mal sagen... Funktioniert das den Word mit so kommentabel lassen?

01:24:25: Ja, genau.

01:24:27: Und kannst du beispielhaft sagen was dann da so steht?

01:24:32: Das funktioniert so nicht.

01:24:33: oder magst du darüber nachdenken ob?

01:24:36: also ich habe keine Idee wie so ein Tonfall ist?

01:24:40: Also sehr geduldig eben weil Ich weiß nicht, ob du das vorstellen kannst.

01:24:44: Aber ich mag es gar nicht so, wenn man mir drehen dreht!

01:24:48: Kann ich mir ein bisschen vorstellen schon?

01:24:49: Ja, ich

01:24:49: bin da eigentlich nicht der Typ für... Also nee, ich habe sogar ein bisschen von mir selber überrascht weil ich das von mir weiß dass ich gerne die Kontrolle über alles habe.

01:25:02: aber erst telefonieren wir und dann sprechen wir allgemein darüber.

01:25:06: Und wenn es so größere Probleme gibt wie Also die Wahlgeschichte zum Beispiel hatte einen anderen Anfang und da waren wir so bei Camino erst in Spanien.

01:25:18: Und dann sind schon ein paar Dinge passiert, das zu lange bis sie endlich zusammenfinden.

01:25:25: Dann musste ich das kürzen.

01:25:28: aber wie gesagt er ist ja der Lektor.

01:25:34: die Probleme im Text, die ich nicht erkenne.

01:25:37: Und wenn ich das nicht glaube, warum gehe ich dann zu so einem Verlag?

01:25:41: Dann könnte ich ja genauso gut dem Selbstverlag das Buch so rausbringen wie es ursprünglich geschrieben habe.

01:25:47: Das ist aber nicht der Zweck.

01:25:49: also ich habe vollstes Vertrauen dass der Lektor genau weiß was er tut und dann geht es nachher nur noch um darum welches Wort klingt jetzt richtig?

01:26:00: und da kann Da kann ich dann selber sagen, wie.

01:26:06: Aber wenn der sagt das ist zu lang?

01:26:07: Dann ist es zu lange!

01:26:08: Dann muss das gekürzt werden, das ist klar.

01:26:10: Und du möchtest da nicht dem Lektor manchmal sagen, ey, wenn du so gut weißt schreib doch selber

01:26:15: normal... Nein, nein, nein.

01:26:16: So ist das nicht.

01:26:18: Also natürlich diskutiere ich über alles und deswegen sage ich dass es eine geduldige Person ... Ich muss genau verstehen was das Problem is'.

01:26:26: Wenn ich das nicht verstehe mit der kleinen Kommentarbox, dann müssen wir halt telefonieren und dann länger darüber sprechen.

01:26:32: Aber nein, das ist schön!

01:26:34: Das ist ein wirklich, wie ich gesagt habe, Privileg finde ich.

01:26:39: Was kommt denn demnächst?

01:26:41: Ich glaube du hattest mit dem Luchterhandverlag einen Vertrag für zwei Bücher geschlossen oder?

01:26:51: Ja, zwei Verträge.

01:26:53: Darf ich das sagen?

01:26:54: Ich weiß gar nicht ob ich es sagen darf.

01:26:56: Ja, macht nichts.

01:26:57: Als Nächstes kommt hoffentlich ein Roman aber das dauert noch länger.

01:27:03: Also nicht nächstes

01:27:04: Jahr.

01:27:04: Hast du denn schon angefangen?

01:27:05: Ja natürlich also ja alles andere wäre verrückt.

01:27:09: ich habe die ersten Notizen... Ich datiere manchmal meine Notizen aber nicht immer weil es so frustrierend ist und auf den Ersten steht ... ... zwanzig.

01:27:21: Also ich denke schon länger über das Thema nach Und muss jetzt einfach mal mich hinsetzen und das ja zu Ende bringen.

01:27:33: Kannst du es schon tisern so ein bisschen, worum's geht?

01:27:36: Nein, das macht man nicht!

01:27:38: Da fühlt man sich immer schlecht...

01:27:39: Ich weiß aber ich frag trotzdem.

01:27:42: Das kann man nicht machen.

01:27:44: Man weiß ja auch nie was nachher übrig bleibt.

01:27:46: also die Manuskripte verändern sich dann doch sehr.

01:27:50: Also allgemeine Zweifel am weiteren Verlauf war am Anfang ein chaotischeres Buch.

01:27:57: Es gab eine Textform darin, die gar nicht mehr vorhanden ist...

01:28:02: Ein Texton, die nicht mehr verhandeln

01:28:04: ist?

01:28:04: Ja ich hatte am Anfang so Dialoge geschrieben zwischen einer Erzählinstanz und einzelnen Figuren aus den Erzählungen, die sich beschwert haben wie irgendwas dargestellt wurde sie selbst oder die Geschichte.

01:28:16: Und das haben wir entfernt.

01:28:18: Es gibt so Merkwürdigkeiten über die man stolpert, was ich super fand... Ich glaube es ist auch in der ersten Geschichte der Wahlgeschichte an der hänge ich irgendwie scheint mir wo's dann heißt sie sprachen über und da kommt so eine Liste wie so ne Aufzählung.

01:28:32: Ja!

01:28:33: Ich mag Listen.

01:28:35: Ich mach das immer.

01:28:36: In Sturze sind auch Listen.

01:28:39: Aber du kannst ja nicht alles reinschreiben nur weil du's magst.

01:28:43: Doch?

01:28:44: Doch genau, ich kann alles machen was ich will.

01:28:47: Es gibt kein Regelwerk für Literatur.

01:28:50: Okay bei der Lektor sagt er nicht, äh wieso kommt denn hier jetzt eine Liste auf einmal?

01:28:54: Nö Weiße Menthe Harvey kommen überall Listen in Orbital Aber

01:28:58: ich habe das dann sofort.

01:29:00: also ich wollte das interpretieren.

01:29:01: Ich hab mich gefragt Also sie sprachen über Kann man ja auch ne Aufzählung so mit Kommata machen oder aber einrücken und an die Liste?

01:29:10: Eine Liste ist eine Art und Weise wie man die Welt ordnet Und das machen die Figuren in dem Moment.

01:29:17: Ja, ich hatte das Gefühl es läuft nicht so gut als Gespräch, dass es dann so gelistet ist.

01:29:22: Das ist eine Struktur, die man sich aufbaut weil sonst alles auseinander fällt.

01:29:26: Okay, ihr lese ich glaube wir sind eigentlich jetzt schon hier lange im Gespräch und können auch zum Ende kommen.

01:29:35: also gibt's noch irgendwie was... sagen wollen, was wir uns wünschen wollen.

01:29:45: Was wir ankündigen wollen?

01:29:47: Ankündigen?

01:29:48: Das weiß ich nicht!

01:29:50: Ich hoffe natürlich dass so... Also wir sind natürlich beide Literaturwissenschaftler und haben dann einen Hang dazu auch gerne über Theorie zu sprechen.

01:30:02: Aber ich würde gerne darauf hinweisen, dass das Buch eigentlich ziemlich unbelastet von diesen Dingen ist.

01:30:07: Man kann es einfach so lesen.

01:30:09: Ja da ist ein guter Punkt.

01:30:10: also dann möchte ich auch noch mal zustimmen.

01:30:14: Es ist auf jeden Fall wie jetzt gar nicht zu sagen Unverkauft und sowas.

01:30:18: Das klingt blöd aber Ich finde eine der Stärken des Bures Ist die Stimmungshaftigkeit.

01:30:27: Stimmungen sind ja so etwas, die irgendwie erzeugt werden.

01:30:30: Man guckt hin und kann nicht sagen wie das funktioniert, ein bisschen wie Humor.

01:30:34: Beim Witz lacht man aber wenn man beschreiben soll was war jetzt lustig ist es zum Teil sehr schwierig und bei Stimmung ist das auch, dass sich so weibs...

01:30:42: Nee, das ist Präzision.

01:30:44: also wenn du eine Stimmung erzeugen willst musst du genau sagen was zu deinem Ich sage absichtlich ein englisches Wort, was zu deinem Setting gehört.

01:30:54: Also was zur Situation gehört?

01:30:57: Ich glaube Stimmung erzeugt man nur über Präzisionen.

01:30:59: Ich bin jetzt hier voll in die falsche Richtung reingefahren.

01:31:01: Ich wollte gerade so abheben auf das untheoretisch-künstlerische Geniale dass sich etwas so gibt und ereignet und du sagst so nicht... Kannst du sagen, wie du so eine Stimmung herbeizwingst?

01:31:14: Also wenn du sagst es ist Technik eigentlich.

01:31:16: Ja es ist technik.

01:31:17: also man könnte auch sagen Eine Pointe die landet das ist Timing So und eine Stimmung die sitzt da müssen die Details einfach stimmen Da kann man sich nicht so im ungefähren aufhalten und man kann auch nicht sagen Das sage ich jetzt auch absichtlich so.

01:31:33: Man kann nicht so statistisch irgendwie erfassen, was gehört ungefähr typischerweise in so eine Situation?

01:31:40: Sondern man muss sie sich wirklich genau vorstellen können und das hilft dem manchmal wenn man dann zu realen Begebenheiten geht wie AHA ein Wahlstrandet in Belgien also größter Wahl der jemals gestrandet ist.

01:31:56: Was ist da passiert?

01:31:57: Das kann ich ja aufgreifen und benutzen.

01:32:00: Okay, aber dann können wir uns jetzt vielleicht so als Summe des Gesprächs darauf einigen.

01:32:04: Das Buch ist voller magischer Stimmungen die man auch bei sich behält.

01:32:11: Mich hat das beschäftigt und ich habe über das Buch nachgedacht Eine, ich ziehe dich noch mal hier.

01:32:23: Einen zurechtgelegten Satz den ich noch nicht aufgebraucht habe und der irgendwie so in der Alltagssprache liest also was macht das mit mir?

01:32:29: Das hat etwas mit mir gemacht sozusagen die Stimmungen ja aber Ich muss sagen wenn ich hingucke sehe ich nicht wie ist das jetzt genau gemacht?

01:32:37: ein Unterschied du weißt wie man stimmungen erzeugt Du tust es auch.

01:32:41: Ja ich hab's gefühlt Aber ich kapiere nicht wie es funktioniert.

01:32:45: Also dann

01:32:45: habe ich alles richtig gemacht.

01:32:48: Mir ist es wichtig, dass die Figuren stehen bleiben.

01:32:51: Wenn du das Buch zuklappst und trotzdem das Gefühl hast, du kennst sie jetzt ... Du kannst dir in Situationen überlegen was würde Kamino tun?

01:33:00: Was würde Harry darüber denken?

01:33:02: Ja also mir ist das so gegangen.

01:33:04: ich habe das so empfunden.

01:33:07: Das funktioniert so literarisch aber ich bin diesem Geheimnis nicht auf die Fläche gekommen.

01:33:17: Elis, vielen Dank, dass du da warst.

01:33:18: Danke für das schöne Gespräch und bis hoffentlich bald

01:33:23: einmal!

01:33:23: Ja gerne.

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